TWK: Die nächste Generation übernimmt das Ruder

Generationenwechsel: Ramona und Kurz Waizmann haben ihren Betrieb an die Söhne Tim und Kay weitergegeben. Foto: Christian Beier
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Generationenwechsel: Ramona und Kurz Waizmann haben ihren Betrieb an die Söhne Tim und Kay weitergegeben.

Zulieferbetrieb für die Schneidwarenindustrie rüstet sich für die Zukunft

Von Manuel Böhnke

Solingen Die Solinger Schneidwarenindustrie hat viele klangvolle Namen. Doch abseits der über die Grenzen der Klingenstadt hinaus bekannten Unternehmen gibt es sie noch: kleine Zulieferbetriebe, die weitestgehend im Hintergrund agieren. Einer von ihnen ist die Solinger Firma TWK. An der Mangenberger Straße hat mit Kay und Tim Waizmann jüngst die zweite Generation das Ruder übernommen.

Bis vor kurzem war die Firma unter dem Namen Theodor Heinz bekannt. Er trug die Verantwortung für den 1923 gegründeten Betrieb seit 1974. Als er 20 Jahre später in den Ruhestand ging, übergab er das Unternehmen seinem langjährigen Mitarbeiter Kurt Waizmann, der nun den Weg für seine Söhne frei gemacht hat.

Nicht verändert hat sich im Laufe der Jahrzehnte das Geschäft von TWK. „Wir stellen Küchenmesser in alter Form her“, erklärt Kurt Waizmanns Ehefrau Ramona. Sie kümmert sich um die Kundenbetreuung. Die Klingen werden geschliffen und mit dem Griff zusammengefügt. Reiden nennt man diesen Arbeitsschritt. Im Anschluss wird das Messer ausgemacht, wobei es seine endgültige Form erhält, und abgezogen, also für den Gebrauch geschliffen. Auf Wunsch können auf der Klinge mit Lasertechnik individuelle Schriftzüge oder Logos verewigt werden.

Auf diese Weise entstehen bei TWK bis zu 1,5 Millionen Messer pro Jahr – per Hand. Nur größere Klingen lassen die Waizmanns andernorts schleifen. Das Unternehmen zählt vier Beschäftigte. Hinzu kommen die Familienmitglieder.

Ein Großteil der Kunden kommt aus Solingen, doch auch Abnehmer aus Nord- und Süddeutschland sind dabei. Hohe Materialkosten und die Corona-Pandemie erschweren das Geschäft des Familienunternehmens. Die Nachfrage von Marktbeschickern, früher eine große Kundengruppe, sei eingebrochen.

Modernisierung ist geplant, doch Handwerk bleibt Handwerk

TWK fertigt ausschließlich für andere Firmen. Überlegungen, mit einer eigenen Marke an die Öffentlichkeit zu gehen, habe es vor vielen Jahren zwar gegeben. „Dafür sind wir aber nicht geboren. Zudem würden das unsere Kunden nicht verzeihen“, sagt Ramona Waizmann.

So bleibt der Betrieb seiner Rolle als Zulieferer treu. Daran wird sich unter der neuen Führung nichts ändern. Auch das Handwerk an sich wird an der Mangenberger Straße auf traditionelle Weise fortgeführt. „Ein bisschen modernisieren möchten wir aber schon“, sagt Tim Waizmann. Seit 1999 arbeitet der 43-Jährige im elterlichen Betrieb. Wie sein Vater ist er hauptsächlich für den technischen Part verantwortlich.

Sein vier Jahre jüngerer Bruder Kay ist am 1. April dieses Jahres ins Unternehmen eingetreten. Zuvor war er in der CNC-Branche tätig. „Ich wollte einfach mal einen anderen Weg einschlagen“, sagt er. Bei TWK legt er den Fokus auf administrative Aufgaben. Unter anderem hat er Entwicklungen in Sachen IT-, Lager- und Buchhaltung angestoßen.

„Es ist toll, dass die Jugend übernimmt“, sagt Ramona Waizmann. Vollständig zurückziehen möchten sich sie und ihr Mann jedoch vorerst nicht.

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