Zulieferer einigt sich auf Gehaltsverzicht und Standortgarantien

KSM fertigt unter anderem Getriebeteile. Archivfoto: Michael Sieber
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KSM fertigt unter anderem Getriebeteile. Archivfoto: Michael Sieber

KSM Casting Group schließt Sanierungstarifvertrag mit der IG Metall

Von Sven Schlickowey

RADEVORMWALD Der Automobilzulieferer KSM Castings Group mit Standorten in Radevormwald und Wuppertal hat sich mit seiner Belegschaft auf einen Sanierungstarifvertrag geeinigt. Die Vereinbarung mit einer Laufzeit von fünf Jahren sieht unter anderem einen Lohnverzicht der Mitarbeiter aber auch Standortgarantien und Investitionen in Zukunftstechnologien vor. Nun muss dem Vertrag noch die Gläubigerversammlung zustimmen.

Stimme die zu, „könnte das Schutzschirmverfahren in wenigen Wochen erfolgreich abgeschlossen werden“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die KSM Castings Group GmbH, Hersteller von Leichtbau-Gusskomponenten aus Aluminium und Magnesium für Fahrwerk, Getriebe und Motoren, hatte im Juli ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt.

Vereinbart zwischen Arbeitgeber und IG Metall wurden Garantien für alle deutschen Standorte. Zudem sind betriebsbedingte Kündigungen nach dem geplanten Abbau von 328 Jobs, der gestreckt über mehrere Monate erfolgen wird, ausgeschlossen. Im Gegenzug verzichten die Mitarbeiter auf acht bis zehn Prozent ihres Bruttogehalts. Dies solle „im Wesentlichen durch die Absenkung von Sonderzahlungen, Zuschlägen und Prämien erzielt“ werden. „Betriebliche Gewinne in den Jahren 2022 bis 2025, die über den Planungen liegen, werden zur Hälfte an die Mitarbeiter ausgeschüttet.“

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten mit dem Gehaltsverzicht einen sehr wichtigen Beitrag, um KSM wieder zurück auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zu bringen“, sagt CEO Dr. Zhihua Zhu. Dafür gebühre der Belegschaft Dank. „Mit dem Sanierungstarifvertrag können wir die verbleibenden Arbeitsplätze sichern und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine langfristige Perspektive geben.“ Auch weil der Gesellschafter zugesagt habe, in den kommenden Jahren 95,1 Millionen Euro zu investieren, insbesondere in Zukunftstechnologiebereichen wie E-Mobility.

Die KSM Castings Group beschäftigt mehr als 2000 Mitarbeiter an fünf Produktionsstandorten in Deutschland und Tschechien. Im Jahr 2019 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 360 Millionen Euro. Zu den Kunden zählen Automobilhersteller und OEM-Anbieter, also Erstausrüster, wie Volkswagen, Daimler, BMW, ZF, Benteler und Bosch.

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