Smart-Klima GmbH

Firma verbindet Internet der Dinge mit Baustoffen

Georg Meyer präsentiert die dritte Version des Klimagriffs. Vom Bildschirm ist die Qualität der Raumluft abzulesen. Foto: Christian Beier
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Georg Meyer präsentiert die dritte Version des Klimagriffs. Vom Bildschirm ist die Qualität der Raumluft abzulesen.

Die Solinger Smart-Klima GmbH hat einen intelligenten Fenstergriff entwickelt

Solingen. Seit ziemlich genau zehn Jahren ist Georg Meyer mit seinem Klimagriff am Markt. Zwar hat er im Laufe der Zeit laut eigenen Angaben rund 25 000 Stück verkauft. Den großen Durchbruch hat das kleine Gerät, das für ein besseres Raumklima sorgen soll, allerdings nicht geschafft – zumindest bislang. „Vielleicht waren wir unserer Zeit voraus“, sagt der Solinger Unternehmer. Doch nun möchte er mit seinen Entwicklungen endlich durchstarten. Und hofft dafür auf Unterstützer.

Rückenwind erhält das Projekt durch zwei der größten Krisen unserer Zeit: die Corona-Pandemie auf der einen, der Klimawandel auf der anderen Seite. Themen wie gutes Lüften und Energieeffizienz sind in aller Munde. „In den vergangenen Jahren waren die Voraussetzungen nie so günstig – das muss man ehrlich sagen“, berichtet Georg Meyer.

Der Fokus des Solinger Unternehmens hat sich mit der Zeit verändert

Seit wenigen Monaten firmiert seine 2010 gegründete Firma nicht mehr als Klimagriff, sondern Smart-Klima GmbH. Zehn Mitarbeiter zählt der Betrieb momentan. Die Umbenennung verdeutlicht, dass der Fokus des Unternehmens nicht ausschließlich auf den intelligenten Fenstergriffen liegt. „Wir möchten Gebäude optimieren und Verschwendung minimieren“, erläutert Meyer.

Nichtsdestotrotz bleiben die Klimagriffe ein Baustein des Vorhabens. Der Geschäftsführer und sein Team haben die Erfindung überarbeitet, die Version 3.0 steht in den Startlöchern. Die Idee: Der intelligente Fenstergriff misst dauerhaft Parameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt und wertet diese aus. Mit einem akustischen Signal, per Anzeige auf einem kleinen Bildschirm oder Benachrichtigung auf eine Smartphone-App erinnert das batteriebetriebene Gerät daran, wann der optimale Zeitpunkt zum Lüften ist. Die Technologie soll nicht nur die Qualität der Raumluft verbessern und Schimmel vorbeugen, sondern gleichzeitig das Klima schützen und den Geldbeutel der Anwender schonen.

Nicht nur Georg Meyer ist von der Idee überzeugt. „Ein tolles Beispiel, wie smarte Alltagsgegenstände das Leben der Menschen verbessern“, erklärt Hannes Ametsreiter. Er ist der Chef von Vodafone Deutschland. Die Mobilfunkgesellschaft unterstützt das Solinger Unternehmen mit seinem Accelerator (siehe Kasten) Vodafone Uplift. Die Düsseldorfer IOX GmbH hilft Meyer und seinem Team bei der Hard- und Softwareentwicklung.

Smart-Klima muss nun den nächsten Schritt gehen

Auch an anderer Stelle findet das Projekt Anklang. Der 51-jährige Meyer berichtet von rund einer halben Million Euro Fördermitteln für das Unternehmen. Das Geld fließt in die Weiterentwicklung der Produkte. Neben dem Klimagriff zählen dazu beispielsweise die sogenannten Smart Colors. Die Wandfarben versprechen, Bauteile zu entfeuchten und die Substanz zu schützen. Der Klima-Buddy soll dagegen erfassen, ob das Mauerwerk die optimale Temperatur aufweist. Die verschiedenen Projekte eint, dass sie die Welt der Baustoffe mit Elektronik und moderner Technologie wie dem Internet der Dinge verbinden.

Die Entwicklung der Produkte sei fast abgeschlossen, sagt Georg Meyer. Nun steht für Smart-Klima der nächste Schritt an. „Entweder wir bleiben eine kleine Provinzfirma – oder holen richtig Schwung“, überspitzt der Geschäftsführer. Einen Schub erhofft er sich von 8pitch. Über die Investmentplattform können sich Anleger in Form eines Genussrechts an dem Unternehmen beteiligen. Laut Angaben des Anbieters wird das digitale Wertpapier über eine eigens entwickelte Blockchain ausgegeben. Anlegern wird eine Rendite von sieben Prozent pro Jahr in Aussicht gestellt.

Georg Meyer hofft, auf diesem Weg 750 000 Euro zusammenzubekommen. Mit dem Geld möchte er seine Pläne in die Tat umsetzen und die Expansion seiner Firma vorantreiben. Und wenn die Summe nicht erreicht wird? Auch dann würde der Solinger an seinen Ideen festhalten. „Ich bin kein Aufgeber. Das Projekt stirbt erst, wenn ich sterbe.“

www.smart-klima.de

Accelerator

Im Wortsinn handelt es sich bei einem Accelerator um einen Beschleuniger. Die Einrichtungen helfen Firmen bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Geschäftsideen. Vodafone Uplift unterstützt die Smart-Klima GmbH unter anderem mit Beratungen und Kontakten.

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