Klimaneutralität

Umweltschutz rückt in der Industrie in den Fokus

Am BIA-Sitz in Solingen sind bereits großflächige Photovoltaikanlagen im Einsatz. Archivfoto: Christian Beier
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Am BIA-Sitz in Solingen sind bereits großflächige Photovoltaikanlagen im Einsatz.

Solinger Automobilzulieferer BIA hat sich auf den Weg in Richtung Klimaneutralität gemacht.

Von Manuel Böhnke

Solingen. In der Vergangenheit ging es beim Energiesparen in erster Linie um die Kosten. Das erklärte Dr. Markus Dahlhaus gestern beim zweiten Online-Info-Forum der Solinger BIA-Gruppe. „Jetzt geht es auch um CO2-Einsparungen“, betonte der Geschäftsführer Technik. Bei der live ins Internet übertragenen Veranstaltung erklärte der Automobilzulieferer, welche Maßnahmen er in Sachen Umwelt- und Klimaschutz ergreift.

2019 hat der Spezialist für Kunststoff- und Galvanotechnik begonnen, seine Emissionen in CO2-Äquivalente umzurechnen. Das Ziel sei, diese jährlich um fünf Prozent zu reduzieren, erläuterte Johannes Groß, der Beauftragte für Energiemanagement. Dazu wurden verschiedene Projekte angestoßen. Im Gewerbegebiet Scheuren betreibt BIA beispielsweise drei Photovoltaikanlagen. Außerdem soll der Fuhrpark des Unternehmens vollständig auf Elektromobilität umgestellt werden. Auch LED-Beleuchtung und energieeffizientere Maschinen sind Faktoren, um den CO2-Verbrauch zu reduzieren.

„Als Industrieunternehmen wird es uns aber nie gelingen, auf null zu kommen“, räumte Johannes Groß ein. Deshalb beschäftige man sich mit geeigneten Kompensationsmaßnahmen. Im Frühjahr dieses Jahres hatte BIA angekündigt, dass der eingeschlagene Weg bis 2025 zur Klimaneutralität führen soll.

Kunststoff soll mehr als einmal glänzen

Gleichzeitig zeigte sich der Zulieferer bemüht, seine Produkte „umweltfreundlich und nachhaltig“ zu gestalten. Wie es für die Bauteile nach Ablauf ihrer Gebrauchsdauer weitergehen kann, erläuterte Dr. Markus Häp, Technologiemanager Automotive. Er zeigte die BIA-Recyclingstrategie anhand verchromter Bauteile auf. Das verwendete Metall sei bereits heute „unendlich recycelbar“. Auch bei den verwendeten Kunststoffen habe man Fortschritte gemacht. Das Ziel sei, das aufbereitete Material nicht der thermischen Verwertung zuzuführen, sondern es ohne Downcycling, also Qualitätsverlust, erneut einsetzen zu können.

„Wir wollen unsere eigenen Materialien so wiederverwenden, dass der Kunde den Unterschied nicht merkt“, gab Häp als Messlatte aus. Das Vorbild dabei sei die Papierindustrie, der genau dieser Prozess bereits gelungen sei. Oder wie es Markus Dahlhaus ausdrückte: „Kunststoff kann öfter glänzen als einmal im Leben.“

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