Wirtschaft

So klappt es mit dem ersten „richtigen“ Geld

Viele Azubis starten ihre Ausbildung zum 1. August oder 1. September. Gerade am Anfang ist vieles neu – auch die Sache mit Gehalt. Und auch hier lohnt es sich, ganz genau hinzugucken. Foto: Marcus Brandt/dpa
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Viele Azubis starten ihre Ausbildung zum 1. August oder 1. September. Gerade am Anfang ist vieles neu – auch die Sache mit Gehalt. Und auch hier lohnt es sich, ganz genau hinzugucken.

Tipps zum Ausbildungsstart: Steuern, Versicherungen, Altersvorsorge

Von Sven Schlickowey

Bergisches Land. Am Montag beginnen wieder zahlreiche junge Menschen ihre Berufsausbildung, der 1. August ist traditionell der Start ins neue Ausbildungsjahr. Für viele Azubis bedeutet das auch, dass sie zum ersten Mal „richtiges“ Geld verdienen – und damit gibt es einige Dinge zu beachten. Ein Überblick:

Steuern

Spätestens wenn der Arbeitgeber die erste Abrechnung erstellt, das passiert in der Regel zum Ende des ersten Beschäftigungsmonats, benötigt er das Geburtsdatum, die Steueridentifikationsnummer und die Religionszugehörigkeit beziehungsweise die Information, dass der Azubis keiner Kirche angehört. Wer vor 2007 geboren wurde, hat seine Steuer-ID Ende 2008 mit einem Schreiben des Bundeszentralamts für Steuern (BZSt) erhalten. Ist das Schreiben verloren gegangen, ist das aber auch kein großes Problem, sagt der Bund der Steuerzahler (BdSt): „Wer seine Steuer-ID nicht mehr zur Hand hat, sollte beim Bundeszentralamt für Steuern die erneute Mitteilung der ID-Nummer beantragen.“ Ob tatsächlich Lohnsteuern abgezogen wird, hänge vom Einzelfall ab, erklärt der BdSt: „Junge Erwachsene werden in der Regel die Steuerklasse I erhalten, weil sie meist kinderlos und ledig sind. In diesem Fall fällt erst bei einer monatlichen Ausbildungsvergütung von rund 1 100 Euro Lohnsteuer an.“ Die Steuer ziehe der Arbeitgeber direkt vom Lohn ab. Ausgaben für Lehrbücher und Fahrten zum Ausbildungsbetrieb oder zur Berufsschule senken die Steuerlast: „Am besten heben Lehrlinge Belege für solche Ausgaben auf.“

Sozialversicherung

Neben den steuerlichen Informationen muss der Arbeitgeber auch wissen, in welcher Krankenversicherung der Azubi Mitglied wird. Auszubildende sind in der Regel bei einer gesetzlichen Kasse pflichtversichert, sie können frei unter allen bundesweit und in ihrem Bundesland zugelassenen Kassen wählen. Die Leistungs- und Beitragsunterschiede der über 100 gesetzlichen Krankenkassen sind überschaubar, erst recht bei den durchschnittlichen Ausbildungsvergütungen. Trotzdem kann sich ein Vergleich lohnen, zum Beispiel, wenn man Wert auf bestimmte Vorsorgeuntersuchungen und Reise-Impfungen legt. Ein solcher Vergleich ist auch später noch möglich: Nach 18 Monaten Mitgliedschaft oder bei Beitragserhöhung ist ein Wechsel der Kasse möglich, inzwischen übernimmt die neue Versicherung die Kündigung der bisherigen.

Private Versicherung

Die wichtigste Absicherung neben der Krankenversicherung ist nach Ansicht vieler Verbraucherschützer die Private Haftpflichtversicherung, die Schäden deckt, die der Versicherte anderen zufügt. Hier bleiben die meisten Azubis während ihrer (ersten) Ausbildung im Vertrag ihrer Eltern mitversichert. Eine kurze Anfrage beim jeweiligen Versicherer verschafft Klarheit. Diese Regelung gilt teilweise auch, wenn auf die Ausbildung ein thematisch verwandtes Studium oder eine vergleichbare Weiterbildung folgt. Studiert die Bankkauffrau also zum Beispiel BWL, bleibt sie versichert. Schwenkt sie auf Architektur um, gilt das als zweite Ausbildung.

Altersvorsorge

Da die gesetzliche Rente in den meisten Fällen nicht mehr ausreichen wird, müssen Arbeitnehmer zusätzlich privat vorsorgen. Dabei wirken sich Zinseszins- und Cost-Average-Effekt positiv auf das Ergebnis aus – es lohnt sich also, früh damit zu beginnen. Das Angebot am Markt ist nahezu unüberschaubar. Die Verbraucherschützer raten dazu, auf die Kosten des Produkts zu achten, und über verschiedene Anlageformen zu streuen. Eine entsprechende Beratung gibt es zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen, die ist zwar kostenpflichtig, über die vielen Jahre bis zum Ruhestand dürfte sich diese Investition aber rechnen.

Tipps für Eltern

Auch Eltern von Azubis erhalten finanzielle Unterstützung, darauf weist der Bund der Steuerzahler hin: „Ist der Lehrling noch nicht 25 Jahre alt, steht ihnen weiterhin das Kindergeld beziehungsweise der Kinderfreibetrag zu.“ Voraussetzung ist unter anderem, dass die Dauer der Ausbildung im regulären Rahmen liegt. Außerdem müssen der Familienkasse entsprechende Nachweise vorgelegt werden. Zudem könnten die Kosten für die Krankenversicherung des Kindes und bei volljährigen Kindern ein Betrag für die auswärtige Unterbringung des Lehrlings bei der Steuer abgesetzt werden.

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