Verlässlicher als das menschliche Auge

Das Start-up Sentin mit (v. l.) Maximilian Topp, Arkadius Gombos, den Geschäftsführern Kai Lichtenberg und Christian Els sowie Dominik Nestler entwickelt eine automatische Bildprüfung für die Industrie. Foto: Michael Schütz
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Das Start-up Sentin mit (v. l.) Maximilian Topp, Arkadius Gombos, den Geschäftsführern Kai Lichtenberg und Christian Els sowie Dominik Nestler entwickelt eine automatische Bildprüfung für die Industrie. Foto: Michael Schütz

Sentin hat Software zur Bildprüfung entwickelt. Sie basiert auf Künstlicher Intelligenz.

Von Michael Kremer

Das Bergische Land ist für Christian Els und Kai Lichtenberg eine „extrem interessante Region“. Darum haben die beiden Geschäftsführer der Sentin GmbH auch keinen Moment gezögert, als ihnen angeboten wurde, vom Coworkit im Gründer- und Technologiezentrum aus die Unternehmen in der Region zu betreuen. Hauptsitz ihrer Firma, eine Ausgründung der Ruhr-Universität, bleibt Bochum.

Auf das Bergische Land sind sie durch den Berg-Pitch aufmerksam geworden, bei dem sie ihre automatische Bildprüfung für die Industrie einem größeren Publikum präsentieren konnten. Dabei ist die hiesige Industrie auch auf das im Januar gegründete Start-up aufmerksam geworden. Mehrere Firmen interessierten sich für die von ihnen entwickelte visuelle Inspektion zur Qualitätssicherung und testen sie.

Interessant sei das Bergische Land für Sentin insbesondere durch dessen mittelständisch geprägte Wirtschaft, der Zielgruppe des Start-ups. In Solingen sei deshalb laut Els vor allem die Schneidwarenindustrie im Fokus seiner Firma. In vielen dieser produzierenden Industrieunternehmen werde laut Lichtenberg „sehr häufig noch jedes Teil in die Hand genommen, begutachtet und nach Fehlern untersucht“. Mit der von Sentin entwickelten Analyse-Software funktioniert das automatisch – auf der Basis von Künstlicher Intelligenz. „KI ermöglicht eine Fehlererkennung, die mit herkömmlicher Software nicht machbar ist“, beschreibt er die Vorteile gegenüber der klassischen Bildanalyse.

Darüber hinaus seien nach Angaben des Firmengründers durch das KI-Verfahren „deutlich komplexere Dinge als mit herkömmlicher Bilderkennung möglich“ – zumal das Verfahren auch auf Röntgen-Basis funktioniere. „Dadurch sind dann auch Fehler in fertigen Werkstücken erkennbar“, sagt Lichtenberg. Als Beispiel nennt der 34-Jährige die Prüfung von Schweißnähten bei Rohren.

Menschliche Prüfung hängt auch von der Tagesform ab

Ein weiterer Vorteil der KI-gestützten Bildprüfung sei nach Angaben von Sentin-Mitgründer Arkadius Gombos die Zeitersparnis. „Ein menschlicher Prüfer kann maximal 30 Minuten prüfen und braucht dann eine 15-minütige Pause“, sagt der 33-Jährige. Außerdem, ergänzt Lichtenberg, hänge bei einer menschlichen Prüfung das Ergebnis oftmals auch von der Tagesform des Prüfers ab.

Durch die Bildanalyse-Software können nach Angaben des 30 Jahre alten Els sowohl Verarbeitung als auch Oberflächen kontrolliert werden. Beides führe nach den Worten des 24 Jahre alten Sentin-Mitgründers Maximilian Topp zum gleichen Erfolg: „Wenn Fehler vor der Auslieferung erkannt werden, gibt es weniger Kundenreklamationen.“

Knapp ein halbes Jahr nach der Firmengründung haben die vier Gründer mit Dominik Nestler (26) bereits einen ersten Mitarbeiter eingestellt. Ihn kennen sie noch aus der gemeinsamen Zeit bei Bosch, wo alle fünf vorher in der gleichen Abteilung gearbeitet haben.

SENTIN

ANSCHRIFT Sentin GmbH, Gründer- und Technologiezentrum Solingen, Coworkit, Grünewalder Straße 29-31, 42657 Solingen

KONTAKT Christian Els, Tel. (01 73) 6 64 08 94; Kai Lichtenberg, Tel. (0 15 16) 4 90 45 89

www.sentin.ai info@sentin.ai

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