Wolfgang Manz fasziniert die Zuhörer mit Chopin

Vom Humboldtschüler zum Pianisten: Wolfgang Manz. Foto: Christian Ruvolo
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Vom Humboldtschüler zum Pianisten: Wolfgang Manz. Foto: Christian Ruvolo

Nicht enden wollender Applaus belohnte den Solinger Pianisten und die Symphoniker beim 6. Philharmonischen Konzert.

Von Klaus Günther

Trotz anfänglichen Erfolgs beim russischen Publikum, verteufelte Diktator Josef Stalin die Oper „Lady Macbeth von Mtsenk“ von Dmitri Schostakowitsch als „Miserables Machwerk“. Als Wiedergutmachung schrieb der geschlagene und plötzlich verfemte Komponist daraufhin seine 5. Sinfonie mit ihren großartigen Marschklängen. Wie weit aber dieses Werk dem offiziellen, kommunistischen Parteijubel entsprach, durfte man bezweifeln: wenn man aufmerksam zuhörte.

Dazu bot das 6. Philharmonische Konzert eine großartige Gelegenheit. Bevor aber dieses Werk erklang, gab es spätromantische Orchesterklänge und reizvolle Klavierläufe zu hören. Das Publikum konnte dazu den Pianisten Wolfgang Manz begrüßen, der sich seit seinem Abitur am Solinger Humboldt-Gymnasium zu einem international renommierten Solisten entwickelt hat. Er ist in den bedeutendsten Konzertsälen zu hören und bekleidet seit langem eine Professur an der Hochschule für Musik in Nürnberg. Neben seiner pädagogischen Tätigkeit ist er häufig Juror bei Pianisten-Wettbewerben. In Solingen spielte er brillant den Solopart des Klavierkonzertes Nr. 1 e-Moll von Frédéric Chopin. Das Konzert, welches der Komponist im Andenken an eine Liebesaffäre schuf, beginnt mit einer klanglich reizvollen Orchestereinleitung.

Am Dirigentenpult stand Anthony Bramall

Danach konnte Wolfgang Manz in den drei Sätzen seine Virtuosität und sein Ausdrucksvermögen glänzend zum Ausdruck bringen. Die begeisterten Zuhörer ließen ihn nicht ohne Zugabe gehen. Am Dirigentenpult der Bergischen Symphoniker stand diesmal Anthony Bramall. Wer sich das letzte Video des Orchesters angesehen hat, konnte dort feststellen, dass ihm die fünfte Sinfonie von Schostakowitsch sehr am Herzen liegt. So wurde dann die Interpretation der Bergischen unter seiner Leitung zu einem tief beeindruckenden Erlebnis.

Die üppige Besetzung, welche Schostakowitsch hier vom Orchester verlangt, aber auch die höchste Konzentration, die man vom Dirigenten wie von den Musikern erlebte, schlugen sich in einem Beifallsrausch nieder, der nicht enden wollte und die Musiker belohnte.

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