Beruf

Tischler suchen trotz der Corona-Krise noch Auszubildende

Tischler-Azubis werden gesucht. Archivfoto: Doro Siewert
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Tischler-Azubis werden gesucht.

Bereits in wenigen Tagen beginnt das neue Ausbildungsjahr.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Es vergehen nur noch wenige Tage, bis das neue Ausbildungsjahr beginnt. Wer jetzt noch keine Stelle hat, schaut in die Röhre? Weit gefehlt. Zu den üblichen Startterminen am 1. August und 1. September sind Hm Tischlerhandwerk in Remscheid, Solingen und Wuppertal noch Ausbildungsplätze frei. Das teilt die Remscheider Tischler-Innung mit.

Martin Stracke, Obermeister der Innung, befürchtet, dass 2020 mehr Plätze als im Vorjahr frei bleiben. „Viele Berufsmessen und Praktika, die wichtig sind, um unsere Betriebe mit Bewerbern zusammenzubringen, sind in diesem Jahr ausgefallen“, erklärt er. Claus-Dieter Merx sieht die Corona-Krise allerdings nicht als einzigen Grund für die Situation. „Auch als Messen noch stattgefunden haben, hatte es das Handwerk da schwer“, sagt der stellvertretende Obermeister der Solinger Tischler-Innung. Viele der jungen Besucher hätten sich eher für den Schritt Richtung Abitur interessiert.

Freilich lässt sich jedoch auch damit eine Tischler-Lehre beginnen. Formal ist aber ein Hauptschulabschluss ausreichend. Das Tischlerhandwerk ziehe jedoch Schulabgänger aller Schulformen an, sagt Stracke: „Es gibt unter unseren Azubis auch viele Abiturienten und zunehmend Studienabbrecher, die sich neu orientieren. Und wir haben auch Quereinsteiger, die nach einigen Jahren im Büro lieber in der Werkstatt arbeiten wollen, wo sie ein konkretes Ergebnis in der Hand haben.“

Stracke erklärt, welche weiteren Voraussetzungen angehende Tischler mitbringen sollten: „Er oder sie sollte natürlich Lust darauf haben, mit unserem wichtigsten Werkstoff Holz zu arbeiten. Auch mit Mathe sollten Interessenten nicht gerade auf Kriegsfuß stehen.“ Außerdem sei für den Job ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen nötig.

Auch in anderen Branchen gibt es noch freie Stellen

An Arbeit wird es den Azubis wohl nicht mangeln – der Corona-Krise zum Trotz. Im Vergleich zu anderen Branchen habe das Tischlerhandwerk die Krise – mit einigen Ausnahmen im Messe- und Ladenbau – bisher ziemlich gut gemeistert, erklärt Martin Stracke: „Die Auftragsbücher waren vor der Krise meist gut gefüllt und jetzt macht sich bemerkbar, dass die Menschen in den letzten Monaten viel zu Hause waren.“ Einige Menschen haben sich seiner Beobachtung nach, dazu entschlossen, „ihre Küche erneuern zu lassen, die Fenster auszuwechseln oder andere Modernisierungen beim Tischler in Auftrag zu geben“. Merx bestätigt diese Beobachtung.

Mit der Suche nach Auszubildenden stehen die Tischler in der Region nicht alleine da. Bereits im Juni hatte Carmen Bartl-Zorn erklärt: „Aktuell fehlen uns eher die Bewerber als die Ausbildungsstellen.“ Die Leiterin des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung bei der Bergischen IHK vermutete damals, wegen schlechter Nachrichten aus der Wirtschaft würden viele Schüler glauben, eine Bewerbung lohne sich nicht. Dabei seien die meisten Unternehmen weiterhin gewillt auszubilden.

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