Corona-Krise

Unternehmer warten wochenlang auf Soforthilfe

Thomas Grigutsch (IHK) macht Hoffnung. Archivfoto: Andreas Boller
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Thomas Grigutsch (IHK) macht Hoffnung.

Kleinere Betriebe fürchten wegen ausbleibender Zahlungen um ihre Existenz.

Von Andreas Tews

Solingen. Bei der Auszahlung der Corona-Soforthilfen läuft beim Land Nordrhein-Westfalen nicht alles glatt. Dies ist offenbar nicht nur auf die Betrugsfälle zurückzuführen, bei denen Daten, die Firmen über das Internet eingegeben hatten, abgefangen wurden. Etliche kleine Unternehmen im Bergischen Land warten auf ihr Geld, obwohl ihre Anträge längst bewilligt sind.

Nach Angaben der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) haben allein aus dem Bergischen Land 15 000 Firmen Anträge auf Corona-Soforthilfen gestellt. Landesweit waren es laut NRW-Wirtschaftsministerium mehr als 330 000. Minister Andreas Pinkwart (FDP) hatte Anfang der Woche eine positive Zwischenbilanz gezogen. 80 Prozent der Antragsteller hätten ihr Geld bereits auf dem Konto. Im Schnitt sei dies innerhalb von acht Tagen geschehen.

Zu denen, die noch auf einen Eingang auf ihrem Konto warten, zählt der Friseur Raffael Bianchi. Für seinen Salon im Solinger Stadtteil Ohligs haben er und seine Mitgesellschafterin nach seinen Angaben am 27. März Soforthilfen beantragt. Am Folgetag sei bereits der Bewilligungsbescheid eingegangen. Seitdem habe sich nichts getan. Auf Nachfragen hat Bianchi die Antwort erhalten, er solle sich gedulden. Einen neuen Antrag müsse er nicht stellen. Mit den Betrugsfällen – wegen denen hatte die Landesregierung das Verfahren zwischenzeitlich unterbrochen – haben die Verzögerungen nach Bianchis Einschätzung nichts zu tun. Die Kontonummern auf dem Bewilligungsbescheid stimmen mit der des Geschäftskontos überein. Bianchi betont, dass er auf die Zahlungen dringend warte: „Meine Existenz ist gefährdet.“

Ähnlich äußerten sich in den vergangenen Tagen auch andere Unternehmer aus dem gesamten bergischen Großstädtedreieck. „Das ist derzeit das Thema bei unserer Hotline“, berichtet Thomas Grigutsch, der bei der Bergischen IHK die Vorgänge im Zusammenhang mit der Corona-Krise koordiniert. Für die 20 Prozent der Betriebe, die bisher kein Geld erhalten haben, hat er aber eine gute Nachricht: Die Bezirksregierung habe zugesichert, dass die Summen bis Ende dieser, spätestens aber in der kommenden Woche überwiesen werden.

Bei der Behörde in Düsseldorf befinden sich laut Grigutsch noch 7000 E-Mails zu den Anträgen in der „Warteschleife“. Unternehmern, die auf ihr Geld warten, empfiehlt er zu prüfen, ob die Angaben im Bewilligungsbescheid – zum Beispiel die Kontonummern – mit den selbst gemachten Angaben übereinstimmen. So könne man zumindest ausschließen, dass Betrüger kassiert haben, die Daten abgefangen und geändert haben.

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