Neues Projekt der Handwerkskammer Düsseldorf

Übernahmen im Handwerk: Viele Firmen suchen einen neuen Chef

Arnd Krüger ist Kreishandwerksmeister für Solingen und Wuppertal. Er sagt: „Wir suchen händeringend Nachwuchs.“ Archivfoto: Michael Schütz
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Arnd Krüger ist Kreishandwerksmeister für Solingen und Wuppertal. Er sagt: „Wir suchen händeringend Nachwuchs.“

Zahlreiche zum Teil bestens etablierte Unternehmen in der Region suchen bald einen neuen Chef.

Von Sven Schlickowey und Manuel Böhnke

Bergisches Land. Darauf weist die Handwerkskammer Düsseldorf hin – und hat nun ein neues Projekt ins Leben gerufen, um Übernahmeinteressierte besser zu beraten. „Karrierescout Handwerk – Führungskräfte gewinnen, entwickeln, vernetzen“ findet unter anderem am 22. April und am 11. Mai statt.

Denn der Bedarf sei überaus groß, sagt die Handwerkskammer: „In den nächsten fünf bis zehn Jahren stehen 25 Prozent der nordrhein-westfälischen Handwerksunternehmen zur Übergabe bereit.“ Zahlen, die Kreishandwerksmeister Arnd Krüger für die Region bestätigen kann: „In Solingen und Wuppertal wären das mehr als 1000 Betriebe.“ Das Problem gebe es nicht nur in einzelnen Gewerken. Jobs im Handwerk gelten Krüger zufolge gemeinhin noch immer als uncool. Außerdem fehle es an Kräften, die Verantwortung für eine Firma übernehmen wollen.

„Das muss sich dringend ändern. Schließlich brauchen wir Leute, die anpacken“, betont der Kreishandwerksmeister. Zumal die Übernahme eines bestehenden Betriebs Vorteile bietet, wie die Kammer erklärt: „Im besten Fall ist dieser am Markt und in der Region etabliert, verfügt über eingespielte Mitarbeiter und einen festen Kundenstamm.“ All dies könne den Einstieg erleichtern. „Finden Betriebe keine Nachfolger, geht all das verloren“, bekräftigt Arnd Krüger.

Doch auch mögliche Nachteile und Herausforderungen will das Projekt Karrierescout nicht ausblenden: Gründer hätten die Möglichkeit, mit ihrem Unternehmen zu wachsen, sagt die Handwerkskammer. „Während Betriebsnachfolger sofort ihr gesamtes Können beweisen müssen.“

„Karrierescout Handwerk“ ist als Online-Workshop angelegt. Hier sollen Handwerker erfahren, welche Voraussetzungen sie für die Übernahme eines Unternehmens mitbringen sollten. Zudem gebe es einen ersten Einblick in das Thema Betriebsnachfolge, heißt es in einer Mitteilung: „Interessenten können sich auch persönlich durch die Karrierescouts beraten lassen und gemeinsam einen Weg in die Nachfolge entwickeln.“ Arnd Krüger begrüßt das Programm: „Wir suchen alle händeringend Nachwuchs.“ Man müsse deshalb zudem klären, wie sich Betriebe und potenzielle Nachfolger zusammenbringen lassen. Denkbar sei beispielsweise eine Art Börse.

Die Kammer hat viele Informationen zum Thema online zusammengefasst, hier ist auch eine Anmeldung für „Karrierescout Handwerk“ möglich.

hwk-duesseldorf.de/ nachfolge-existenzgruendung

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