Hochgesteckte Ziele

Solingens Zukunft liegt im 3D-Druck

Nicht nur Schrauben und Muttern werden künftig im 3D-Druck produziert. Für Werner Koch, Manager des Solinger 3D-Netzwerkes, ist es die Technologie der Zukunft. Darum sei es immens wichtig, dass die Stadt Solingen dort in der ersten Reihe stehe. Foto: Uli Preuss
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Nicht nur Schrauben und Muttern werden künftig im 3D-Druck produziert. Für Werner Koch, Manager des Solinger 3D-Netzwerkes, ist es die Technologie der Zukunft. Darum sei es immens wichtig, dass die Stadt Solingen dort in der ersten Reihe stehe.

Die neue Technologie macht rasante Fortschritte. Netzwerk will die Stadt an die Spitze bringen.

Von Michael Kremer

Weltweit steht das Markenzeichen „Made in Solingen“ für Qualität in der Klingen- und Schneidwarenproduktion. Einen ähnlichen Stellenwert soll zukünftig das Gütesiegel „Created in Solingen“ bekommen – wenn Werner Koch seine hochgesteckten Ziele erreichen kann. Der Manager des Solinger 3D-Netzwerkes legt beim neuen Markenzeichen allerdings Wert auf die Schreibweise „Creat3D in Solingen“.

Das 3D-Netzwerk ist eine Initiative der Wirtschaftsförderung Solingen und nach seiner Gründung im Juni 2015 bereits Deutschlands stärkstes Netzwerk für 3D-Technologien. Von Anfang an als Netzwerkmanager mit dabei, Werner Koch. Derzeit gehören dem Netzwerk mehr als 540 Unternehmen, Universitäten und Institute an. Die Bandbreite der Mitgliedsfirmen reicht dabei von den ganz Großen wie Deutsche Telekom und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt über den Tüv Rheinland bis hin zum kleinen Ein-Mann-Start-up.

Voraussetzung für die kostenlose Mitgliedschaft ist laut Koch „ein Interesse an 3D-Technologien“. So sind Anwender, Hersteller und Dienstleister vertreten, wobei es ursprünglich als regionales Netzwerk gedacht war. Mittlerweile sind die Verbindungen international geworden. Bis Großbritannien und in die USA reichen die Beziehungen.

„Wir haben aber weiter die Solingen-Brille auf“, betont Koch. Dabei denkt der 60-Jährige insbesondere daran, die Klingenstadt als Know-how- und Wissensstandort sowie als Aus- und Weiterbildungszentrum zu etablieren. Im Hinterkopf schwebt dabei der Gedanke, dass sich innovative Start-ups dort ansiedeln wollen, wo bereits Kompetenz vorhanden ist – also in Solingen.

Astronauten arbeiten schon mit Werkzeug aus dem 3D-Drucker

Die Stadt säße dann ganz vorn im Zug in Richtung Zukunft. Dass der 3D-Druck die Zukunft ist, daran hat Koch keinen Zweifel. „Es kommen ständig neue Produkte auf den Markt“, sagt er. Bei der US-amerikanischen Weltraumbehörde Nasa sei es ebenso ein Thema wie auf der internationalen Raumstation ISS. Dort haben die Astronauten auch schon ein dringend benötigtes Werkzeug selbst produziert.

3D-NETZWERK

ZIELE Das Solinger 3D-Netzwerk soll die gemeinsame Nutzung von Informationen, Know-how und Kapazitäten im 3D-Druck am Standort Solingen (und Umgebung) vorantreiben, um somit wirtschaftliche Vorteile für die Netzwerkteilnehmer zu erzielen. Dabei soll Transparenz über die vorhanden Kapazitäten hergestellt werden sowie eine verstärkte Einbindung weiterer Unternehmen erfolgen.

3D-DRUCK Mit dieser sogenanntes additiven Fertigung können Modelle, Prototypen, Werkzeuge und Endprodukte schnell und kostengünstig gefertigt werden.

„Gedruckt werden kann überall“, sagt Koch. Dem Produktionsstandort komme deshalb in Zukunft weniger Bedeutung zu. „Die Hauptwertschöpfung findet zukünftig da statt, wo die Idee entstanden ist“, ist der Netzwerk-Manager überzeugt. Deshalb sei es wichtig, dort den Fuß in der Tür zu haben. „Die Kompetenz in Solingen zu haben, wäre extrem sinnvoll und wichtig“, fährt er fort. Das würde dann auch weitere Kreise ziehen, denn „Kompetenz zieht Kompetenz an“.

Zwar steht die 3D-Technologie noch am Anfang einer rasanten Entwicklung, aber „der technische Fortschritt schreitet immer schneller voran“, sagt Koch. Damit verbunden sei ein Preisverfall bei den Produktionskosten. Dauert die Herstellung eines Werkstücks heute noch Stunden, „werden wir bald erleben, dass man die Dinge in Sekunden herstellen kann“, erklärt Koch. Im Labor funktioniere das schon.

Wenn also jeder, jederzeit und überall selbst sein Produkt herstellen kann, kommt denjenigen eine größere Rolle zu, die dem 3D-Drucker die Vorlagen liefern. „Das ist das Produkt-Design“, sagt Koch. Deshalb müsse Solingen zusehen, die Kompetenz in diesem Bereich in der Stadt zu haben. „Da, wo sich die Besten knubbeln, wird zukünftig die Musik spielen“, sagt Koch.

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