Wirtschaft

Zwilling: Investitionen in Digitalisierung zahlen sich in der Krise aus

Der Vorstand der Werhahn-Gruppe (v. l.): Finanzvorstand Stephan Kühne, Alexander Boldyreff und Paolo Dell’Antonio. Foto: Wilh. Werhahn KG
+
Der Vorstand der Werhahn-Gruppe (v. l.): Finanzvorstand Stephan Kühne, Alexander Boldyreff und Paolo Dell’Antonio.

Werhahn-Gruppe steigert ihren Umsatz auf 3,73 Milliarden Euro.

Von Manuel Böhnke

Solingen/Neuss Der Corona-Krise zum Trotz blickt die Werhahn-Gruppe auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Der Neusser Mischkonzern, zu dem das Solinger Traditionsunternehmen Zwilling gehört, konnte seinen Umsatz 2020 von 3,6 auf 3,73  Milliarden Euro steigern. Zu den größten Gewinnern gehörte mit einem Plus von 15 Prozent der Geschäftsbereich Zwilling Küche. „Unsere Investitionen in die Digitalisierung haben sich bezahlt gemacht“, erklärt Paolo Dell’Antonio, Sprecher des Werhahn-Vorstands.

Seit mehr als 50 Jahren ist die Wilh. Werhahn KG Alleinaktionärin von Zwilling. Die weiteren Sparten der Gruppe sind neben den Konsumgütern (Zwilling Küche, Zwilling Beauty Group) Baustoffe (Natursteine, Schiefer) sowie Finanzdienstleistungen (abcfinance, Bank11, Yareto).

Nicht mehr Teil des Konzerns ist die United Salon Technologies GmbH (UST) mit Sitz an der Ketzberger Straße. Ende April hat Werhahn den Betrieb mit seinen Marken Jaguar und Tondeo an die Certina-Gruppe verkauft. „Wir haben in den letzten Jahren wichtige Schritte gemacht“, betont Dell’Antonio mit Blick auf die Entwicklung des Herstellers für Friseurbedarf. Obwohl Salons und Fachhändler während des Lockdowns schließen mussten, lag der Umsatz 2020 mit 22 Millionen Euro nur leicht unter dem Vorjahr. Dennoch sei man zu dem Schluss gekommen, dass sich UST in einem anderen Umfeld langfristig besser entwickeln könne.

Anders ist die Situation bei Zwilling Küche. Dieser Geschäftsbereich erzielte 2020 einen Rekordumsatz von 744 Millionen Euro (2918: 645). Treiber für das gute Ergebnis war vor allem das Geschäft in den USA, dem für Zwilling wichtigsten Markt. Dort ist eine Schnittstelle zwischen den Online-Shops lokaler Händler und dem Zwilling-Sortiment geschaffen worden, die sich positiv auf das Geschäft auswirkte. „Das Konzept All Zwilling wollen wir zeitnah in anderen Ländern ausrollen“, kündigt Paolo Dell’Antonio an. Auch in China habe der Online-Handel zu einem deutlichen Umsatzplus geführt. In Deutschland konnten die Online-Umsätze dagegen die Ausfälle im stationären Handel nicht ausgleichen.

Anders als das Küchen-Segment bekam die Zwilling Beauty Group die Corona-Auswirkungen zu spüren. Der Umsatz sank von 85 auf 82 Millionen Euro. Doch auch in diesem Bereich seien wichtige Erlöse im Online-Geschäft erzielt worden.

Werhahn plant, weiter in Digitalisierung zu investieren. Der Digital-Campus in Solingen wird von einer auf drei Etagen erweitert. Zudem sei vorgesehen, neue Mitarbeiter einzustellen. Aktuell beschäftigen sich 50 Spezialisten an der Grünewalder Straße mit den Themen Business Intelligence, Marketing und Sales sowie Social Media.

Die Investition ins Online-Geschäft sei nicht als Abkehr vom stationären Fachhandel zu verstehen, betont Dell’Antonio. „Unsere Kunden erwarten, unsere Produkte sowohl im Internet als auch in den Geschäften vor Ort zu finden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Schmelzer hat Sprung nie bereut
Schmelzer hat Sprung nie bereut
Schmelzer hat Sprung nie bereut
Job-Xpress will 50 Arbeitsplätze in der Kundenbetreuung schaffen
Job-Xpress will 50 Arbeitsplätze in der Kundenbetreuung schaffen
Job-Xpress will 50 Arbeitsplätze in der Kundenbetreuung schaffen
Reifen Meisen setzt auf Lkw und Transporter
Reifen Meisen setzt auf Lkw und Transporter
Reifen Meisen setzt auf Lkw und Transporter
Ebbtron will kreative Köpfe zusammenbringen
Ebbtron will kreative Köpfe zusammenbringen
Ebbtron will kreative Köpfe zusammenbringen

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare