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Ist Brustkrebs eine Erbsache?

Ein Erfahrungsbericht mit der tückischen Krankheit.

Von Michelle Clauberg, Geschwister-Scholl-Schule

Wenn Brustkrebs häufiger in der Familie vorgekommen ist, wird schnell die Frage gestellt, ob dieser erblich ist. Erbliche Gendefekte auch Genmutationen genannt sind von Geburt an in jeder Körperzelle vorhanden. Sie werden über eine elterliche Keimzelle vererbt.

Bei Brustkrebs spricht man von dem BRCA2 oder dem BRCA1 Defekt, der allerdings auch oftmals zu Eierstockkrebs führen kann. A. Clauberg: „Meine Mutter ist zum ersten Mal mit 57 Jahren an Brustkrebs erkrankt, nachdem sie dann eine Chemotherapie bekommen hatte, damit sich der Tumor verkleinert, wurde sie an der Brust operiert. Dabei wurde ihr das Tumorgewebe plus im Radius zwei Zentimeter an Gewebe entfernt.

Dies war eine brusterhaltenden Operation. Um einen zusätzlichen Schutz zu erhalten, bekam sie dann auch noch eine Bestrahlung auf die erkrankte Brust. Die Zeit war für uns alle nicht einfach, da meine Mutter an Kraft verlor und all ihre Haare verloren hatte. Sie bekam eine recht starke Chemotherapie. Allerdings schon während der Bestrahlung wuchsen ihre Haare wieder. Da unsere Mama aber eine sehr starke Frau war, hat sie alles sehr gut gemeistert und überstanden. Es vergingen 11 Jahre und der Krebs kam zurück. Diesesmal in der anderen Brust und auch noch ein agressiverer Tumor als beim ersten mal.

Wir wußten was auf sie und uns wieder zukam, denn wir hatten uns ja alle sehr intensiv mit dem Thema Brustkrebs auseinander gesetzt und viele Erfahrungen gesammelt. Nur jeder Krebs ist anders und so nun auch bei meiner Mutter und es waren mehrere kleine Tumore. Ich habe meine Mutter in dieser Zeit sehr oft ins Krankenhaus begleitet und auch Zuhause viel unterstüzt.

Nachdem die Chemo, die Operation und die Bestrahlung abgeschlossen war, wurden jedoch leider Metastasen in ihren Knochen festgestellt. Dafür bekam Sie dann eine Bondronat Therapie. Leider konnte unsere Mutter all das nicht Gesund überstehen und verstarb dann im September 2009 im Alter von 69 Jahren.

Es war eine sehr schwere Zeit, da nur fünf Monate zuvor unser Vater an Krebs verstorben war. Und dann, im Juni 2012, bekam meine jüngere Schwester die Diagnose Brustkrebs. Die Gedanken und Sorgen ließen mich nicht mehr zur Ruhe kommen. Auch meine Schwester bekam zuerst eine Chemotherapie, dann eine Operation, bei der ihre Brust amputiert wurde und auch eine Bestrahlung.

Auch sie verlor all ihre Haare. Es war die absolute Achterbahnfahrt der Gefühle. Nachdem meine Schwester operiert wurde, ist erst das Gendefekt BRCA2 bei ihr festgestellt worden. Sie wurde von ihrer Frauenärztin in die Universitätsklinik nach Köln überwiesen. Dadurch habe auch ich mich testen lassen.

Auch ich habe das Gendefekt BRCA2 und treffen nun zusammen mit meiner Frauenärztin und der Uniklinik Köln vorbeugegende Maßnahmen, um das Risiko an Brustkrebs zu Erkranken zu reduzieren.“

Brustkrebs ist also vererbbar. Jeder Mensch sollte regelmäßig zum Arzt gehen und auch die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen, um auf nummer sicher zu gehen und das Risiko zu verringern.

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