Witte Gruppe feiert 50-jähriges Bestehen still, aber mit Stolz

Kurt-Reiner Witte und Claudia Fleck-Witte zeigen zwei Jubiläumsscheren und das Geschenk der Auszubildenden zum Jubiläum. Foto: Christian Beier

Familienunternehmen trotzt der Krise

Von Philipp Müller

Gerne hätte Claudia Fleck-Witte das 50-jährige Jubiläum der Witte Gruppe zusammen mit ihrem Vater Kurt-Reiner Witte zur Monatsmitte gefeiert. Doch das machten weder die Corona-Beschränkungen noch die wirtschaftliche Lage möglich. Der Spezialist für Haarscheren hatte seit März einen starken Umsatzeinbruch erlebt. „Aber wir können jetzt deutlich mehr Mitarbeiter aus der Kurzarbeit für einige Zeit herausholen“, freut sich die Geschäftsführerin über wachsende Nachfrage nach den Produkten der Firmengruppe an der Beethovenstraße.

Nicht nur Scheren für den Friseursalon werden dort hergestellt. Unter dem Marken-Label „Rose Line“ werden auch Scheren für Tierhaare angeboten. Hundesalons gehören so zum Kundenstamm. Aber auch dort gilt, der Vertrieb geschieht über den spezialisierten Großhandel. Das Online-Geschäft habe man zwar im Blick und bediene es über eine Solinger Plattform, aber die Kunden wollten die Scheren zunächst in die Hand nehmen, hat Fleck-Witte beobachtet.

Online-Handel war im Juni 1970 noch nicht einmal als Idee vorhanden, als Kurt-Reiner Witte die heute als Gruppe agierende Firma gründete. Zwei Jahre zuvor hatte er durch den frühen Tod seines Vaters als 23-Jähriger 50 Prozent an einer Stahlwarenfirma geerbt. Zwischen ihm und den Mitgesellschaftern stimmte schnell die Chemie nicht. Er verkaufte und legte mit fünf Mitarbeitern an der Merscheider Straße unter eigenem Namen los. Erfolgreich: Schnell eroberte er den USA-Markt.

„Wir fertigen ausschließlich in Solingen.“

Claudia Fleck-Witte und Kurt- Reiner Witte, Geschäftsführung

1975 zog das Unternehmen an die Felder Straße, kaufte das Gelände neben der Theodor-Heuss-Schule. Witte übernahm 1978 die Firma Daniel Peres, die durch ihr Gründungsjahr 1792 zu den drei ältesten Manufakturen Solingens gehört. 1980 wurde in den USA eine Vertriebsgesellschaft mit einem Partner gegründet, der dem Unternehmen aber am Ende durch „krumme Geschäfte in die eigene Tasche“ geschadet habe, erinnert er sich.

Das Unternehmen erholte sich davon, baute seine Markt-Stellung in den USA aus und konsolidierte seine Position bei den Hundehaarscheren als Global Player. 2014 erfolgte der Umzug in die heutigen Produktions- und Verwaltungsräume an der Beethovenstraße. Schon seit 2007 sitzt Claudia Fleck-Witte mit ihrem Vater an der Spitze der Gruppe. Mit 25 Mitarbeitern wird heute der Auftragsbestand bearbeitet. „In der Spitze waren es 154 Leute“, sagt Witte. Doch moderne Fertigungsmethoden würde heute weniger Personaleinsatz erfordern.

Heute sind Claudia Fleck-Witte und ihr Vater auf eins besonders stolz: „Wir fertigen ausschließlich in Solingen.“ Eine solche Qualität zahle sich auf Dauer immer aus.

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