Jubiläum

Handwerkliche Kontinuität gibt es bei der Firma Eduard Herbers bereits in vierter Generation

Hätte sich die Telefonnummer nicht verändert, könnte man das 50 Jahre alte Firmenschild noch verwenden: Fred Schulz überreicht zum Jubiläum die Goldene Zange an Frank-Eduard Herbers. Zur Freude von Anto Petrasevic, Elias Romahn sowie Philipp Eduard und Susanne Herbers (v. l.). Foto: wey
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Hätte sich die Telefonnummer nicht verändert, könnte man das 50 Jahre alte Firmenschild noch verwenden: Fred Schulz überreicht zum Jubiläum die Goldene Zange an Frank-Eduard Herbers. Zur Freude von Anto Petrasevic, Elias Romahn sowie Philipp Eduard und Susanne Herbers (v. l.).

Remscheider SHK-Unternehmen feiert 100-jähriges Bestehen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. 100 Jahre, vierte Generation und das auch noch die ganze Zeit am gleichen Standort – viel mehr Kontinuität als bei der Firma Eduard Herbers geht wohl kaum. Das Remscheider Handwerksunternehmen aus dem Bereich Heizung und Sanitär feiert in diesem Jahr ein durchaus außergewöhnliches Jubiläum.

1921 wurde die Firma als Installateur- und Klempnerbetrieb vom Namensgeber, dem Großvater des heutigen Inhabers, gegründet. In der gleichen Werkstatt, die heute noch als Firmensitz dient. „Das Haus hat mein Ur-Großvater gebaut“, berichtet Frank-Eduard Herbers. Es zu verlassen, sei nie in Frage gekommen. Während über die Jahre Firmenname und -sitz gleich blieben, änderte sich die Arbeit. War Firmengründer Eduard noch viel mit Blecharbeiten an Dachrinnen und mit Gasanlagen beschäftigt, brachte sein Enkel mit gleich zwei Meistertiteln das Heizungs- und Sanitärhandwerk zusammen.

„Das ist über die Jahre verschmolzen“, sagt er. Heute gehöre die Optik bei – inzwischen immer häufiger barrierefreien – Bädern genauso zum Handwerk wie die Technik bei Heizungen. „Heizungsanlagen sind gerade in den vergangenen Jahren sehr komplex geworden“, sagt der 61-Jährige. Dazu hätten auch die erneuerbaren Energien beigetragen. „Die spielen heute natürlich eine wichtige Rolle.“

Die nächste Generation musste nicht gedrängt werden

Für Sohn Philipp Eduard, seit 2012 mit im Betrieb, seit 2016 Installateur- und Heizungsbaumeister, ist das längst Alltag. Er sei nie gedrängt worden, die Familientradition fortzuführen, sagt der 29-Jährige: „Ich wollte es einfach.“ Ganz ähnlich sei das schon bei ihm gelaufen, berichtet sein Vater.

Dass Handwerksunternehmen bis in die vierte Generation bestehen, sei alles andere als die Regel, sagt Fred Schulz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Remscheid: „Das mit dem Übergang klappt nicht überall so gut wie hier.“ Häufig fehle der Nachwuchs. Doch bei den Herbers gibt es offenbar noch mehr Geheimnisse für den langen Erfolg. Man habe eine treue und bunt gemischte Kundschaft, nennt Frank-Eduard Herbers ein weiteres. Einige betreue man schon seit Generationen. „Und wir hatten auch immer die gleiche Betriebsgröße.“

Neben Sohn und Vater arbeitet Mutter Susanne im Betrieb mit. Daneben gibt es Geselle Anto Petrasevic, auch schon mehr als 30 Jahre dabei, und Azubi Elias Romahn. Meister, Geselle, Lehrling – das klassische Handwerksunternehmen. Oder eine „überschaubare Größe“, wie Fred Schulz meint: „Damit ist man allem gewachsen, selbst wenn es mal nicht so gut läuft.“ Auch Frank-Eduard Herbers, der sich im Ehrenamt als Lehrlingswart seiner Innung engagiert, findet die Betriebsgröße genau richtig. Wachse die Firma, müsste er noch mehr Zeit am Computer verbringen, sagt er: „Aber wir sind Handwerker, wir wollen mitarbeiten.“

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