Start Up

Studentin kämpft mit individueller Mode gegen Fast Fashion

Produktion, Lager, Büro und Fotostudio von Laurelle’s befinden sich noch in Laura Weiners Elternhaus. Foto: Christian Beier
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Produktion, Lager, Büro und Fotostudio von Laurelle’s befinden sich noch in Laura Weiners Elternhaus.

Mit der Marke Laurelle’s hat die 20-jährige Laura Weiner den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Kreativität hat für Laura Weiner schon immer eine große Rolle gespielt. Wer sie zu Hause besucht, läuft an einer Staffelei vorbei. Im Raum daneben steht die Nähmaschine der 20-Jährigen. „Ich liebe es, mich künstlerisch auszutoben“, erzählt die Solingerin. In den vergangenen Monaten hat sie ihr Hobby sukzessive professionalisiert. Mir ihrem Unternehmen Laurelle’s möchte die Studentin negativen Entwicklungen in der Modebranche entgegenwirken.

Der Startschuss fiel mit einer Stoffmaske. In der ersten Phase der Corona-Pandemie griff Laura Weiner zu Nadel und Faden. Es entstand eine individuelle Mund-Nase-Bedeckung, bestickt mit einem Blumenmuster. „Ich habe nach Unikaten gesucht“, erzählt die Solingerin. Für Freunde und Verwandte gestaltete sie Masken und T-Shirts. Dann präsentierte sie einige Kreationen im Internet. „Die Nachfrage ist immer mehr gestiegen.“

Deshalb entschied Weiner, ein Unternehmen zu gründen und einen Onlineshop aufzubauen. Bei Laurelle’s – seit Oktober eine eingetragene Marke – verkauft sie Unisex-Kapuzenpullover, Sweat- und T-Shirts sowie Beanies mit gestickten Designs. Neben Standard-Motiven und -Schriftzügen besteht die Möglichkeit, sich die Kleidungsstücke individuell besticken zu lassen.

Der Unternehmenssitz ist noch das Elternhaus der 20-Jährigen. Dort hat sie sich in zwei Räumen Werkstatt, Lager, Büro und Fotostudio eingerichtet. Modell stehen Freundinnen. Auch bei anderen Herausforderungen und Fragen kann sich die Studentin auf ihr Umfeld verlassen. Doch es ist allen voran die Jungunternehmerin selbst, die viel Zeit und Herzblut in das Projekt investiert.

Mittel aus dem Gründerstipendium fließen in neue Technologien

Sie bearbeitet die Bestellungen, setzt sie mit einer eigens angeschafften Stickmaschine um. Auch Verpackung, Versand und Abrechnung erfolgen durch die Hände der 20-Jährigen. „Es ist Wahnsinn, wie viel ich dazugelernt habe“, sagt sie mit Blick auf Themen wie Unternehmensgründung und Buchhaltung. Ihr Steckenpferd bleiben dennoch gestalterische Aufgaben, bekennt die Kommunikationsdesign-Studentin. Von den Lehrveranstaltungen an der Hochschule Düsseldorf könne sie im Start-up-Alltag profitieren – und umgekehrt. In diesem Semester hat sie die Zahl der belegten Kurse jedoch reduziert, um Laurelle’s voranzubringen.

Bevor Laura Weiner die Idee zu ihrer Marke kam, hatte sie keine Berührungspunkte mit der Gründerszene. Das änderte sich spätestens im Sommer dieses Jahres mit der erfolgreichen Bewerbung für das Gründerstipendium NRW. Damit verbunden ist neben fachlichem Rat auch finanzielle Förderung. Das Geld möchte die 20-Jährige vor allem in technologische Vorhaben stecken. Sie plant unter anderem, ihre Produkte in einem virtuellen Showroom zu präsentieren.

Das Ziel der Studentin ist klar: Sie möchte mit individueller, personalisierter Mode gegen Fast Fashion kämpfen. Laurelle’s soll das Gegenteil von günstig produzierter und verkaufter Kleidung sein, die Konsumenten schnell austauschen.

Wohin der Weg ihrer Marke führen wird, vermag Laura Weiner nicht zu sagen. Nur so viel: „Es wäre super cool, mich nach dem Studium hauptberuflich um Laurelle’s kümmern zu können.“ Doch selbst wenn daraus nichts werden sollte: Von den gesammelten Erfahrungen profitiert die 20-Jährige in ihrem weiteren Berufsleben mit Sicherheit.

www.laurelles.de

Auch interessant: Second Hand in Solingen - Unter der gebrauchten Mode finden sich wahre Schätze.

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