Profi-Maschinen und Zeiterfassungssystem

Schneidereits Kunden sind Reinigungsprofis

Desiree Schilling und Patrick Gartmann präsentieren die beiden Säulen der Schneidereit GmbH: gewerbliche Wasch- und Trockentechnik sowie elektronische Zeiterfassung für die Reinigungsbranche. Fotos: Christian Beier
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Desiree Schilling und Patrick Gartmann präsentieren die beiden Säulen der Schneidereit GmbH: gewerbliche Wasch- und Trockentechnik sowie elektronische Zeiterfassung für die Reinigungsbranche.

Solinger Firma vermietet gewerbliche Wasch- und Trockentechnik. System zur Zeiterfassung neu aufgelegt.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Was haben gewerbliche Waschmaschinen und elektronische Zeiterfassung gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Desiree Schilling fällt dennoch eine Parallele ein. „Wir versuchen in beiden Bereichen, die Prozesse unserer Kunden abzubilden“, erklärt die Projektmanagerin Business Development der Schneidereit GmbH. Jüngst hat das Solinger Unternehmen seinem elektronischen Zeiterfassungssystem „Trac“ einen neuen Anstrich verpasst.

Mit Terminals wie diesem funktioniert das System Trac.

Die Wurzel des Betriebs ist eine andere: 1957 gründete Helmut Schneidereit ein nach ihm benanntes Elektroeinzelhandelsgeschäft. Seit 2005 liegt der Fokus auf gewerblichen Kunden. Heute zählt sich Schneidereit „zu einem der führenden und innovativsten Anbietern für Systemwäsche“.

Die Abnehmer sind mehr als 1000 Reinigungsunternehmen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Ihre Teams sind in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Betrieben, Schulen und Kitas im Einsatz. Für die Aufbereitung der dort eingesetzten Reinigungstextilien braucht es Profi-Maschinen, die mit kurzen Laufzeiten zu desinfizierender Wäsche in der Lage sind.

Seitdem ist die Nachfrage explodiert.

Patrick Gartmann über die Einführung des Miet-Modells

Hier kommt Schneidereit ins Spiel. Die Solinger Firma stellt die Geräte zwar nicht selbst her. Das Grundgerüst liefert der Mutterkonzern Electrolux. An der Kärntener Straße in Ohligs werden sie jedoch auf die Kundenwünsche angepasst. Häufig geht es dabei um die verfügbaren Programme sowie die Bedienung. „Viele Kunden wünschen sich möglichst wenige Knöpfe, um Fehler zu vermeiden“, weiß Patrick Gartmann. Der Verkaufsleiter zeigt auf eine Maschine, die mit zwei Schaltern auskommt: „Mopps“ und „Tücher“.

Schneidereit verkauft die Waschmaschinen und Trockner nicht, sondern vermietet sie ausschließlich. Mit diesem Modell sei man in Deutschland vor knapp 15 Jahren ein Vorreiter gewesen. „Seitdem ist die Nachfrage explodiert“, sagt Gartmann. Den Kunden komme es vor allem auf möglichst wenig Aufwand an. Sie müssen sich bei Mietgeräten nicht um die Entsorgung kümmern, defekte Maschinen werden ausgetauscht. Kommt es zu Problemen, verspricht Schneidereit, binnen 24 Stunden mit einem Techniker vor Ort zu sein.

Die Corona-Krise hat das Thema Hygiene in den Mittelpunkt gerückt. Das spüren Desiree Schilling und Patrick Gartmann im Geschäftsalltag deutlich. Und noch ein anderer pandemiebedingter Effekt sei wahrnehmbar: Die Nachfrage nach digitalen Lösungen steigt.

Von dieser Entwicklung möchte Schneidereit profitieren. 2008 hat der Mittelständler mit dem elektronischen Zeiterfassungssystem Trac ein neues Geschäftsfeld erschlossen. „Ein Kunde gab uns damals den Hinweis, dass es für die Reinigungsbranche an passenden Lösungen fehlt“, blickt Desiree Schilling zurück.

Bei vielen Reinigungsunternehmen stehe noch Zettelwirtschaft an der Tagesordnung. Die Angestellten vermerken selbstständig, in welchem Zeitraum sie beim Kunden vor Ort waren. Das könne einerseits zu Ungenauigkeiten führen, erklärt Patrick Gartmann. Andererseits sei der Verwaltungsaufwand, die Daten zu digitalisieren, hoch – ebenso wie die potenzielle Fehlerquote. Abhilfe soll ein kleines Zeiterfassungsterminal schaffen, das bei den Kunden der Reinigungsbetriebe hängt. Besteht vor Ort keine Möglichkeit dazu, ist auch das Nutzen einer Smartphone-App möglich.

Die gesammelten Daten fließen in den Trac-Manager. Die Software dient nicht nur zur Arbeitszeiterfassung. Sie ermöglicht unter anderem auch, Dienst- und Revierpläne sowie Lohnabrechnungen zu erstellen. Zu den Programmen verspricht Schneidereit Schulungen, technischen Support und Systemupdates.

Die Forschung und Entwicklung erfolgt sowohl für die Hard- als auch für die Software an der Kärntener Straße. Dass man sich dort überhaupt mit dem Thema Zeiterfassung beschäftigt, ist in Desiree Schillings Augen nur folgerichtig: „Gebäudereinigung ist nun mal unser Steckenpferd. Wir kennen uns mit den Bedürfnissen und Vorgaben aus.“

Knapp zehn Prozent des Umsatzes der Firma Schneidereit macht Trac derzeit aus – Tendenz steigend.

Hintergrund

1957 eröffnete Helmut Schneidereit in Solingen ein nach ihm benanntes Geschäft für Haushaltsgeräte. Heute beliefert das Unternehmen laut eigenen Angaben mehr als 1000 Kunden mit professioneller Wasch- und Trockentechnik. Die Geräte stehen an mehr als 8000 Standorten. Schneidereit beschäftigt rund 120 Mitarbeiter.

www.schneidereit.com

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