Coronavirus

Zahlen steigen weiter: Stadt weitet Maskenpflicht aus

Laut Corona-Krisenstab sind zusätzliche Maßnahmen denkbar, auch für private Feiern.

Von Katharina Birkenbeul und Björn Boch

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt weiter an. Am Dienstag wurden 290 aktuell nachgewiesen Infizierte in Solingen gemeldet – zehn mehr als am Vortag. Der Inzidenzwert liegt derzeit bei 134,4. In einigen Regionen sind aufgrund einer Inzidenz von mehr als 200 weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus umgesetzt worden. Solingen gab am Dienstag eine Ausweitung der Maskenpflicht auf weitere Bereiche bekannt, vor allem in der Innenstadt. Zusätzliche Maßnahmen in den kommenden Tagen seien möglich, betonte die Stadt.

Die Verfügung präzisiert, wo genau die Maskenpflicht gilt. Sie greife die ersten Erfahrungen des Ordnungsdienstes und Hinweise aus der Bevölkerung auf, erklärte Stadtsprecher Lutz Peters. Zu den bereits bekannten und entsprechend ausgewiesenen Fußgängerzonen in Mitte, Wald und Ohligs kommt der belebte Abschnitt von Mummstraße und Kölner Straße dazu – von den Clemens-Galerien bis zum Hofgarten (weiterhin einschließlich Neumarkt und Graf-Wilhelm-Platz). Auf der Friedrich-Ebert-Straße in Wald gilt nun zwischen Kirche und Rathaus ebenso Maskenpflicht. Ausdrücklich festgelegt wird diese Pflicht nun auch noch einmal für den Ohligser Marktplatz.

Auch an den Busbahnhöfen in Mitte und Ohligs gilt jetzt ausdrücklich Maskenpflicht. Sie galt bisher bereits an allen anderen Bushaltestellen in der Stadt, weil 1,50 Meter Abstand dort meist nicht eingehalten werden können.

„Der Solinger Krisenstab verfolgt das Geschehen kontinuierlich und schließt nicht aus, dass es weitere Einschränkungen geben könnte – beispielsweise bei privaten Feiern“, bestätigte die Stadt auf Nachfrage. Eine Reduzierung auf 24 Personen in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus – wie es bereits in Wuppertal und Hamm der Fall ist –, sei denkbar. Dabei müsse jedoch sorgfältig abgewogen werden, ob und wie die Stadt in Grundrechte eingreifen kann. Die Unverletzlichkeit der Wohnung wird bislang als sehr hohes Grundrecht gewertet.

„Wir müssen den neuen Regeln auch einige Tage Zeit geben, um zu sehen, ob sie wirken. Wenn wir den Bürgern vorschreiben, wie viele Gäste sie in ihren eigenen Wänden empfangen dürfen, ist das ein bedeutender Eingriff in die Grundrechte. Das kann nur das letzte Mittel sein, wenn die Infektionszahlen immer weiter steigen und sich nicht anders senken lassen“, betonte Rechtsdezernent Jan Welzel (CDU).

Gleichzeitig baue die Stadt ihre Telefonteams beim Gesundheitsamt weiter aus – für Quarantäne-Betreuung und die Nachverfolgung von Infektionsketten. Das Team, das derzeit mehr als 60 Mitarbeiter umfasse, solle um weitere 30 Rathauskräfte auf dann 90 aufgestockt werden. Am Montag hatte die Stadt noch mit 80 Kräften geplant – diese Planungen werden immer wieder angepasst.

Solingen: Keine aktuellen Planungen für ein zweites Testzentrum

Die Mitarbeiter werden aktuell im Theater und Konzerthaus für telefonische Corona-Einsätze geschult, hieß es von der Stadt. Weitere Aufstockungen sollen folgen, um auf einen großen Pool an Mitarbeitern zurückgreifen zu können.

Jüngst wurde von der Stadt ein zweites Testzentrum angekündigt, die Planungen dafür sollten „forciert“ werden. „Zu dem Testzentrum gibt es keine aktuellen Überlegungen. Wir stehen mit Prof. Winfried Randerath aber in ständigem Austausch“, erklärte Stadtsprecherin Stefanie Mergehenn. Randerath leitet die Lungenfachklinik Bethanien, in der die meisten Tests durchgeführt werden.

In Solingen ist die 7-Tage-Inzidenz leicht auf 134,36 gesunken.

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