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Atomkraftwerk Tihange birgt Gefahr

Auch Solingen und die gesamte Region könnte im Fall eines Reaktorunglücks radioaktiv verseucht werden.

Von Greta Johanna Leenen, 8e, Gymnasium Schwertstraße

Das belgische Atomkraftwerk Tihange steht bei Huy, dies ist eine Stadt in der belgischen Region Wallonien. Tihange wird von Engie Electrabel betreut. Dies ist ein belgisches Tochterunternehmen des französischen Konzerns Energie. Tihange liegt nur 67 Kilometer von Aachen und 181 Kilometer von Solingen entfernt. Es könnte also auch für Solingen bei einem Fehler fatale Folgen haben. Dies ist auch gar nicht so unrealistisch, wenn man nur das jüngste Ereignis betrachtet.

Denn erst im September vergangenen Jahres wurde bei einer Überprüfung im dritten Kernreaktor von Tihange, wo sich das Notfallsystem befindet, Betonzerfall festgestellt. Laut der Belgischen Atomaufsicht (FANK) hatte der Betonzerfall keine Auswirkung auf das Umfeld der Reaktoren. Zudem wurde in Tihange 3 Betonzerstörung an der Decke festgestellt. Diese Fehler sollen wohl schon beim Bau dieses fragwürdigen Atomkraftwerks entdeckt, aber einfach missachtet worden sein. Die maroden Zustände sind aber auch auf das Alter des Atomkraftwerkes zurückzuführen: Tihange wurde 1975 eröffnet.

Welche Folgen könnte ein Atomunfall für uns, also für Solingen haben? Die deutschen Notfallpläne sehen vor, dass alle Menschen, die im Umkreis von 200 Kilometern leben und unter 45 Jahren sind, Jodtabletten einnehmen. Diese Jodtabletten verhindern aber nur Schilddrüsenkrebs. Zudem wird vorgesehen im Haus zu bleiben und alles luftdicht zu verschließen. Man soll warten, bis die radioaktive Wolke aus Belgien vorübergezogen ist. Dies kann allerdings bis zu mehreren Wochen dauern.

Gefährliches Caesium bleibt Jahrzehnte im Boden

Besonders schädlich ist das radioaktive Jod, was im Kernreaktor sitzt, da es stark den Körper angreift und auf keinen Fall eingeatmet werden darf. Dieses radioaktive Jod zerfällt allerdings nach acht Tagen. Leider sitzt in solchen Kernreaktoren nicht nur ein gefährliches Gift, sondern meist mehrere. Das radioaktive Caesium bleibt noch Jahrzehnte lang im Boden, setzt sich dort ab und verpestet so Trinkwasser, Gemüse und alles andere, was im Boden wächst, stark radioaktiv. Zudem greift dieses Caesium stark die Knochen an und kann so Leukämie (Blutkrebs) verursachen.

In Städten, die besonders nah an Tihange liegen (z.B. Aachen), kann es nach einem Ausbruch auch zu Evakuierung und Umsiedlung kommen. Ein letzter wichtiger Punkt wäre das Wetter. Der Wind wird entscheiden, über welche Region die radioaktive Wolke zieht.

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