Wo der Handel geht, könnte Fertigungsstätten die Lücke schließen

Uta Schneider von der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Foto: cb
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Uta Schneider von der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

BSW und andere Partner wollen ein Netzwerk zur Urbanen Produktion knüpfen

Von Daniel Neukirchen

BERGISCHES LAND Wie sieht eine Innenstadt aus, in der wieder mehr produziert wird? Welche versteckten Talente schlummern im Bergischen? Mit diesen Fragestellungen beschäftigen sich die Bergische Struktur- und Wirtschaftsfördergesellschaft (BSW), die Wirtschaftsförderung Wuppertal und das Projekt „Neue Urbane Produktion“, das auf dem Utopiastadt Campus angesiedelt ist. Uta Schneider, Geschäftsführerin der BSW, erklärt die neuen Partnerschaft, deren Teilnehmer sich seit 2020 regelmäßig treffen: „Unser Ziel ist es, ein Netzwerk aufzubauen und daraus neue Ideen zu generieren. Und Leute zu finden, die sie verwirklichen.“

So wollen die Akteure den Strukturwandel der Stadt eng begleiten und beispielsweise dort in der Innenstadt Neues entstehen lassen, wo Altes weggefallen ist. Konkret könnte das beispielsweise heißen, dort, wo durch schwindenden Einzelhandel Lücken entstanden sind, neue Produktionsstätten entstehen zu lassen. Die Projektbegleiter denken dabei etwa an kleine Betriebe wie eine Schokoladenmanufaktur oder eine Näherei. Schneider sagt: „Früher haben Leben und Produktion in einem Haus stattgefunden. Inzwischen ist das oft weit auseinandergezerrt.“

Doch es hat Vorteile, wenn Leben und Arbeit wieder im Stadtinneren zusammenkommen. Einer ist etwa die Reduzierung von Pendler-Verkehr. Die städtische Wirtschaftsförderung, die mit dem Zusatz „4.0“ mit im Boot sitzt, sieht auch noch einen anderen Positiv-Effekt. Projektmanagerin Theresa Oesterwinter sagt: „Wir wollen die Resilienz der Stadt gegenüber Krisen erhöhen, indem wir sie unabhängiger von äußeren Einflüssen machen.“

Noch befindet sich das Projekt ganz am Anfang. Aber das Forschungsprojekt „UrbaneProduktion.Ruhr“ hat bereits vorgemacht, wie Produktion vor Ort, Vernetzung und Kreislaufwirtschaft funktionieren können. Die „Urbanistin“ Annette Bathen berichtet: „Es braucht Bündnisse und Partnerschaften.“ Und man brauche auch eine „Kultur des Mutes“ – besonders bei den Verwaltungsmitarbeitern. Bathen sagt: „Es gibt keine Blaupause für die Bierbrauerei in der Garage.“

Um Akteure zu finden und zu vernetzen sowie allgemein auf das Thema „Urbane Produktion“ aufmerksam zu machen, haben sich die Beteiligten ein Rahmenprogramm und eine Ausstellung ausgedacht, verteilt auf sechs leerstehende Ladenlokale in der Wuppertaler Rathausgalerie. Am heutigen Freitag, am Samstag und am Montag werden dort unter anderem Siebdruck, Tonarbeiten und Nähen gezeigt.

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