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Air Berlin ist insolvent

Von Benedict Martin, 8f, Friedrich-Albert-Lange-Schule

Die Fluggesellschaft Air Berlin und ihre persönlich haftenden Gesellschafter mussten am 15. August 2017 beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz anmelden. Am gleichen Tag stellte die Airline alle Langstreckenflüge ein. Der weitere Flugbetrieb wurde zunächst weitergeführt, finanziert durch einen mit Bundesbürgschaft abgesicherten Übergangskredit in Höhe von 150 Millionen Euro.

Bereits im Jahr 2011 berichtete das Handelsblatt, dass die finanziell angeschlagene Air Berlin durch die Etihad finanziell unterstützt wurde. Nach und nach musste die Fluggesellschaft ihre komplette Flotte verkaufen und besaß seit Juli 2016 keine eigenen Flugzeuge mehr.

Für das Geschäftsjahr 2016 kündigte die Air Berlin in einer Ad-hoc Meldung einen Verlust von 667 Millionen Euro an. Um Kosten zu senken, wurden stattdessen alle Flugzeuge geleast. Air Berlin litt weiter unter dem harten Wettbewerb im Luftverkehr und unter der verspäteten Fertigstellung des Flughafens Berlin-Brandenburg. Am 11. August 2017 verliert Großaktionär Etihad die Geduld und kündigte die finanzielle Unterstützung auf.

Es gab Verhandlungen zur Übernahme der Air Berlin, wobei mehrere Fluggesellschaften, darunter die Deutsche Lufthansa, EasyJet und Niki Lauda gemeinsam mit Condor Angebote abgaben. Die Lufthansa übernahm schließlich 81 der 134 Flugzeuge. Zudem konnten 3000 der rund 8000 Air-Berlin-Beschäftigten zu dem Konzern wechseln, wie die Stuttgarter Nachrichten berichteten.

Am Abend des 27. Oktobers 2017 landete kurz vor Mitternacht der letzte von Air Berlin in Eigenregie durchgeführte Flug. Der Flugbetrieb war eingestellt. Am 1. November 2017 wurde das Insolvenzverfahren über Air Berlin eröffnet.

Für Flugreisende bedeutet dies einen Wegfall vieler Flugstrecken und einen geringen Wettbewerb, der wahrscheinlich zu höheren Flugpreisen führen wird. Viele der ursprünglich 8000 Mitarbeiter der Air Berlin mussten sich arbeitslos melden und sich um neue Arbeitsstellen bemühen.

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