Remscheider Optikermeister hat sich zum Optomitristen ausbilden lassen

Mit diesen und anderen Spezialgeräten vermisst Optomitrist Don Jannasch die Augen seiner Kunden. Foto: Roland Keusch
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Mit diesen und anderen Spezialgeräten vermisst Optomitrist Don Jannasch die Augen seiner Kunden.

Ein „Exot“ in einer Branche mit rund 48 000 Mitarbeitern

Von Sven Schlickowey

REMSCHEID Mit 30 Jahren hat Don Jannasch noch einmal die Schulbank gedrückt – obwohl er schon seit einigen Jahren seinen Meisterbrief in der Tasche hatte. Der Juniorchef von Jannasch Optik mit Geschäften in Remscheid und Wermelskirchen hat eine Weiterbildung zum Optometristen gemacht.

Damit gehört er in einer großen Branche zu einer seltenen Spezies. Rund 41 Millionen Deutsche ab 16 Jahre tragen nach einer Studie des Kuratoriums Gutes Sehen eine Brille. Entsprechend umfangreich ist der Markt: Laut ihrem Zentralverband arbeiten in mehr als 11 000 Optiker-Unternehmen derzeit rund 48 000 Mitarbeiter. Ein bundesweites Register der Gütegemeinschaft Optometrische Leistungen hingegen hat gerade so eine dreistellige Zahl von Einträgen.

Für ihn gehe es vor allem darum, mehr für seine Kunde tun zu können, sagt Don Jannasch, der das Remscheider Hauptgeschäft seines Unternehmens passend zur Weiterbildung mit zahlreichen neuen Messgeräten ausgestattet hat. „Das Messen der Sehstärke gehört immer noch dazu“, erklärt er. Doch als Optometrist achte er auch auf den Augeninnendruck, die Zusammensetzung des Tränenfilms, die Hornhauttopographie, den Netzhauthintergrund und viele andere Parameter. „Daraus ergeben sich weitere Möglichkeiten, was man alles mit der Brille machen kann.“

Das sei gerade in solchen Fällen wichtig, in denen auch eine Brille nicht zu guten Sehwerten führt. „Ein Optiker kann da meist nicht mehr tun, ein Optomitrist macht an dieser Stelle aber noch lange nicht Stopp.“ Dabei richte sich das Angebot aber nicht nur an „besonders schwere Fälle“, wie Jannasch betont: „Die gehen meist ohnehin schon zum Augenarzt.“ Ziel sei es eher, Auffälligkeiten zu finden, von denen der Betroffene noch gar nichts weiß – und so besser zu helfen zu können.

Eineinhalb Jahre hat Don Jannasch seine Weiterbildung am Bildungszentrum des Zentralverbands der Augenoptiker und Optomitristen in Dormagen absolviert – zusammen mit anderen Optikermeistern aus halb Deutschland aber auch aus Belgien und der Schweiz. „Der Meisterbrief ist die Zugangsvoraussetzung dafür“, erklärt er. „Die Ausbildung ist sehr intensiv.“

Dass er so etwas auf sich nehmen würde, habe er vor ein paar Jahren selber noch nicht gedacht, berichtet Jannasch. 2016 schloss er die Meisterschule ab. „Damit war ich eigentlich zufrieden.“ Doch Artikel in Fachzeitschriften hätten das Interesse an der Optometrie geweckt. Nun ist er froh, die Bezeichnung Optometrist führen zu dürfen, auch als weitere Zukunftssicherung für das 1984 von seinem Vater gegründeten Unternehmen: „Das war genau der richtige Weg.“

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