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Abzocke oder doch nur Kundenservice?

Von Lara Hundeborn, 10c, Geschwister-Scholl-Gesamtschule

Sie wollte nur schnell Brötchen für ein gemeinsames Frühstück mit ihrer Tochter kaufen, doch als Monika K. (Name verändert) aus einem Supermarkt an der Löhdorferstraße kam, entdeckte sie einen Zettel unter ihrem Scheibenwischer. Von einem Dienstleister für Parkraumbewachung wurde sie aufgefordert 19,90 Euro zu zahlen, da sie keine Parkscheibe rausgelegt hatte. „Natürlich habe ich den Hinweis gesehen, aber ich habe gedacht, dass es bei einem fast leeren Parkplatz unnötig wäre!“, berichtet sie verärgert.

So wie der besagte Discounter an der Löhdorferstraße lassen nun viele Supermärkte ihre Parkplätze von Anbietern im Parkraummanagment bewachen. Das Unternehmen, welches für den Parkplatz an der Löhdorferstraße verantwortlich ist, gibt an, bundesweit mehr als 400 Objekte zu bewirtschaften. Ihre Kunden sind nicht nur Einkaufs- und Fachmarktzentren, sondern auch Handelsgruppen und Kliniken, sowie private Immobilieneigentümer.

Autofahrer, die beispielsweise keine Parkscheibe rauslegen oder die Höchstparkdauer überschreiten, werden zu einer Zahlung von 19,90 Euro aufgefordert. Wird dieser Betrag nicht innerhalb von 14 Tagen überwiesen, ermittelt das Unternehmen den Halter des Fahrzeugs und sendet ihm postalisch eine Zahlungsaufforderung zu. Zwar gibt die inhabergeführte Gesellschaft auf ihrer Webseite an, ausschließlich an Objekten, die erheblich unter Fremdparkern zu leiden haben, tätig zu werden, doch trifft dies auf den Supermarkt an der Löhdorferstraße nicht zu, meint zumindest Monika K..

Parkplätze werden oft auch zu Unrecht genutzt

Trotz mehrmaligem Anschreiben war der Discounter nicht bereit Stellung zu nehmen. Jedoch erzählt ein Mitarbeiter der Filiale, welcher anonym bleiben möchte, dass der Parkplatz wohl des Öfteren durch ortsansässige Baufirmen und LKWs besetzt war. „Die haben uns die ganze Waren-Anlieferung zu gestellt!“, berichtet der Mitarbeiter, während er weiter Waren ausräumt,

„Allerdings ist es wahr, dass die Umsetzung am Kunden manchmal etwas schwierig ist.“ Für Monika K hatte das ganze letztendlich doch noch ein gutes Ende. Sie hatte sich sofort an den zuständigen Kundenservice gewendet und bekam noch am gleichen Tag ihre Strafgebühr erlassen. Sie freut sich: „Ich war echt überrascht! Hätte nicht gedacht, dass das funktionieren würde.

„Monika K. versteht nun beide Seiten, trotzdem ist sie nicht zufrieden. Ihr Vorschlag: Ein Schrankensystem außerhalb der Geschäftszeiten. „Dann sollen sie ihren Parkplatz halt abends schließen. Das wäre dann auch fair für die wirklichen Kunden“, betont Frau K. noch einmal.

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