In der Pandemie geht die bergische Gastro online

Seit kurzem kann man Benedetto Cottone und seiner Solinger Trattoria Mille Gusti auch online Pizza und andere Gerichte bestellen. Die Technik dazu stammt ebenfalls aus der Klingenstadt. Foto: Christian Beier
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Seit kurzem kann man Benedetto Cottone und seiner Solinger Trattoria Mille Gusti auch online Pizza und andere Gerichte bestellen. Die Technik dazu stammt ebenfalls aus der Klingenstadt. Foto: Christian Beier

Solinger Agentur stellt das „bergische Lieferando“ auf die Beine

Von Sven Schlickowey

SOLINGEN Ohne Internet geht es nicht mehr, ist Benedetto Cottone überzeugt, auch nicht in der Gastronomie. „Das wird die Zukunft sein“, sagt der Inhaber der Solinger Trattoria Mille Gusti. Und das gilt in Zeiten von Corona um so mehr. Seit dieser Woche sind Cottone und sein Restaurant nicht mehr einfach nur im Netz vertreten, sondern nehmen dort auch Bestellungen an. Die technische Basis dafür liefert ein anderes Solinger Unternehmen.

Die Neolink GmbH schickt sich an, eine Art bergisches Lieferando zu werden. Benedetto Cottone ist bisher der dritte Solinger Gastronom, der das Angebot der Firma nutzt, ohne Einrichtungs- oder Fixkosten ein Online-Bestellsystem ins Netz zu stellen. Und es könnten bald noch mehr werden, ist Inhaber Christos Papadopoulos überzeugt, auch dank der derzeitigen Krise: „Das Interesse an dem Thema ist derzeit wegen Corona größer geworden.“

„Die Pizza Margherita müssen wir nicht jedes mal neu einpflegen.“

Christos Papadopoulos

Papadopoulos, als Geschäftsführer der Werbe- und Digital-Agentur Aweos kein Unbekannter in der Klingenstadt, hat mit Neolink ein neues Geschäftsmodell aufgetan, das im Zweifel auch bei jedem neuen Kunden bei Null anfängt. Gerade bei kleinen Imbissen gebe es meist keine Internetseite, nichts Digitales, noch nicht einmal brauchbare Fotos, berichtet Christos Papadopoulos. Trotzdem stellen seine Leute in der Regel innerhalb kurzer Zeit eine Seite samt Bestellsystem und PayPal ins Netz.

Den technischen und optischen Rahmen dafür habe man einmal entwickelt und passe ihn dann farblich an, erklärt Papadopoulos. „Nur die Speisekarte zu erfassen, ist ein relativ großer Aufwand, allein schon wegen der Allergene und Zusatzstoffe.“ Doch auch hier gebe es dank vorheriger Aufträge bereits Synergien: „Die Pizza Margherita müssen wir ja nicht jedes mal neu einpflegen, da müssen wir höchstens den Preis ändern.“

Am Ende stehe ein einfach zu bedienendes aber funktionsfähiges System, sagt Papadopoulos: Die Bestellung aus dem Netz komme aus einem Drucker, das Restaurant müsse die Speisen nur noch zubereiten und zur Abholung bereit stellen oder liefern. „Da ändert sich eigentlich nicht viel.“

Das gelte umso mehr für Firmen, die vorher schon mit Internet-Plattformen wie Lieferando gearbeitet haben, sagt Christos Papadopoulos. Sein Angebot sei im Vergleich zu dem des Branchenprimus allerdings „sehr viel unabhängiger“, so gebe es zum Beispiel keinerlei Vorschriften hinsichtlich Liefergebiet oder Preisgestaltung. Und auch die erstellte Seite samt URL verbleibe bei dem Gastronomen.

Trotzdem stehen einige Gastronomen der neuen Technik skeptisch gegenüber: „Manche haben Angst vor der Umstellung“, sagt Christos Papadopoulos. „Andere, dass zu viele Bestellungen auf einmal kommen.“ Eine Sorge, die auch Benedetto Cottone umtrieb: „Mir geht es nicht darum, möglichst viele Bestellungen zu bekommen“, sagt der Gastronom. „Wichtig ist, dass wir das auch alles schaffen.“ Denn ist der Gast einmal unzufrieden, ist er meist auch verloren. Doch dafür hält das Neolnk-System eine Lösung bereit, die maximale Menge von Bestellungen kann ganz leicht eingestellt werden.

Das und anderes im Umgang mit dem System lernen die Gastronomen mit Unterstützung von Christos Papadopoulos und seinen Leuten. Zwei Wochen dauere es meist, bis der Ablauf reibungslos funktioniere, in dieser Zeit begleite man die Kunden. „Danach läuft das von allein und unser Aufwand geht gegen Null.“ Nur so rechne sich auch die Vorleistung, die Neolink in jeden Kunden investiere. Denn für die Gastronomen ist die Erstellung kostenfrei, stattdessen fällt bei jeder Bestellung eine Provision zwischen ein und zwei Euro an.

Das ST unterstützt Gastronomen

Ob Bestellung online oder per Telefon, ob Lieferung oder Abholung – das Solinger Tageblatt unterstützt die heimische Gastronomie in dieser schweren Zeit durch einen kostenfreien Online-Service. Restaurants, Cafés, Pizzerien aber auch Bagel-Läden, die ein Außer-Haus-Angebot haben, sind auf unserer Homepage www.solingener-tageblatt.de zu finden. Einfach auf den Menüpunkt „Corona: Diese Gastronomen bieten Abholung oder Lieferung an“ klicken. Mehr als 50 Gastronomen aus dem ganzen ST-Verbreitungsgebiet finden sich hier heute bereits, vom Akropolis Grill über das Bayrische Wirtshaus bis zum Merscheider Schützenhaus. Weitere Gastronomen sind herzlich eingeladen, mitzumachen und ihr Angebot zu präsentieren, natürlich kostenfrei. Einfach online das Registrierungsformular mit Angaben zum Angebot ausfüllen.

www.solinger-tageblatt.de/lieferservice

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