Bezirksvertretung

Wohnungsbau in Wald: Anwohner haben Bedenken

Auf dem Gelände des Unternehmens Breuer & Schmitz will der Berliner Investor Kondor Wessels einen Gebäudekomplex mit 170 Wohnungen, Tiefgarage und einem Kindergarten bauen. Mit Details der Planung sind die Anwohner nicht einverstanden. Archivfoto: Michael Schütz
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Auf dem Gelände des Unternehmens Breuer & Schmitz will der Berliner Investor Kondor Wessels einen Gebäudekomplex mit 170 Wohnungen, Tiefgarage und einem Kindergarten bauen. Mit Details der Planung sind die Anwohner nicht einverstanden.

Im Zuge der Pläne auf dem Gelände des Unternehmens Breuer & Schmitz fordern die Solinger unter anderem mehr Parkplätze.

Von Kristin Dowe

Solingen-Wald. Szenenapplaus aus den Reihen der Zuhörer erntete Norbert Sänger am Montagabend in der Sitzung der Bezirksvertretung Wald, als er die Bedenken der Anwohner rund um das Bauprojekt auf dem Gelände der Firma Breuer & Schmitz zusammenfasste. Dieses verlegt seinen Standort innerhalb Solingens – auf dem frei werdenden Grundstück will das Berliner Immobilienunternehmen Kondor Wessels einen Wohnkomplex mit 170 Wohnungen sowie eine Kindertagesstätte errichten. Das Investitionsvolumen für das unter dem Titel „Greeen“ firmierende Projekt beträgt rund 59 Millionen Euro.

Der Investor hat in Solingen bereits mit weiteren Projekten – etwa im O-Quartier in Ohligs, oder auf dem früheren Evertz-Gelände in Mitte – von sich reden gemacht. Im März dieses Jahres hatte die Bezirksvertretung einen Dringlichkeitsbeschluss zur Bauleitplanung Rembrandtstraße / Locher Straße gefasst, der unter anderem vorsah, die Öffentlichkeit frühzeitig in die Planung einzubeziehen. Der Genehmigung dieses Dringlichkeitsbeschlusses stimmten die Bezirksvertreter nun einstimmig zu.

Ferner haben die Anwohner bereits im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsverfahrens zu den Plänen Position bezogen. Für problematisch hält Norbert Sänger vor allem die künftige Parksituation im Bereich der Locher Straße und der Henriettenstraße, die schon jetzt bereits sehr angespannt sei. „Ein Parkplatz pro Wohnung ist zu wenig“, ist der Solinger überzeugt. „Die Wohnungen sind besonders für Leute aus Düsseldorf oder Köln interessant, die hier auf der Suche nach vergleichsweise günstigem Wohnraum sind. Und die pendeln eben.“ Auch eine ebenfalls geplante Tiefgarage unter dem künftigen Wohnkomplex werde kaum Abhilfe schaffen. Ursprünglich hatte der Investor sogar deutlich weniger Stellplätze vorgesehen als in der aktuellen Planung.

Kräftigen Gegenwind gab es seitens der Anwohner auch im Hinblick auf die früheren Absichten des Unternehmens, den Wohnkomplex sechsgeschossig zu bauen. Inzwischen ist von einer drei- bis viergeschossigen Bebauung die Rede. Die abgespeckte Variante kommt auch Bezirksvertreter Immo Jähner (CDU) sehr entgegen: „Das Gebäude muss nach Wald passen. Wir haben bisher nicht solche Riesenbauten bei uns im Ortskern.“

Solingen-Wald: Anwohner wünschen sich Berücksichtigung von Umweltaspekten

Eine andere Befürchtung der Anwohner ist, dass die neuen Wohnungen nicht zum originären Charakter des Stadtteils passen und sich nicht harmonisch in das Umfeld des Walder Kottens einfügen könnten. „Es wäre schade, wenn dort nichts mehr an die über 100-jährige Geschichte der Firma Breuer & Schmitz erinnert“, gibt Norbert Sänger weiter zu bedenken. Außerdem sollen bei dem Bauvorhaben nach dem Wunsch der Anwohner Umweltaspekte berücksichtigt werden. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Michael Klaas (CDU) sicherte den Anwohnern die volle Unterstützung der Politik zu – und gab sich gleichzeitig optimistisch: „Wir bleiben da am Ball“, versprach Klaas. Er hatte am Montagabend SPD-Bezirksbürgermeisterin Birgit Zeier vertreten, die aus terminlichen Gründen verhindert war. Grundsätzlich sei es sinnvoll, neuen Wohnraum zu schaffen, „aber wir sollten im Walder Rahmen bleiben“.

„Wir sollten im Walder Rahmen bleiben.“

Michael Klaas, stellvertretender Bezirksbürgermeister

Derweil gab Kerstin Mager-Stanowski, Leiterin der Abteilung Städtebauliche Planung bei der Stadt, der Bezirksvertretung einen Einblick in den Stand der Verhandlungen mit Kondor Wessels. Auf die Forderung der Politik nach mindestens 30 Prozent Sozialwohnungen hin sei das Unternehmen mit der Bitte an die Stadt herangetreten, einen Träger beziehungsweise einen Käufer für den Wohnkomplex zu finden.

Generell warb Mager-Stanowski um etwas Geduld. „Es gab Gespräche zu den fachpolitischen Aspekten mit dem Investor. Es ist alles im Fluss.“ Das Verfahren sei kleinteilig und komplex, voraussichtlich werde die Verwaltung im kommenden Quartal in der Lage sein, der Politik erste Zwischenergebnisse zu präsentieren.

Projekt „Greeen“

Der Startschuss für die Bauarbeiten soll frühestens Ende 2021 fallen. Die künftigen Wohnungen verfügen über eine durchschnittliche Größe von 75 bis 80 Quadratmetern. Die geplante Kindertagesstätte soll vier Gruppen umfassen, teilt das Kondor Wessels mit.

Die 170 Wohnungen, die der Berliner Investor Kondor Wessels in Wald bauen will, passten gut in das Handlungskonzept Wohnen der Stadt Solingen, sagt Baudezernent Hartmut Hoferichter (parteilos).

Auch abseits der Pläne von Kondor Wessels sowie Sam Jordan ist vieles in Bewegung – etwa an der Friedrich-Ebert-Straße.

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