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Anders als die klassische Familie

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Auch im Kinderheim Hossenhaus wird gemeinsam Weihnachten gefeiert und Traditionen gepflegt.

Wie feiern Kinder im Kinderheim Weihnachten? Die ZiSch-Autorin Alina Reihs hat vor Ort recherchiert.

Von Alina Reihs, 8c, Friedrich-Albert-Lange-Schule

Die Familie: Eltern, Geschwister, Großeltern. Das ist mein Familienbild. Weihnachten ist ein Familienfest, an dem man Traditionen pflegt. Ich schaue durchs Fenster. Mein Blick schweift langsam über die Wiese und fällt auf das Haus dahinter – das Kinderheim. Familienfest – wie passt das zu diesem Ort, wo jedes Kind aus einer anderen Familie kommt?

Die Neugierde treibt mich zur „Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Hossenhaus“. Herr Michael Henke, der Geschäftsführer, begrüßt mich. Nebenan läuft die große Bastelaktion für den Weihnachtsmarkt in Solingen Wald. Stolz erklärt mir Herr Henke, dass dies Adventstradition sei. Genauso wie ein gemeinsamer Ausflug, diesmal nach Falkenburg mit einem unterirdischen Weihnachtsmarkt.

Von Herrn Henke erfahre ich, dass im Haus vier stationäre Regelwohngruppen sind, in denen 37 Kinder leben. Sie werden von 23 pädagogischen Fachkräften betreut. Die Kinder feiern hier alle christlichen Feiertage. „Weihnachten ist ein sehr großes und wichtiges Fest. Wir leben hier zusammen mit den Kindern und es ist ein Höhepunkt“, sagt er. Auch die 18-Jährigen, die schon ausgezogen sind, dürfen das Fest in ihren ehemaligen Gruppen feiern.

Anita (13) berichtet begeistert über Weihnachtstraditionen in der Gruppe. Die Kinder schreiben Wunschzettel, schmücken den Baum am 23. Dezember und bestimmen gemeinsam das Festmenü und helfen beim Kochen. Am Nachmittag des 24. Dezembers besuchen alle Kinder die Kirche. Danach gibt es ein festliches Essen und Geschenke. „Wir feiern, wie jede normale Familie sagt Anita lächelnd.“

Dieses Treffen hat meine Vorstellung von der Familie verändert. Es sind junge Leute, die sich gegenseitig unterstützen, zusammen Freuden aber auch Sorgen teilen und eigene Traditionen erarbeiten. Unterstützung bekommen sie von Gruppenpädagogen, die mit ganzem Herzen dabei sind. Aber ist das nicht so in jeder Familie? Auch, wenn das eine etwas andere Familie ist.

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