Konzert

Wolf Coderas Musik als Trost und Labsal für die Seele

Rund 70 Zuhörer bei „Church Chill“ in der Lutherkirche.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Dass am Freitagabend nur rund 70 Zuhörer in den Bänken der Lutherkirche saßen, mochte viele Gründe haben. Möglicherweise ist vielen Musikfreunden mit Blick auf den Krieg in der Ukraine nicht nach unterhaltender Zerstreuung. „Wir haben lange überlegt, ob wir heute wirklich spielen sollen“, sagte ein spürbar angefasster Wolf Codera in seinen Begrüßungsworten. „Aber wir möchten Musik als Trost und Labsal für die Seele gegen diese furchtbaren Bilder setzen.“

In diesem Sinne passte das angekündigte Programm „Church Chill“ wunderbar. Gute zwei Stunden lang nahm Codera mit seinen drei hochkarätigen Kolleginnen und Kollegen mit auf eine musikalische Reise, die gut tat und auf eine gewisse Weise tröstete. Pastellfarben kamen die groovigen Stücke voller stiller und einfühlsamer Wärme zum Auditorium und verteilten sich im stimmungsvoll violett ausgeleuchteten Kirchenraum.

Viktoria Miller beeindruckt mit ihrer voluminösen, klaren Stimme

Gemeinsam nahmen die vier Musiker das Publikum mit auf ihren musikalischen Abendspaziergang. Soulig und träumerisch schlenderten alle gemeinsam behutsam voran – bevor sie zwischenzeitlich ein bisschen mehr Tempo aufnahmen.

Sängerin Viktoria Miller beeindruckte mit ihrer voluminösen und klaren Stimme und Wolf Codera setzte mit Klarinette und Taragot immer wieder Akzente. Auch ein Ausflug ins Klezmer-Genre stieß beim Publikum auf große Begeisterung und wurde ausgiebig beklatscht.

Rhani Krija, Percussionist bei Sting, begeisterte mit der Vielfalt, die er seinem Set entlockte. Oft klopfte oder streichelte er die Membranen des Schlagwerks mit der flachen Hand statt mit Schlägeln, ließ Glockenspiele klingeln und Kastagnetten klacken. Donnernd applaudierte das Publikum für ein minutenlanges Solo.

Pianist Martin Drazek, Professor der Pop-Akademie der Folkwang Universität der Künste, trug ruhige Virtuosität, Sensibilität und Leidenschaft bei. Der freundliche Zwischenapplaus vom Konzertbeginn wurde im Laufe des Abends lauter, begeisterter und am Ende überschäumend.

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