Remscheider Gründer-Pitch 2020

E-Lou Falkenberg will Eltern zu mehr Harmonie verhelfen

E-Lou Falkenberg, hier mit ihrer Tochter, möchte anderen Eltern helfen. Foto: Nora Falkenberg
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E-Lou Falkenberg, hier mit ihrer Tochter, möchte anderen Eltern helfen. Foto: Nora Falkenberg

Mit ihrem Konzept für eine App hat E-Lou Falkenberg den Remscheider Gründer-Pitch 2020 gewonnen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. „Glück“ gehört zu den Begriffen, die relativ häufig fallen, wenn man sich mit E-Lou Falkenberg unterhält. Ihr eigenes habe sie gefunden, sagt die Psychologin mit zusätzlicher Coaching-Ausbildung, privat wie beruflich. Nun sei es ihre Mission, anderen bei der Suche zu helfen. Auch mit einer App, die im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll. Und mit deren Konzept E-Lou Falkenberg gerade den Remscheider Gründer-Pitch 2020 gewonnen hat.

1000 Euro Preisgeld gab es für den Sieg in der Gründerschmiede, die aber komplett in die Entwicklung, der App fließen werden, wie Falkenberg sagt: „Ich habe mir vorgenommen, bis April die Inhalte zu schreiben und die Oberfläche zu gestalten.“ Spätestens dann werde sie sich wohl einen Entwickler für die technische Umsetzung suchen müssen.

„Erst geht es um Harmonie, dann um Gleichberechtigung.“

E-Lou Falkenberg über das Zusammenleben von Eltern

Vorher, etwa im November, möchte sie zudem ein Online-Training an den Start bringen, um zusätzliches Feedback für ihre App zu bekommen. Und als Einnahmequelle für die weitere Entwicklung.

Mit der App will die 31-Jährige ihre Arbeit als Coach mehr Menschen zugängig machen. „Das Coaching ist ja sehr an meine persönliche Zeit gebunden“, sagt sie. Entsprechend sei die Zahl der Klienten beschränkt. Zwar sei eine App nicht in der Lage, diese intensive, enge Arbeit wirklich zu ersetzen, könne aber erste Impulse geben und Wissen vermitteln.

Für E-Lou Falkenberg quasi die logische Fortsetzung ihres bisherigen Lebenswegs. Nach einem Psychologie-Studium in Düsseldorf und Köln heuerte sie 2013 als Personalentwicklerin bei einem Konzern an. Dort habe sie ihre berufliche Erfüllung, ihr Glück gefunden, sagt sie heute. „Aber das war Fluch und Segen zugleich.“ Denn als sie nach der Geburt ihres ersten Sohnes wieder in den Job einstieg, hatte sich etwas verändert. „Es passte irgendwie nicht mehr“, erinnert sie sich. „Ich hatte inzwischen andere Prioritäten.“ Als sie 2018 erneut Mutter wurde, diesmal mit Zwillingen, entschloss sich Falkenberg zu einer grundlegenden beruflichen Veränderung.

2019 begann sie mit ihrer Coaching-Ausbildung, die sie im Frühjahr abschloss. Anfangs habe sie vor allem Frauen beraten, ihnen geholfen, das berufliche Glück zu finden, vor allem in und nach der Familienzeit. „Aber ich habe früh gemerkt, dass es nicht reicht, nur bei den Müttern anzusetzen.“

Seither richtet sich ihr Angebot an Mütter und Väter gemeinsam. „Meine Mission ist es, Eltern zu helfen, eine harmonische und gleichberechtigte Partnerschaft zu führen.“ Dabei sei diese Reihenfolge entscheidend: Erst gehe es um Harmonie, dann um Gleichberechtigung.

Die Idee zur App stamme aus einem Zeitungsartikel über ein ganz ähnliches Programm, das in den USA erfolgreich sei, berichtet E-Lou Falkenberg. „Da habe ich mir gedacht: So was brauchen wir auch.“ Wichtig sei ihr, dass, wie beim amerikanischen Original, die Inhalte von Fachleuten kommen. „Das soll so wissenschaftlich fundiert wie möglich sein.“

Denn neben Impulsen und Wissen soll die App auch ein diagnostisches Element bieten: „Einen Fragebogen, der abfragt: Wo sind derzeit eure Themen?“ Das Ergebnis dient dann als Ausgangspunkt für die weitere Arbeit mit der App. Natürlich für beide Partner.

Der Einstieg in die Start-up-Szene sei ihr leicht gefallen, sagt Falkenberg. „Das fühlt sich schon ganz richtig an. Und was ich ganz charmant finde, ist, dass ich meine Entscheidungen freier treffen kann.“ Zudem sei ihre derzeitige Art zu arbeiten, einfacher mit ihrem Familienleben zu vereinbaren. So trägt die App, obwohl noch gar nicht fertig, jetzt schon zu ihrem persönlichen Glück bei. Und im nächsten Jahr vielleicht auch zu dem vieler anderer Menschen.

Gründer-Pitch

Pitch-Veranstaltungen ermöglichen Gründern, sich und ihr Produkt oder ihre Dienstleistung sichtbar zu machen und mit Investoren oder Kooperationspartnern in Kontakt zu kommen. Es ist für sie die Gelegenheit, das Geschäftsmodell vor Jury und Publikum unter Beweis zu stellen – so wie am 1. September beim Remscheider Gründer-Pitch 2020 im Gründerquartier. Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro stiftet die Volksbank im Bergischen Land. Dazu gibt es ein einjähriges Gründer-Mentoring der Gründerschmiede Remscheid.

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