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Start-up möchte Zeltmöglichkeiten am Wupperweg anbieten

Nina Heyder sucht Grundstücke entlang der Wupper, auf denen Menschen ihre Zelte aufstellen dürfen.
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Nina Heyder sucht Grundstücke entlang der Wupper, auf denen Menschen ihre Zelte aufstellen dürfen.

Plattform „Zelt zu Hause“ sucht neue Gastgeber im Bergischen Land.

Von Manuel Böhnke

Bergisches Land. 125 Kilometer ist der Wupperweg lang. Von Börlinghausen in Marienheide führt er in neun Etappen bis nach Leverkusen – immer dem „Bergischen Amazonas“ entlang. Nina Heyder hat ein ehrgeiziges Ziel: Sie möchte mit ihrer Firma „Zelt zu Hause“ die Route „als einen der ersten Fernwanderwege in Deutschland“ vollständig mit Zeltmöglichkeiten erschließen. Dafür sucht sie Eigentümer, die Aktivurlaubern auf ihrem Grundstück eine Übernachtungsmöglichkeit anbieten.

Anfang 2020 hat die gelernte Fotografin das Start-up im Solinger Co-Working-Space Coworkit gegründet. Nach zwölf Jahren in der Medienbranche kündigte sie 2015 ihren Job und erfüllte sich einen Traum – drei Jahre lang reiste sie um den Planeten. Eine Erkenntnis dabei: Während es an vielen Orten auf der Welt problemlos möglich ist, wild zu zelten, gestaltet sich die Lage in Deutschland wesentlich komplizierter. Auch die Bereitschaft, Campern auf Privatgrundstücken eine Herberge zu bieten, sei im Ausland ausgeprägter. Das möchte Heyder ändern. Ihr Ziel: Wanderern die Möglichkeit zu geben, ihr Zelt auch abseits von Campingplätzen aufzuschlagen. „Ich hatte schon immer den Traum, einmal ortsunabhängig und selbstständig zu arbeiten“, berichtet die 38-jährige Wuppertalerin. Dieser Antrieb und ihre Geschäftsidee mündeten in der Gründung von „Zelt zu Hause“. Die Plattform ist gewissermaßen ein Airbnb für Zeltende und Camper. Die einen können ihr Grundstück zur Verfügung stellen, die anderen einen Platz buchen. Rund 230 Gastgeber deutschlandweit umfasst das Netzwerk inzwischen. „Wir sind permanent gewachsen“, erzählt die Gründerin, die hauptberuflich in einer Marketingagentur arbeitet. Doch sie macht keinen Hehl daraus, dass die Pandemie die Entwicklung des jungen Unternehmens verzögert habe: „Vieles ging nicht so richtig weiter.“

Nun möchte die 38-Jährige, die eng mit dem Verein Bergisches Land Tourismus Marketing zusammenarbeitet, angreifen. Wer sein Grundstück für Zelttouristen oder Camper öffnen möchte, kann ein Inserat auf der Plattform veröffentlichen. „Jedem ist selbst überlassen, wie viele Zusatzleistungen er anbieten möchte“, betont Nina Heyder. Dabei denkt sie beispielsweise an Grills oder Duschmöglichkeiten. Zugang zu einer Toilette zu gewährleisten oder eine Campingtoilette zur Verfügung zu stellen, sei dagegen sehr erwünscht.

Einige Gastgeber entlang des Wupperweges gibt es bereits. Weitere seien willkommen, betont Nina Heyder. Vor allem hofft sie auf Grundstücke, die in unmittelbarer Nähe der Route liegen. Sie ist überzeugt: Die Art zu Reisen verspreche nicht nur für Aktivtouristen spannende Erlebnisse und Begegnungen, sondern auch denjenigen, die ihre Gärten und Grundstücke öffnen.

www.zeltzuhause.de

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