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Wirtschaftsjunioren: Digitalisierung ist das große Thema

Benjamin Dietrich ist neuer Vorstandsvorsitzender und Kreissprecher der Solinger Wirtschaftsjunioren. Foto: Leon Sinowenka
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Benjamin Dietrich ist neuer Vorstandsvorsitzender und Kreissprecher der Solinger Wirtschaftsjunioren.

Benjamin Dietrich ist der neue Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren.

Solingen. Im Herbst des vergangenen Jahres machte der „Solinger Weg“ Schlagzeilen. Benjamin Dietrich hofft, dass der Begriff die Corona-Pandemie überdauert – wenn auch mit gewandelter Bedeutung. Dem 33-Jährigen schwebt vor, dass mit dem Schlagwort mittelfristig nicht mehr die Kombination von Präsenz- und Online-Unterricht assoziiert wird. Sondern ein hoher Digitalisierungsgrad der Schulen in der Stadt. Zu dieser Entwicklung möchte der am Montagabend bei einer digitalen Mitgliederversammlung gewählte, neue Vorstandsvorsitzende und Kreissprecher der Solinger Wirtschaftsjunioren beitragen.

Seit 2014 ist Dietrich Mitglied des Vereins. Der Familienvater arbeitet für die Interroll Holding GmbH mit Sitz in Wermelskirchen. Bei dem auf Logistik und Materialfluss spezialisierten Unternehmen ist er als Vertriebsleiter tätig. Sein Lebensmittelpunkt ist allerdings Solingen. Seiner Heimatstadt kehrte er lediglich zum Studium des Wirtschaftsingenieurwesens zwischenzeitlich den Rücken.

„Der digitale Wandel in Schulen ist von zentraler Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Solingen.“

Benjamin Dietrich, Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren

Der 33-Jährige ist von den Vorzügen der Klingenstadt überzeugt. Zahlreiche vielversprechende Projekte seien im Gange, die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Initiativen funktioniere gut. Ein Schlüsselthema, um die Attraktivität des Standorts zu steigern, sei die Beschleunigung des digitalen Wandels in Schulen. „Dieser Aspekt ist von zentraler Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Solingen“, verdeutlicht Dietrich. Deshalb gehöre es zu den Aufgaben der hiesigen Wirtschaft, die Entwicklung aktiv voranzutreiben.

Die Corona-Krise zeige schonungslos auf, dass die Digitalisierung – vor allem in den Schulen – nicht nur infrastrukturell, sondern auch konzeptionell verschlafen wurde. „Aktuell spürt man aber, dass Bewegung in der Sache ist. Dieses Momentum müssen wir nutzen. Die Digitalisierung ist keine pandemiebedingte Zwischenlösung“, betont der frischgebackene Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren.

Der Verein ist auf diesem Feld bereits umtriebig. Zum einen unterstützen die Mitglieder das Projekt „Hey Alter“. Dabei werden ausgemusterte, aber gut erhaltene Computer für bedürftige Schüler umgerüstet. Auf der anderen Seite sind die Wirtschaftsjunioren maßgeblich an einem Projekt an der Grundschule Bogenstraße und dem Gymnasium Schwertstraße beteiligt. Dort soll unter anderem in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung eine Art Blaupause entstehen, wie sich die Schuldigitalisierung infrastrukturell und konzeptionell umsetzen lässt. „Unsere große Hoffnung ist, dass sich das Know-how aus diesen beiden Leuchtturmprojekten auf andere Standorte übertragen lässt“, erläutert Benjamin Dietrich.

Wissenstransfer ist auch das Ziel des WJ-Campus, der im vergangenen Jahr seine Premiere feierte. Zum Auftakt organisierten die Wirtschaftsjunioren Kurse und Workshops für Schüler der Alexander-Coppel-Gesamtschule, deren Praktika coronabedingt nicht hatten stattfinden können.

Am kommenden Samstag, 27. Februar, steht die nächste Veranstaltung des WJ-Campus an. Beim Aktionstag „DigiABC“ erhalten Schüler und Lehrer kostenlose und individuelle Unterstützung von Solinger Unternehmen bei IT-Herausforderungen. Zudem finden Lehrer-Schulungen für die Video-Plattform Microsoft Teams statt. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Dietrich. Wer ein IT-Problem hat, kann sich noch bis Mittwoch um Mitternacht für den Aktionstag anmelden unter:

www.wj-campus.digital

Die Schuldigitalisierung ist nicht das einzige Thema für die Wirtschaftsjunioren. So möchten sich die Mitglieder weiterhin dafür einsetzen, dass die Wochenmärkte in der Stadt in Solinger Hand bleiben. Und sie wollen die angeschlagenen Einzelhändler beim Weg aus der Krise unterstützen. „Dabei müssen wir das Rad nicht auf eigene Faust neu erfinden“, betont Benjamin Dietrich. Vielmehr gehe es darum, die Probleme in Zusammenarbeit mit anderen Solinger Initiativen anzupacken.

Wirtschaftsjunioren Solingen

Mitglieder: Die Wirtschaftsjunioren Solingen haben derzeit 25 ordentliche Mitglieder und 74 Fördermitglieder. Letztere haben die Altersgrenze von 40 Jahren überschritten, stehen aber weiterhin mit dem Verein in Kontakt. Hinzu kommen 14 Interessenten auf eine Mitgliedschaft.

Vorstand: Den Vorstand bilden Kreissprecher Benjamin Dietrich (Interroll Holding GmbH), Stellvertreterin Nina Postler (Deutsche Bank AG), Deborah Breuer (Hugo Boos GmbH & Co. KG) als Immediate Past President sowie Kassenwart Christian Rempel (Wigger Fenster und Fassaden GmbH).

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