Zahl der Solinger in Quarantäne derzeit unklar

Fälle an Schulen nehmen weiter zu, Kinder werden klassenweise informiert

Von Simone Theyßen-Speich

Ein besorgter Blick der Stadt richtet sich auf die Entwicklung in den Schulen. Stand gestern war für 268 Lehrer und 2653 Schüler Quarantäne angeordnet. Davon waren 13 Lehrer und 73 Schüler positiv getestet.

In die von der Stadt auf ihrer Homepage gestern gemeldeten 2759 aktuellen Quarantänefälle sind diese Fälle aus den Solinger Schulen noch nicht eingepflegt. Zumindest teilweise, erklärte Ordnungsdezernent Jan Welzel (CDU) auf einer Pressekonferenz der Stadt, müssen die Quarantänefälle in der Schüler- und Lehrerschaft zur bislang veröffentlichten Quarantänezahl hinzuaddiert werden. Der Grund: Bei der großen Zahl an ausgesprochenen Quarantänen könne nicht mehr jeder Schüler einzeln informiert werden. „Die Allgemeinverfügung über die Quarantäne für eine komplette Klasse geht also an die Schulen. Die leiten die Information, quasi als Verwaltungshelfer, an die Lehrer und Schüler weiter.“

Diese Listen aus den Schulen müssen jetzt nach und nach mit der städtischen Quarantäne-Liste abgeglichen werden. „Das kann tageweise zu größeren Sprüngen bei den Zahlen führen“, so Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD).

Gemäß einer Empfehlung des Robert-Koch-Instituts soll die Zahl der Mitschüler, die im Fall eines positiv Getesteten in einer Klasse in Quarantäne geschickt werden, zukünftig differenzierter gehandhabt werden. „Wir können das auf engere Kontakte und Freunde reduzieren, weil die bisherigen Erkenntnisse gezeigt haben, dass Infektionsfälle in den Schulen zu keiner größeren Weiterverbreitung geführt haben“, erklärt Dr. Annette Heibges, Leiterin des Stadtdienstes Gesundheit.

Die große Zahl von aktuell 139 betroffenen Klassen und Kursen – tags zuvor waren es noch 114 – sowie acht Ganztagsgruppen sei aber für die Stadt weiterhin Grund, für das Solinger Modell mit halbierten Klassen zu kämpfen, betont Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne). „In kleineren Klassen könnte man entspannter und mit weniger Angst unterrichten.“ Das Land lehnt diesen Weg aber weiterhin ab (| Artikel unten).

Angesichts von aktuellen Infektionen innerhalb der Lehrerschaft möchte sie auch weiterhin „auf das Naheliegende hinweisen“, also auf Konferenzen und Tagungen mit größeren Gruppen zu verzichten und auch in Lehrerzimmern auf die geltenden Hygieneregeln zu achten.

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