Solinger Projektentwickler plant „Klimaschutzsiedlungen“

Vorhaben in Leichlingen-Dierath wird von der dortigen Verwaltung kritisch gesehen

Von Manuel Böhnke

Solingen/Leichlingen Seine Ziele sind groß. Mit einem Bauprojekt in Leichlingen-Dierath möchte André Kleinpoppen einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Die Vision des Solinger Projektentwicklers ist es, „eine nachhaltige, zukunftsorientierte Siedlung zu realisieren“. Doch das Vorhaben ist nicht unumstritten.

1987 hat Kleinpoppen seine Projektgesellschaft gegründet. Laut eigenen Angaben ist das Unternehmen vor allem mit der „Entwicklung von Grundstücken für eine Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel“ spezialisiert. Im Bereich Wohnbau liege der Fokus auf „Klimaschutzsiedlungen“. Entsprechende Vorhaben seien etwa in Kürten, Velbert und Odenthal geplant. Dabei arbeiten die Solinger mit der Solar Quartier GmbH und ihrem Geschäftsführer Michael Schäfer zusammen. „Wir können uns vor Anfragen kaum retten“, sagt Kleinpoppen.

In Leichlingen hält sich die Begeisterung in Grenzen, zumindest bei der Verwaltung der Blütenstadt. Die Verantwortlichen sprechen sich gegen das Projekt in Dierath aus. Hintergrund ist die Maßgabe, neue Siedlungen in Außenbereichen zu vermeiden. Dennoch hat sich die Politik nach hitziger Debatte für das Vorhaben ausgesprochen. Nun soll im ersten Quartal 2022 ein Einleitungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan formuliert werden.

Permakultur-Fläche soll allen Leichlingern offenstehen

Kleinpoppen hofft, dass der Bebauungsplan in ein bis eineinhalb Jahren steht. Die Erschließung nehme im Anschluss vier bis sechs Monate in Anspruch, die Bauzeit betrage ungefähr ein Jahr. Im Optimalfall könnten die ersten Bewohner also Mitte 2024 einziehen.

Der 63-Jährige möchte einer von ihnen sein. Er hat vor, eines der acht Wohnhäuser zu beziehen. Erneuerbare Energieträger sollen den Bedarf der Siedlung decken. Erfüllen möchte Kleinpoppen dieses Ziel mit Photovoltaikanlagen „auf allen nutzbaren Dachflächen“. Sie sollen den Strombedarf für Wärmepumpen, Elektromobilität und privaten Verbrauch decken. „In der Bilanz erreichen wir eine 100-prozentige Versorgung aus dem Areal selbst“, ist Kleinpoppen sicher.

In seinen Plänen spielen auch Stromspeicher, Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge und hohe Dämmstandards eine Rolle. Darüber hinaus lege er großen Wert darauf, dass „ökologisch-nachhaltig und möglichst regionale Baustoffe“ verwendet werden.

Bislang wird das mehr als 17 000 Quadratmeter große Areal in Dierath als Ackerfläche genutzt. Die Bebauung soll auf einem Viertel entstehen. Auf der übrigen Fläche sieht Kleinpoppen eine Permakultur-Gartengestaltung vor, unterschiedliche natürliche Lebensräume. Sie sollen als Treffpunkt, Erholungsraum, Spiel- und Arbeitsbereich sowie zum Gärtnern offenstehen.

Kleinpoppens Idee: Das Permakulturgebiet dient als ökologische Ausgleichsfläche für die Versiegelung. Die Stadt Leichlingen sieht das anders. „Mit einer Ausgleichsfläche sollen Eingriffe in die Natur kompensiert werden; der Permakulturgarten stellt neben der Wohnbebauung einen weiteren Eingriff dar.“

Zugleich bemängelt die Verwaltung, dass die Klimaschutzaspekte zwar interessant, jedoch nicht umfassend genug dargestellt seien. Gleichzeitig fehle eine Zertifizierung als „Klimaschutzsiedlung“. André Kleinpoppen verteidigt sein Konzept: „ „Das wird eine Klimaschutzsiedlung, die ihren Namen verdient.“

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