Neuer Investor

Schmitz blickt wieder positiv in die Zukunft

Gestalten gemeinsam die Zukunft der SSS Schmitz GmbH (v. l.): Petra Bültmann-Steffin, Konstantin und Cornelia Althajmer, Andreas Bültmann, Jessica Althajmer und Marc Beckmann. Foto: Christian Beier
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Gestalten gemeinsam die Zukunft der SSS Schmitz GmbH (v. l.): Petra Bültmann-Steffin, Konstantin und Cornelia Althajmer, Andreas Bültmann, Jessica Althajmer und Marc Beckmann.

Die Investorensuche nach der Insolvenz des Solinger Maschinenbauers war erfolgreich.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Ein ereignisreiches Halbjahr liegt hinter Schmitz Apparate- und Maschinenbau. Genau fünf Monate ist es her, dass Konstantin Althajmer die Reißleine ziehen und einen Insolvenzantrag für sein Unternehmen stellen musste. Von der Schwere dieser Zeit ist an der Solinger Stephanstraße im Industriegebiet Scheuren nicht mehr viel zu spüren. Mit den Geschwistern Petra Bültmann-Steffin und Andreas Bültmann hat die SSS Schmitz GmbH zwei neue Gesellschafter. Sie sollen dem Familienunternehmen wieder in die Erfolgsspur verhelfen.

„Dafür gab es viele Ursachen“, erzählt Konstantin Althajmer über die Schieflage des Unternehmens. Ein Faktor: die Corona-Pandemie. Einige Kunden seien weggebrochen. Um dennoch für Auslastung zu sorgen, wurden Aufträge angenommen, über die man in normalen Zeiten wohl zweimal nachgedacht hätte. „Schlussendlich waren einige Projekte zu groß für uns“, lautet das nüchterne Fazit des SSS-Schmitz-Geschäftsführers.

Der Standort Solingen bleibt erhalten.

Konstantin Althajmer, Geschäftsführer der SSS Schmitz GmbH

Die Suche nach einem Investor für den Neustart begann. „Wir haben Marktbegleiter kontaktiert, bei denen ein Interesse denkbar war“, berichtet Prokuristin Jessica Althajmer. Der Favorit der Solinger: die Bültmann GmbH aus Neuenrade im Märkischen Kreis. Der Betrieb für Maschinen- und Anlagenbau gilt mit seinen rund 120 Beschäftigten als einer der Marktführer in den Bereichen Ziehen, Richten und Schälen.

Gleichzeitig passen laut Konstantin Althajmer die Philosophien beider Familienunternehmen zueinander. Auch auf menschlicher Ebene haben die Verantwortlichen einen guten Draht zueinander. Die Firmen eint zudem, dass beide ehemalige Kieserling-Mitarbeiter beschäftigen. Ein weiteres Argument pro Bültmann: Die neuen Gesellschafter haben auch die Schmitz-Immobilie in Scheuren erworben und das Team übernommen. „Der Standort Solingen bleibt also erhalten“, betont Althajmer.

Seine Ehefrau Cornelia fungiert als Assistenz der Geschäftsführung und Gesellschafterin. Tochter Jessica ist Prokuristin. Marc Beckmann, Althajmers Schwiegersohn in spe, verantwortet die Bereiche Entwicklung sowie Konstruktion und gehört ebenfalls dem Gesellschafterkreis an. Gleiches gilt für die Geschwister Petra Bültmann-Steffin und Andreas Bültmann. Letzterer bekleidet zusätzlich den Posten des Geschäftsführers.

„Wir haben vor einigen Monaten entschieden, uns verstärkt im Bereich Gebrauchtmaschinen zu engagieren“, erzählt Petra Bültmann-Steffin. Dass SSS Schmitz in diesem Segment – vor allem im Überholen von Kieserling-Maschinen – bereits unterwegs ist, sei eine gute Ergänzung. „Wir liefern neue Maschinen, können die alte in Zahlung nehmen und aufarbeiten lassen“, berichten die Partner von neuen Möglichkeiten.

Gleichzeitig können zukünftig größere Aufträge gemeinsam bearbeitet werden. Ein Beispiel: Wenn die SSS Schmitz GmbH einem Kunden eine Richtmaschine baut, kann sie eine Schälmaschine aus dem Hause Bültmann gleich mit anbieten. Dadurch sei es für Schmitz nun denkbar, Projekte anzunehmen, die für das Solinger Familienunternehmen alleine bisher eine Nummer zu groß gewesen wären.

Die Zusammenarbeit hat sich Konstantin Althajmer zufolge herumgesprochen. „Erste Kunden erkennen mögliche Synergieeffekte“, sagt er. Dies schlage sich auch in den Auftragsbüchern nieder. In Solingen sind sie für das kommende Jahr bereits zu zwei Dritteln gefüllt, Bültmann ist bereits heute bis zum 2. Quartal 2023 ausgelastet.

Angesichts der positiven Aussichten sind am Standort Solingen Investitionen geplant. Einerseits soll eine neue Konstruktion entstehen. Andererseits befindet sich Althajmer auf der Suche nach frischem Personal. Ein neuer Betriebsleiter hat seinen Dienst bereits aufgenommen, etwa fünf weitere Beschäftigte sollen folgen. Gefragt seien vor allem Konstrukteure und Industriemechaniker. Aktuell zählt SSS Schmitz 15 Mitarbeiter.

Kaum haben SSS Schmitz und Bültmann ihrer Partnerschaft begonnen, steht der erste Grund zum Feiern ins Haus. Beide Unternehmen wurden 1972 gegründet. Im kommenden Jahr können sie gemeinsam ihr 100-jähriges Bestehen feiern.

Geschichte

1972 wurde SSS Schmitz als Schweißfachbetrieb gegründet. Seit dem Jahr 1996 ist die Firma im Bereich Maschinenbau aktiv. Zunächst lag der Fokus auf der Überholung und Reparatur von Kieserling-Maschinen. 1999 wurde die erste Neumaschine gefertigt.

www.schmitz-sg.de

Der Solinger Automobilzulieferer BIA hat sich auf den Weg in Richtung Klimaneutralität gemacht.

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