90. Geburtstag

Wupperverband zieht Bilanz zum Abwasser

Die Kläranlage in Unterburg (kleines Foto von 1962) gehört zu den elf Anlagen, die der Wupperverband heute betreibt. Fotos: Wupperverband
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Die Kläranlage in Unterburg (kleines Foto von 1962) gehört zu den elf Anlagen, die der Wupperverband heute betreibt.

Seit 1943 betreibt das 1930 gegründete Unternehmen der Wupperanliegerstädte Kläranlagen.

Von Philipp Müller

Solingen. Der Wupperverband wird in Solingen seit einiger Zeit immer dann genannt, wenn es um den Hochwasserschutz in Unterburg geht. Die Arbeiten dafür stehen kurz vor dem Abschluss. Doch der Verband ist natürlich viel mehr. In diesem Jahr feiert die Gemeinschaft, die von den Anliegern der Wupper getragen wird, den 90. Geburtstag. Seit 1943 gehört auch das Reinigen von Abwässern zum Geschäft des Verbands. Im Rahmen seines Geburtstags weist der Wupperverband auf die hohen technischen und chemischen Voraussetzungen hin, die modernes Klären von Schmutzwasser bedeutet.

Wo wird das Solinger Schmutzwasser gereinigt?

Der Wupperverband führt das Wasser aus den Kanälen in gleich drei seiner Kläranlagen. Bis nach Leverkusen fließt es. Die Kläranlage Kohlfurth nimmt unter anderem Abwasser mit Fließrichtung zur Wupper von Meigen bis Ketzberg auf. In Unterburg speisen Kanäle von Remscheid, Solingen, Wermelskirchen und Leichlingen kommend die Klärbecken. Die drei Anlagen gehören zu den elf vom Wupperverband betriebenen, die 120 Millionen Kubikmeter Abwasser der Bevölkerung und der Unternehmen pro Jahr verarbeiteten.

Wie wird das Wasser gereinigt?

Der Wupperverband verweist in seiner Bilanz „Wo das Wasser wieder sauber wird“ auf die stetig wachsenden Herausforderungen an sauberes Wasser hin. Die Zeiten einer stinkenden Wupper seien längst vorbei. Seit Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre werde in den großen Kläranlagen Stickstoff und Phosphor entfernt. Der Verband erklärt deshalb: „Die Wupper ist heute wieder so sauber, dass selbst empfindliche Fischarten, zum Beispiel der Lachs, sich wohlfühlen.“

Was hat der Wupperverband in seinen Anlagen geändert?

Dazu führt der Verband beispielsweise die Verbesserung der Technik in Unterburg an. Seit 1962 bestehe dort ein mechanisches Klärwerk mit zwei beheizten Faulbehältern. 1977 bis 1980 wurde die Anlage zu einem biologischen Klärwerk einschließlich Schlammentwässerungsanlage ausgebaut und als mechanisch-biologische Kläranlage betrieben. 1996 startete die Erweiterung der Kläranlage. Die Neukonzeption beinhaltet ein kompaktes Belebungs- und Nachklärbecken. 2014 wurde das Blockheizkraftwerk erneuert.

Wo sieht der Wupperverband die Zukunft der Abwasserreinigung?

Grundsätzlich sei es schon lange so, dass die Kläranlagen „über die Jahrzehnte immer wieder an gesellschaftliche Erfordernisse und den Stand der Technik angepasst“ worden seien. Doch heute müsse sich die Wasserwirtschaft anderen Fragen stellen. Der Wupperverband führt dabei diese Themen in der Bilanz an: Spurenstoffe, Mikroplastik sowie multiresistente Keime stellten neue Herausforderungen dar. Vieles werde gerade durch die Forschung für die Praxis erkundet.

Was können Verbraucher und Firmen selbst unternehmen?

Der Wupperverband plädiert dafür, dass man nicht nur am Ende der Kette, also bei der Abwasserreinigung, ansetzen dürfe. „Es ist wichtig, auch am Anfang der Kette nach Lösungen zu suchen.“ Es gehe darum, schädliche Einträge in den Wasserkreislauf gleich zu Beginn zu vermeiden beziehungsweise zu reduzieren. „Stinkefrei“ für Leichlinger Schüler, wenn die Wupper zu stark verschmutzt war, gehörten zwar längst der Vergangenheit an, „aber auch die Zukunft muss im Blick bleiben.“.

Wupperverband

Für den Verband steht als öffentlich-rechtliches Unternehmen nicht die Gewinnorientierung, sondern der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser im Mittelpunkt.

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