Gründerszene

Hafermilch-Maschine gewinnt Berg-Pitch

Per Videobotschaft richtete sich NRW-Ministerin Mona Neubaur an Besucher, Jury und Teilnehmer des Berg-Pitch.
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Per Videobotschaft richtete sich NRW-Ministerin Mona Neubaur an Besucher, Jury und Teilnehmer des Berg-Pitch.

Größtes Start-up-Event im Bergischen Land fand zum zehnten Mal statt. Auch ein Solinger Unternehmen überzeugte.

Von Manuel Böhnke

Bergisches Land. Was macht ein erfolgreiches Start-up aus? Für Mirko Novakovic sind drei Punkte entscheidend: ein gutes Team, eine problemlösende Idee und ein ausreichend großer Markt. Der IT-Unternehmer muss es wissen: Mit Codecentric und Instana hat er in der Klingenstadt zwei erfolgreiche Unternehmen gegründet. Seine New Forge GmbH hat inzwischen in 55 aufstrebende Firmen investiert.

Am Mittwochabend war er im Codecentric-Hauptsitz in Solingen-Ohligs zu Gast. An der Hochstraße fand die zehnte Ausgabe des Berg-Pitch statt. Fünf Gründungsteams wollten die Fachjury und das Publikum davon überzeugen, dass sie die Anforderungen an ein gutes Start-up erfüllen. Durchsetzen konnte sich die Aachener OIY Solutions GmbH mit ihrer Haferdrink-Maschine „The Oater“.

Seit 2016 findet der Gründerwettbewerb regelmäßig statt. Ausrichter sind das Solinger Coworkit sowie Codecentric. Der bewährte Modus: Fünf Start-ups erhalten jeweils sechs Minuten lang die Möglichkeit, ihre Geschäftsidee vorzustellen. Im Anschluss haben Jury und Publikum weitere sechs Minuten Zeit, Fragen zu stellen. Aus dem Abstimmungsergebnis der Zuschauer und dem Votum der Experten wird der Sieger ermittelt. Das Preisgeld bei der Jubiläumsausgabe: 10.000 Euro.

Hafermilch selbst herstellen

Über den Löwenanteil von 6000 Euro konnten sich Sarah und Lisa Nesti freuen. Die Schwestern reagieren mit der Entwicklung der OIY Solutions GmbH auf einen Trend: Hafermilch. Problematisch sei, dass die steigende Nachfrage mit einer zunehmenden Menge an Verpackungsmüll (Tetra Pak) einhergehe. Das Getränk selbst herzustellen, sei mit hohem Aufwand verbunden und ende häufig nicht mit dem gewünschten Geschmack.

Hier setzt „The Oater“ an. Die Maschine verspricht, „den hochindustriellen Herstellungsprozess der Haferdrinks im Kleinen“ abzubilden – mit Wasser, Hafer, Salzen und etwas Zeit für die Fermentation. Dies soll zum einen Frische garantieren und zum anderen zu mehr Nachhaltigkeit und Müllvermeidung beitragen.

Das Konzept richtet sich im ersten Schritt an Gastronomen. Das Start-up möchte den Betreibern die Geräte kostenlos zur Verfügung stellen. Im Gegenzug werden sie an eine Online-Plattform angeschlossen und bekommen regelmäßig die nötigen Zutaten geschickt. Die Aachener kalkulieren mit einem Preis von 1,40 Euro pro Liter Hafermilch für die Betreiber.

Anfang 2023 sollen die ersten Maschinen zum Einsatz kommen. Mittel- bis langfristig sei geplant, das Konzept in angepasster Form auf den Handel, etwa Unverpackt-Läden, und Haushalte auszuweiten.

Berg-Pitch: Das sind die weiteren Gewinner

45 Bewerbungen aus ganz Deutschland hatte es für den zehnten Berg-Pitch gegeben. Die fünf Finalisten konnten sich in einer Vorauswahl durchsetzen. Deshalb, waren sich die Moderatoren Sven Anders Wagner und Jan Hölter einig, waren auch die Zweit- bis Fünftplatzierten Sieger.

Hinter „The Oater“ auf Rang 2 landete ebenfalls ein Aachener Start-up: Memnun. Die App soll die mentale Gesundheit von Menschen mit Migrationshintergrund fördern, unter anderem mit kultur- und rassismussensiblen Inhalten. Für die weitere Entwicklung erhielt Geschäftsführer Berkant Bostan 3000 Euro.

Solingen: Printinue entwickelt 3D-Druck-Systeme

Rang 3 und damit 1000 Euro gingen an Printinue. Das Solinger Unternehmen entwickelt 3D-Druck-Systeme, die auf die Anforderungen der industriellen Serienfertigung zugeschnitten sind.

Vierter wurde die Aachener Eldertech GmbH, deren App den Alltag von pflegenden Angehörigen und Senioren erleichtern soll. Dahinter landete die Anwendung Grammario. Das Ziel der Düsseldorfer Gründer ist es, spielerisch die Sprachkenntnisse der Nutzer zu verbessern.

Ministerin: Berg-Pitch ist bedeutsam

„Der Berg-Pitch ist eine gute Möglichkeit, Karrieren zu starten“, ermutigte Tim Kurzbach (SPD) die Gründer. Solingens Oberbürgermeister erklärte, dass es mutige Unternehmer in der Region brauche – und ein Ökosystem, das sie auf ihrem Weg unterstützt. Mona Neubaur (Grüne) sieht das Bergische dahingehend auf einem guten Weg. Die NRW-Wirtschaftministerin bescheinigte in einer Videobotschaft: „Beim Berg-Pitch kommt das Start-up-Ökosystem des Bergischen Landes zusammen.“ Und das wachse. Zur Freude der stellvertretenden Ministerpräsidentin: Junge Unternehmen seien bedeutsam für die Transformation zu einer digitalen und nachhaltigen Wirtschaft.

Größtes Start-up-Event im Bergischen Land

Der Berg-Pitch gilt als das größte Start-up-Event im Bergischen. Längst liegt der Fokus nicht mehr nur auf der Klingenstadt. Im Oktober fand der Wettbewerb erstmals im Remscheider Gründerquartier statt – und hatte mit der Software-Schmiede Wetog gleich einen Sieger aus Remscheid. Die nächste Ausgabe im Herbst ist in Wuppertal geplant.

Jury

Die siebenköpfige Jury des zehnten Berg-Pitch bestand aus Georgis Tesfamariam (Contio GmbH), Nina Postler (Wirtschaftsjunioren Solingen), Fabian Blasberg (Stadt-Sparkasse Solingen), Kim Armbrüster (Bergische Krankenkasse), Sebastian Hanny-Busch (NRW.Bank), Lars Rückemann (Codecentric AG) sowie Thomas Schier (Digihub Düsseldorf).

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