Mit umgebauten Maurerkellen-Griffen durch die Krise

„Schubsi“ ist direkt über die Website von Haromac erhältlich, ein Paar kostet 12,95 Euro. Foto: Haromac

Der Werkzeughersteller Haromac hat als Reaktion auf das Coronavirus ein neues Produkt auf den Markt gebracht: den „Schubsi“.

Von Wolfgang Weitzdörfer

HÜCKESWAGEN Not macht erfinderisch. Das gilt auch für die Hückeswagener Werkzeugfabrik Haromac. Die stellt eigentlich Maurerzubehör, etwa Kellen oder andere Werkzeuge für den Bau, her – in der Corona-Krise hat man aber teilweise umgesattelt. Das neueste Produkt in der Palette des Familienunternehmens hat mit dem Bauhandwerk gar nichts zu tun: Der „Schubsi“ ist vielmehr eine unmittelbare Reaktion auf die Corona-Krise.

Die Idee, wie es meist bei solchen Ideen ist, kam Prokurist Michael Molitor ganz plötzlich. „Ich war am 24. März einkaufen, da ging es mit den Vorsichtsmaßnahmen so langsam los. Ich wollte keinen Einkaufswagen, habe ihn dann aber mit den Ärmeln über den Händen doch zum Auto geschoben“, erzählt er.

Viele Firmen stellen derzeit ihre Produktion um

Am nächsten Tag habe er in den Nachrichten gehört, dass immer mehr Betriebe neue Wege gingen. „Etwa, dass Autohersteller Beatmungsgeräte bauen oder Kleiderfirmen ihre Produktion auf Atemmasken umgestellt haben“, sagt er. Da habe er sich gefragt: „Was können wir machen?“ Dann seien ihm die Griffe der eigenen Maurerkellen eingefallen. Das war sozusagen die Geburtsstunde des „Schubsi“, wie Molitor sagt.

Der „Schubsi“ besteht aus zwei Holzgriffen, an denen jeweils eine Klemme befestigt ist. „Die Griffe werden einfach an jeden beliebigen Einkaufswagen geklemmt, und so kann man diese bewegen, ohne dessen Griff berühren zu müssen“, erläutert der Prokurist. Die Weiterentwicklung der Idee zum fertigen Produkt sei im Dreierteam geschehen, bestehend aus Molitor, Geschäftsführer Oliver Lück und dessen Tochter.

Das Ziel, das die Werkzeugfirma mit dem „Schubsi“ verfolgt, ist vor allem, die Verbreitung des Coronavirus zu stoppen. Auch solle „Schubsi“ möglichst vielen Menschen zur Verfügung stehen – daher sei er bewusst günstig gehalten.

Der „Schubsi“ soll Kurzarbeit bei Haromac verhindern

Zudem habe der Griff für den Einkaufswagen natürlich den Effekt, dass das Unternehmen weiter produzieren könne, so Molitor. Auch Zulieferer könnten weiter arbeiten – wie etwa der Handwerksbetrieb, der die „Schubsi-“Griffe drechselt. Molitor: „Wir wollen Kurzarbeit verhindern, die haben andere Unternehmen weit nötiger. Der ‚Schubsi’ ist unser Beitrag, der Gesellschaft etwas zurückzugeben.“

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