Festakt

Zentrum für verfolgte Künste ist eröffnet

Bundestagspräsident Norbert Lammert hielt bei der Eröffnung des Zentrums für verfolgte Künste die Festrede.
+
Bundestagspräsident Norbert Lammert hielt bei der Eröffnung des Zentrums für verfolgte Künste die Festrede.

Bei der Festveranstaltung würdigte Bundestagspräsident Norbert Lammert die nationale Bedeutung der Einrichtung.

Von Anja Kriskofski 

Ab heute ist das Zentrum für verfolgte Künste für Besucher zugänglich.

Sogar aus Israel und Polen waren Gäste nach Solingen gekommen, um dabei zu sein: Mit einem Festakt wurde am Dienstagabend das Zentrum für verfolgte Künste eröffnet. Unter den Rednern war auch Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert (CDU), der die nationale Bedeutung des Zentrums würdigte. Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) sprach in seiner emotionalen Rede von einem „denkwürdigen Tag. Er wird in die Geschichte unserer Stadt eingehen.“ Die Festveranstaltung fand im Theater und Konzerthaus statt. Per Shuttle-Bus wurden die Gäste danach zur Ausstellung ins Kunstmuseum gebracht.

Thomas Busch (links) und Dr. Dieter Fervers haben die Bürgerstiftung für verfemte Künste mitgegründet.

Norbert Lammert war bereits 2014 in Solingen zu Gast. Damals hielt er bei der Verleihung der Schärfsten Klinge die Laudatio auf Herta Müller. Durch das Zentrum werde die öffentliche Aufmerksamkeit auf einen lange vernachlässigten Teil der deutschen Geschichte gelenkt, die Verfolgung von Künstlern im Nationalsozialismus, aber auch in der DDR, betonte er gestern. „Das ist kein Thema, das wir für immer hinter uns gelassen haben.“ Kunst werde in unzähligen Ländern auch heute noch instrumentalisiert und zensiert – sogar in Europa. Lammert mahnte: „Menschlichkeit überlebt nur, wenn wir ihr Überleben sichern. Das ist unsere Aufgabe.“

Solingens OB ging in seiner Eröffnungsrede auf die vielen Mitstreiter ein, die jahrelang für das Zentrum gekämpft hatten: von Hugo Jahn von der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft bis hin zu Sammlern wie Dr. Gerhard Schneider. Und er zog Parallelen von den Verfolgten der Nazi-Zeit zu heutigen Flüchtlingen. „Wie viele Künstler sind wohl unter den Geflüchteten?“ Die Würde des Menschen müsse in jeder Sekunde verteidigt werden, mahnte er. Dass bislang 3000 Flüchtlinge in Solingen untergebracht wurden, werde von den Bürgern mitgetragen: „Wir brauchen aber ein Signal des Bundes, dass wir das gemeinsam schaffen.“

Festakt zur Eröffnung des Zentrums für verfolgte Künste

Eröffnungsakt des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier
Eröffnungsakt des Museums für verfemte Künste, zwei Stifter
 © Christian Beier
Eröffnungsakt des Museums für verfemte Künste
 © Christian Beier
Eröffnungsakt des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier
Eröffnungsakt des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier
Eröffnungsakt des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier
Eröffnungsakt des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier
Eröffnungsakt des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier
Eröffnungsakt des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier
Eröffnungsakt des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier
Eröffnungsfeier des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier
Bundestagspräsident Lammert
 © Christian Beier
Stifter Dr. Schneider und Dr. Christopf Humburg
 © Christian Beier
Stifter Dr. Schneider und Dr. Humburg
 © Christian Beier
Tim Kurzbach, Dr. Lammert und Frau Löhrmann bei der Eröffnungsgfeier des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier
Tim Kurzbach, Dr. Lammert und Frau Löhrmann bei der Eröffnungsgfeier des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier
Dr. Lammert bei der Eröffnungsgfeier des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier
Eröffnungsgfeier des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier
Eröffnungsgfeier des Museums für verfemte Kunst
 © Christian Beier

Die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne) fand persönliche Worte: „Als Solinger Bürgerin macht es mich stolz, dass wir mit dem Zentrum ein einzigartiges Projekt eröffnen.“ Als Schulministerin wolle sie, dass das Zentrum auch von Schülern genutzt werde. Es gebe kaum noch Zeitzeugen aus der Zeit des Nationalsozialismus und Jugendliche mit ausländischen Wurzeln hätten dazu keinen familiären Bezug. „Den müssen wir vermitteln.“

Zentrum arbeitet mit Museen unter anderem in Israel zusammen

Zu den Laudatoren zählte auch Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland. Der Landschaftsverband finanziert mit der Stadt Solingen den Betrieb des Zentrums. „Das ist ein Signal weit über die Grenzen des Rheinlands hinaus.“ 

Zentrum für verfolgte Künste

Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss
Verfemte Kunst
 © Uli Preuss

Die Solinger könnten stolz über die neue Einrichtung sein, die sich der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte widme. Zur Eröffnung ist auch eine Ausstellung über Frauen im Holocaust zu sehen, die von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem geschickt wurde. „Das ehrt uns besonders“, sagte Dr. Rolf Jessewitsch, Direktor des Zentrums.

Berührend war die Musik des Abends: Der Pianist Prof. Dr. Jascha Nemtsov spielte Stücke von verfolgten Komponisten. 

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Merscheid: Geheime Dreharbeiten im Industriemuseum
Merscheid: Geheime Dreharbeiten im Industriemuseum
Merscheid: Geheime Dreharbeiten im Industriemuseum
Diebin lässt sich im Supermarkt einschließen
Diebin lässt sich im Supermarkt einschließen
Diebin lässt sich im Supermarkt einschließen
E-Scooter: Solingen erhebt Gebühren ab 2022
E-Scooter: Solingen erhebt Gebühren ab 2022
E-Scooter: Solingen erhebt Gebühren ab 2022
Clanstreitigkeiten als Auslöser? - Massiver Polizeieinsatz am Samstagabend in Ohligs
Clanstreitigkeiten als Auslöser? - Massiver Polizeieinsatz am Samstagabend in Ohligs
Clanstreitigkeiten als Auslöser? - Massiver Polizeieinsatz am Samstagabend in Ohligs

Kommentare