Polis Convention

Eine nachhaltige Transformation der Städte

Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Uta Schneider, Geschäftsführerin der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, am Gemeinschaftsstand des bergischen Städtedreiecks bei der Polis Convention. Foto: Stephan Eppinger
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Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Uta Schneider, Geschäftsführerin der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, am Gemeinschaftsstand des bergischen Städtedreiecks bei der Polis Convention.

Bergisches Städtedreieck präsentiert sich auf der Messe Polis Convention.

Von Stephan Eppinger

Bergisches Land/Düsseldorf. Es sind große Herausforderungen, denen sich die Städte derzeit stellen müssen. Zur Klimakrise und dem immer größer werdenden Mangel an bebaubaren Flächen haben sich die Pandemie und der Krieg in der Ukraine mit den durch ihn verursachten Flüchtlingsströmen gesellt. Auch die Polis Convention wird davon geprägt. Die Messe für Stadtentwicklung fand am Mittwoch und Donnerstag auf dem Areal Böhler in Düsseldorf statt.

Wie bei der Expo Real in München präsentiert sich das Städtedreieck Wuppertal, Solingen und Remscheid in der Landeshauptstadt mit einem gemeinsamen Stand. Zentrales Thema ist die „Urbane Produktion“. „Die Stadt der Zukunft wird auch wieder stärker eine produzierende Stadt sein. Es entstehen neue Produktionsstätten für kreatives Handwerk, ressourcenschonende Lebensmittelproduktion oder Manufakturen. Urbane Produktion kann dazu beitragen, Quartiere in ökonomischer, ökologischer, sozialer und städtebaulicher Hinsicht zu vitalisieren“, sagt Uta Schneider. Sie ist Geschäftsführerin der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

„Die Bedeutung dieser Messe hat zugenommen.“

Tim Kurzbach, Oberbürgermeister

Insgesamt gibt es in den drei Städten ein Netzwerk mit sieben Teilprojekten mit 14 Partnern. Angeboten werden Gründerberatung und Nachwuchsförderung genauso wie urbane Farmen oder neue Formen der Wirtschaftsförderung. Ein zentrales Thema ist die Kreislaufwirtschaft. Hier geht es darum, kleine regionale Produktketten zu schaffen, in denen aus den Reststoffen von Unternehmen neue Produktideen entstehen, Rohstoffe besser genutzt und Abfälle vermieden werden. Auch die urbane Produktion von Lebensmitteln läuft schon in der Region, wo mit Lebensmittelresten über den daraus entstehenden Kompost neue Nahrungsmittel wie Salat oder Pilze produziert werden.

„Die Bedeutung dieser Messe hat zugenommen – das erkennt man auch an den Ausstellern, die sich hier präsentieren. Unser Terminkalender hier ist ausgebucht“, sagt der Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Zu den wichtigsten Projekten, die seine Stadt in Düsseldorf im Gepäck hat, gehört das neue Gewerbegebiet Rasspe, das – unweit von Wuppertal und Remscheid gelegen – eine Bedeutung für die gesamte Region hat. „Uns ist es wichtig, dieses Gebiet innovativ und nachhaltig zu entwickeln. Freie, bebaubare Flächen sind zu einem kostbaren Gut geworden. Da können wir uns unsere Gesprächspartner aussuchen und hohe, qualitative Ansprüche stellen. Uns ist es wichtig, innovative und hochwertige Unternehmen dort anzusiedeln“, erklärt Kurzbach.

In direkter Nachbarschaft am gemeinsamen Stand präsentiert die Wirtschaftsförderung Wuppertal ihre Projekte. „Im Bereich Wohnen gibt es eine verstärkte Nachfrage nach dem geförderten Wohnungsbau und dem betreuten Wohnen“, sagt Alexander Buckardt. Sein Kollege Martin Lietz erkennt im Gewerbebereich eine hohe Nachfrage nach Fläche für die Logistikbranche. „Nach den deutlich gestiegenen Transportkosten werden Standorte nahe den Metropolen gesucht. Die Preise dafür sind deutlich gestiegen. Dazu kommt eine deutlich gestiegene Anfrage nach Gewerbeparks mit modularen Gebäudestrukturen. Hier sind neue Flächen wichtig, da die bestehenden überbucht sind.“

Im gemeinsamen Stand auf der Polis Convention sieht man viele Vorteile: „Alle haben hier ihre eigenen Themen, aber es gibt ein gutes Miteinander, das sich über viele Jahre aufgebaut hat. Die Messe hat an Bedeutung gewonnen und wir haben angenehm kurze Wege. Außerdem ist die Qualität der Gespräche höher als auf großen Immobilienmessen wie der Expo Real in München“, sagt Martin Lietz.

Lob für die bergische Kooperation und die NRW-Messe gibt es auch von Ingo Lückgen, Fachleiter der Stadt Remscheid für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Liegenschaften: „Die Kooperation im Städtedreieck klappt wunderbar. Wie auf der Expo Real betreiben wir hier gemeinsam das Standortmarketing für die Region. Jeder hat eigene Themen, gemeinsam präsentieren wir aber den gesamten Standort und verschaffen uns so mehr Gehör für unsere bergischen Themen.“

Lesen Sie auch unsere Serie „Natürlich nachhaltig“

Zu den großen Remscheider Projekten bei der Polis Convention gehört die Alleestraße, wo es einen hohen Entwicklungsdruck und -bedarf gibt, um den zentralen Bereich der Innenstadt zu revitalisieren und zu optimieren. Dazu kommt der bisherige innenstadtnahe Standort des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung an der Stuttgarter Straße, der nach dem bevorstehenden Umzug frei wird. „Hier geht es um die Nachfolgenutzung, die von der Tendenz in Richtung neuer Wohnraum geht. Hier bietet die Polis Convention die Chance, potenzielle Entwickler und Investoren auf den Standort aufmerksam zu machen.“

„Bergisch nachhaltig“

Gemeinsam präsentieren sich auf der Messe Polis Convention unter dem Titel „Bergisch nachhaltig“ auch mehrere Projekte und Institutionen aus den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit. Dazu gehört zum Beispiel der Solar Decathlon Europe – ein studentischer Architekturwettbewerb, der vom 10. bis 26. Juni erstmals in Wuppertal zu Gast ist. Ein weiterer Aspekt zum Thema „bergisch nachhaltig “ ist ein neuer berufsbegleitender Masterstudiengang der Bergischen Universität Wuppertal zum nachhaltigen und ressourcenschonenden Bauen, der im Oktober an den Start geht.

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