Konzertreihe

Yoav Levanon lässt im Museum Klanggewitter toben

Konzertreihe „Junge Pianisten Elite“ im Meistermannsaal.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Mit „La Campanella“ setzte Yoav Levanon als letzte Zugabe ein ultimatives i-Pünktchen auf das dritte Saisonkonzert der Reihe „Junge Pianisten Elite“ des Kunstmuseums. Im ausverkauften Meistermannsaal hatte der erst 18-jährige Klaviervirtuose aus Israel zuvor tief beeindruckt. Zuletzt mit Gershwins „Rhapsody in Blue“, die er als bewussten Stilbruch seinem ansonsten durchgehend romantischen Programm anfügte.

Leicht und luftig präsentierte er diesen ersten symphonischen Jazz der Musikgeschichte und zelebrierte mit bemerkenswerter Souveränität die gewollten Brüche zwischen klassischer Harmonie und modernen, „schrägen“ Klängen.

Souveränität war auch das Stichwort für alles zuvor Gespielte. Meisterhaft, vom ersten Ton der „Variations sérieuses“ von Mendelssohn-Bartholdy über Schumanns „Fantasie C-Dur“ bis zum letzten Ton von Liszts h-Moll-Sonate hielt er das Publikum in geradezu atemlosen Bann. Vor den Stücken sammelte er sich jeweils konzentriert ein paar bemerkenswert längere Augenblicke, bevor er dann wie in einem Schaffensrausch musikalische Bilder in den Raum malte wie auf eine imaginäre Leinwand.

Mal streichelte er die Tasten zart und filigran, mal donnerte er hämmernd auf sie ein. Mal flossen perlende Übergänge lyrisch und sanft dahin, mal tobte buchstäbliches Klanggewitter, das beinahe zusammenzucken ließ ob seiner Heftigkeit. Insbesondere in Liszts Werk tobten unmittelbare emotionale Elemente, die das Auditorium in plötzlichen Wendungen mit durchs abenteuerliche, wuchtige Musikdrama voller Aufs und Abs nahmen.

Mit der beeindruckenden Mischung aus technischer Virtuosität und überzeugender Ausdruckskraft begeisterte Yoav Levanon ebenso wie mit seiner sympathischen Persönlichkeit. So sorgte er gleich am Anfang für Schmunzler, als er zu früh, mitten in die Begrüßung von Organisatorin Renate Holler, hereinplatzte oder sich am Schluss vom Orga-Team mit zu Herzen geformten Händen verabschiedete.

Termin: Das nächste Museumskonzert findet am Sonntag, 29. Januar, 19 Uhr, statt. Auf dem Programm stehen Werke von Schostakowitsch, Prokofjew, Beethoven und Debussy. Solistin ist Jeneba Kanneh-Mason. Tickets gibt es für 19/erm. 10 Euro (plus Gebühr).

www.solingen-live

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