Dreiste Plagiate „gewinnen“

„Plagiarius“: Der Zwerg mit der goldenen Nase wartet auf die Nachahmer

Die „Gewinner“ landen am Ende im Solinger Museum Plagiarius an der Bahnhofstraße.
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Die „Gewinner“ landen am Ende im Solinger Museum Plagiarius an der Bahnhofstraße.

Die Vorschlagsphase für den Negativpreis „Plagiarius“ ist gestartet.

Von Sven Schlickowey

Solingen. Noch bis zum 25. November können Unternehmer, Designer und Erfinder, die sich über dreiste Plagiate ärgern, das Nachahmerprodukt für den Negativpreis „Plagiarius“ vorschlagen. Wenn der im kommenden Jahr bereits zum 47. Mal vom gleichnamigen Verein verliehen wird, geht es erneut darum, „die skrupellosen Geschäftsmethoden von Produkt- und Markenpiraten ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik und Verbraucher für die Problematik zu sensibilisieren“. Und die „Gewinner“ landen schließlich wieder im Solinger Museum.

Ausgewählt werden die von einer jährlich wechselnden Experten-Jury. Bevor die tagt, weise man aber die vermeintlichen Plagiatoren auf die Nominierung hin und gebe ihnen so die Möglichkeit zur Stellungnahme, heißt es von den Initiatoren: „Die große Medienreichweite und der hohe Bekanntheitsgrad des Plagiarius haben über die Jahre hinweg regelmäßig eine abschreckende Wirkung gezeigt.“ Zahlreiche Plagiatoren hätten eine Einigung mit dem Originalhersteller gesucht und eine Unterlassungserklärung unterschrieben.

Ins Leben gerufen hat den Negativpreis 1977 der inzwischen verstorbene Industriedesigner Rido Busse, nachdem er auf einer Messe in Frankfurt am Stand eines Ausstellers aus Hongkong eine Brief- und Diätwaage entdecke, die einer von ihm entworfenen zum Verwechseln ähnlich sah. Bis Hersteller Soehnle eine einstweilige Verfügung gegen den Plagiator erwirkt hatte, waren bereits rund 100 000 der nachgeahmten Waagen verkauft worden.

Verliehen wird der Plagiarius im kommenden Jahr erneut auf der Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente, die vom 3. bis zum 7. Februar stattfindet und traditionell ein wichtiger Branchentreff für viele Solinger Haushaltswarenhersteller ist. Die Trophäe stellt einen schwarzen Zwerg mit einer goldenen Nase dar, ein „Symbol für die immensen Profite, die ideenlose Nachahmer sprichwörtlich auf Kosten von Kreativen und der Industrie erwirtschaften“, wie die Initiatoren erklären.

Wer Vorschläge für den Negativpreis einreichen möchte, findet ein Anmeldeformular auf der Internetseite des Vereins. Zum Vorschlag gehören immer auch das Originalprodukt und das vermeintliche Plagiat, wenn möglich mit Verpackung, und, falls vorhanden, Kopien eingetragener gewerblicher Schutzrechte und der Korrespondenz mit dem Nachahmer.

www.plagiarius.com

Museum Plagiarius: Original oder Fälschung? Der Test lohnt sich

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