Trockenheit

Wupperverband gibt weniger Wasser aus der Talsperre ab

Die Wupper-Talsperre, aufgenommen 2020 bei sehr niedrigem Wasserstand. Die Trockenheit spielt in dem Film ebenso eine Rolle wie die Flutkatastrophe im Juli 2021. Archivfoto: Roland Keusch
+
Die Wupper-Talsperre, aufgenommen 2020 bei sehr niedrigem Wasserstand.

Bezirksregierung genehmigt Plan – Grund ist Trockenheit.

Solingen. Durch Trockenheit im Juni, Juli und August hat sich der Wasservorrat in den Talsperren verringert. Aktuell sei die Hauptsperre der Wupper-Talsperre zu 55 Prozent gefüllt. Das teilte der Wupperverband am Montag mit. Aufgrund des geringeren Wasservorrats im Frühjahr und des gesunkenen Stauinhalts passe der Verband die Abgabe der Wassermenge an die Wupper daher an. Ein entsprechender Antrag sei nun von der Bezirksregierung genehmigt worden.

Die Genehmigung sieht vor, „dass der Verband die Wasserabgabe aus der Wupper-Talsperre bis 15. Oktober so steuern kann, dass am Pegel Kluserbrücke in Wuppertal statt zuvor 3500 Liter nun 3000 Liter pro Sekunde fließen“. Der Wasservorrat müsse – sofern kein ergiebiger Regen fällt – noch Monate ausreichen, um die Niedrigwasseraufhöhung zu gewährleisten.

Die Talsperren des Wupperverbandes erfüllen grundsätzlich zwei Funktionen: Sie sollen bei starkem Regen vor Hochwasser schützen – und bei wenig Niederschlag den Wasserstand der Wupper auffüllen können. Rund um das Hochwasser 2021 war der Verband scharf kritisiert und angezeigt worden. Der Vorwurf: Zu spät sei Platz in der Talsperre für die Starkregenmenge geschaffen worden. Ein Gutachten entlastete den Verband, die Staatsanwaltschaft Wuppertal sah keine Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten.

Qualität des Wassers wird häufiger untersucht

Dennoch hatte der Wupperverband zum zweiten Halbjahr 2022 Konsequenzen gezogen und die Talsperrensteuerung angepasst: So würden in der Wupper-Talsperre im Sommerhalbjahr 2022 mindestens 2,5 Millionen Kubikmeter Stauraum als Puffer für Starkniederschlag freigehalten. Bei Bedarf werde durch vorsorgliche Abgabe weiterer Puffer geschaffen. Zusätzlich blieben an der Bever-Talsperre (derzeit zu 84 Prozent gefüllt) mindestens 1 Million Kubikmeter Stauraum frei, ebenso an der Neye-Talsperre. „Mehr freier Stauraum bedeutet allerdings, dass weniger Wasser in der Wupper-Talsperre für die Niedrigwasseraufhöhung zur Verfügung steht.“

Der Verband werde die Reduzierung mit einem Gewässermonitoring begleiten. Die Wasserqualität werde an mehreren Stellen untersucht, teils täglich. „So wird kontinuierlich geprüft, ob die um 15 Prozent reduzierte Wasserführung im Fluss Auswirkungen auf die Wasserqualität hat.“

Ohne die Abgabe aus den Talsperren würde die Wupper während der Trockenperioden am Pegel Kluserbrücke nur etwa die Hälfte bis zwei Drittel dieser Wasserführung haben. Außerdem würde sie unterhalb der Kläranlagen zu einem Großteil aus gereinigtem Abwasser bestehen. Das Talsperrenwasser sorge also auch für eine Durchmischung. bjb

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

17-Jährige Solingerin leidet seit Corona-Impfung unter Autoimmunkrankheit
17-Jährige Solingerin leidet seit Corona-Impfung unter Autoimmunkrankheit
17-Jährige Solingerin leidet seit Corona-Impfung unter Autoimmunkrankheit
Oktoberfest im Festzelt am Weyersberg gestartet – die Gaudi dauert noch bis Sonntagabend
Oktoberfest im Festzelt am Weyersberg gestartet – die Gaudi dauert noch bis Sonntagabend
Oktoberfest im Festzelt am Weyersberg gestartet – die Gaudi dauert noch bis Sonntagabend
Weihnachtsdürpel steht auf der Kippe
Weihnachtsdürpel steht auf der Kippe
Weihnachtsdürpel steht auf der Kippe
Das Schwimmbad ist zu, der Kiosk auf
Das Schwimmbad ist zu, der Kiosk auf
Das Schwimmbad ist zu, der Kiosk auf

Kommentare