Geschäft in Lüttringhausen

Biker-Mode wird in Remscheid in Handarbeit hergestellt

Im Geschäft in Lüttringhausen bietet Olaf Dahl seine eigene Mode an. Das Label: Rough Classic Custom. Foto: Roland Keusch
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Im Geschäft in Lüttringhausen bietet Olaf Dahl seine eigene Mode an. Das Label: Rough Classic Custom.

2018 hat Olaf Dahl die Design-Manufaktur Rough Classic Custom gegründet.

Von Peter Klohs

Remscheid. Olaf Dahl, Inhaber der Remscheider Design-Manufaktur Rough Classic Custom (RCC) ist ein besonderer Mensch mit besonderen Leitlinien. „Anders als die anderen sein“, das hat er immer gewollt und mit seinem RCC-Label umgesetzt. Die Marke existiert seit 2018. „Ich habe schon immer gerne an Autos und Motorrädern herumgeschraubt und sie verändert und modifiziert“, erzählt der 1967 in Remscheid geborene Dahl. „Und eines Tages dachte ich: Was fehlt, ist das passende Textil. Und das bin ich dann zügig angegangen. Das wollte ich gewerblich machen.“

Die von ihm selbst entworfenen Kleidungsstücke sind bevorzugt für die Biker- und Hot-Rod-Szene gedacht. „Ja klar“, sagt der studierte Grafikdesigner schmunzelnd. „Ich mag halt die V-8-Autos und die V-2-Harleys. Alles andere ist Kinderkram.“

Die Made-in-Germany-Mentalität muss wieder mit Leben gefüllt werden.

Olaf Dahl, Unternehmer

Die Motive für seine T-Shirts, Hoodies, Holzfällerhemden, Jacken, Taschen und anderen Kleidungsgegenstände sind in der Szene obligatorisch: Da sieht man viele Anleihen an Rost, aufgebrezelte Motorräder, ebensolche Pick-ups, Chrom und jede Menge Totenköpfe, manche, die einen Motorradhelm tragen. Auch der „Day of the Dead“, der Tag der Toten, der in Mexiko am 2. November begangen wird, ist Thema auf den Textilien.

„Das sind die Themen, die die Szene sehen und tragen will“, weiß Dahl. „Das habe ich bereits auf unserem ersten Messebesuch deutlich gemerkt.“ Er spricht von der Custombike-Messe, die weltweit größte Messe der Szene, die jährlich in Bad Salzuflen stattfindet. „Die Begeisterung der Menschen war spürbar“, berichtet Olaf Dahl. „Und auch von den Kollegen.“

Das Besondere an der RCC-Kollektion ist dies: Fast alles an den Textilien wird in Remscheid in Handarbeit hergestellt. „Die Rohlinge der T-Shirts kaufen wir zu“, erzählt der Inhaber des Labels. „Alles andere mache ich selbst. Im Prinzip ist RCC ein Ein-Mann-Betrieb. Nur ich weiß zum Beispiel, wie ich diese besondere Farbe auf einem T-Shirt hinkriege. Und diese Kontrolle möchte ich gerne behalten. Deshalb ist die Fertigung im Ausland für uns kein Thema. Das soll schön in Remscheid bleiben. Ja, so ein T-Shirt von RCC kostet halt 30 Euro und ist nicht für fünf Euro im Laden zu haben. Aber ich kann den Kunden auch erklären, warum das so ist. Die Made-in-Germany-Mentalität muss wieder mit Leben gefüllt werden.“

Eines ist für Olaf Dahl auch klar: Seine Textilien sollen nicht zur Massenware werden. „Dann kann ich sie auch nicht mehr produzieren“, weiß er. „Dann bleibe ich lieber kleiner, aber dafür freier.“ Die Waren werden im Online-Shop des Labels angeboten. Und – seit fünf Wochen – im Ladengeschäft in der Gertenbachstraße 12 in Lüttringhausen.

Mit der Entwicklung von RCC ist Dahl sehr zufrieden. „Das ist schon richtig bekannt geworden“, bestätigt er. „Natürlich kam Corona für ein junges Unternehmen zur blöden Zeit. Das war dann schon schwierig. Besonders weil die Besuche auf Messen weggefallen sind.“ Die betrachtet Dahl als wichtiges Mittel, sich und seine Arbeit bekannter zu machen. „Sobald es wieder geht, sind wir wieder auf Messen zu finden“, ist er überzeugt. „Und dann auch im Ausland.“

In Deutschland sind die Custombike-Messe und die in Hamburg durchgeführten Harley-Nights eine wichtige Anlaufstelle für den Unternehmer. Im RCC-Ladengeschäft sind rund 2000 Exponate vorrätig. In den diversen Räumen des großen Ladens hat sich auch „HM 13“ angesiedelt, ein von Dahls Lebensgefährtin Heike Mertes geführtes Geschäft für Möbel, Deko-Artikel und Geschenke im Vintage-Stil. Auch spezielles Werkzeug ist bei Olaf Dahl zu erstehen: Die Werkzeugfabrik Wera ist mit einem hochwertigen Konglomerat vertreten, das hauptsächlich zum „Schrauben“ gedacht ist. Werkzeuge der Firma Gedore sollen bald folgen. „Auch hier bieten wir Waren aus der Region an“, sagt Dahl, „und keinen Schrott aus Fernost.“

Unternehmen

Olaf Dahl, 1967 in Remscheid geboren, ist seit 30 Jahren selbstständiger Kaufmann. Er unterhält eine Großformatdruckerei am Goldenberg und seit 2018 die Design-Manufaktur Rough Classic Custom. Der gelernte Werkzeugmacher ist Fan von Autos und Motorrädern aus Amerika. „Das Optische spricht mich an“, sagt er. Besucht hat er die USA jedoch noch nie. „Die Menschen dort“, findet er, „sind nicht so tolerant wie wir hier.“ Das Schrauben an Motorrädern oder Autos hat für Dahl mit dem Umweltgedanken zu tun. „Nachhaltigkeit ist mir schon wichtig. Die Wegwerfgesellschaft ist gar nicht meins. Wir müssen viel mehr reparieren. Nicht nur Motorräder und Autos.“ Kontakt: Tel. 0 17 38 34 93 22. www.rough-cc.com

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