Wirtschaft

Luftreiniger-Geräte „made in Solingen“ töten Viren ab

Matthias Poschmann (l.) und Thomas Rieger stellen den Leanstreamer vor. Foto: Christian Beier
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Matthias Poschmann (l.) und Thomas Rieger stellen den Leanstreamer vor.

Die Leanstreamer GmbH setzt auf eine einfache, kostengünstige Konstruktion

Solingen. Es ist eine simple Konstruktion. In einer unscheinbaren Kunststoffröhre befindet sich ein UV-C-Brenner. Die von ihm ausgehende Strahlung trifft auf einen Reflektor an der Innenseite der runden Konstruktion. „Dadurch potenziert sie sich und deaktiviert mehr als 99,9 Prozent der Viren in der Luft“, erklärt Thomas Rieger von der Leanstreamer GmbH. Die Firma hat in der Corona-Pandemie einen Luftreiniger auf den Markt gebracht. Gefertigt werden die Geräte in Solingen.

Die Technik stammt allerdings nicht aus der Klingenstadt, sondern aus Dinslaken. Dort hat Dr. Christian Joachim Höhl das System entwickelt. Das Ziel des Erfinders: ein leiseres und kostengünstigeres Produkt als die bestehenden Alternativen. Dass die Geräte nun vom Bergischen Land aus den Markt erobern sollen, ist auf Matthias Poschmann zurückzuführen. Er ist nicht nur der Geschäftsführer der jungen Leanstreamer GmbH, sondern auch der Solinger Poschmann Kunststofftechnik GmbH. Außerdem ist der Unternehmer Mitglied verschiedener Initiativen. Unter anderem sitzt er dem Aufsichtsrat des Kunststoff-Instituts Lüdenscheid vor, das die Entwicklung der Luftreiniger unterstützt hat.

Über das Netzwerk Zenit, das sich als Zusammenschluss innovativer und technologieorientierter Unternehmen versteht, kam der Kontakt zwischen Höhl und Poschmann zustande. „Zu Beginn sollten wir ihn bei der Herstellung unterstützen. Irgendwann wollte er sich aber wieder auf seine ursprünglichen Aufgaben konzentrieren“, berichtet der Unternehmer. Für ihn ist der Leanstreamer ein Musterbeispiel dafür, wie innovative Start-ups und alteingesessene Unternehmen kooperieren können.

Eine Weiterentwicklung des Leanstreamers ist in Arbeit

Denn die Poschmann Kunststofftechnik GmbH, die aus der insolventen G. Ohliger GmbH & Co. KG hervorgegangen ist, fertigt alle Kunststoffteile für den Leanstreamer. Auch die Montage erfolgt am Poschmann-Sitz an der Straße Ober der Mühle. „Der Prozess ist nicht besonders kompliziert“, betont Thomas Rieger. Seine Einfachheit und der dadurch recht geringe Preis von rund 500 Euro pro Gerät seien die Stärken des Leanstreamers. Hinzu komme die geringe Lautstärke: Mit einem Meter Abstand zum Gerät wurden 39 Dezibel gemessen. Das entspricht in etwa der Geräuschkulisse, die ein Kühlschrank verursacht.

Die Zertifizierung der Entwicklung ist erfolgt, das Patentierungsverfahren läuft Poschmann zufolge. Dass der Leanstreamer tatsächlich Viren abtötet, habe ein unabhängiges Labor untersucht, betont Rieger. Nun sollen die Geräte ihren Weg zu den Kunden finden. Das Geschäft sei gut angelaufen. Bis zu 100 Geräte verkauft das Unternehmen bisher pro Woche. Zur Zielgruppe gehören unter anderem Arztpraxen, Kindergärten, Schulen und Geschäfte. „Alle Orte, an denen Menschen zusammenkommen“, betont Rieger.

Derzeit arbeiten die Verantwortlichen an einer Weiterentwicklung des Leanstreamers. Das Wirkprinzip soll sich nicht verändern, die Optik ansprechender werden. Dass es für Luftreiniger nach Ende der Pandemie keinen Markt mehr gibt, fürchten Poschmann und Rieger nicht: „Die Geräte eignen sich auch für andere Viren und Bakterien.“

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