Fachgeschäft

Online-Shop, Ladenlokal und Szene-Treffpunkt

Auf der eigenen Schießbahn können die Bögen ausprobiert werden.
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Auf der eigenen Schießbahn können die Bögen ausprobiert werden.

Arctec in Solingen handelt mit Material für den Bogensport und stellt eigenes Zubehör her.

Von Sven Schlickowey

Solingen. Henry Brüning gehört zu den besten Bogenschützen Deutschlands. Sein Hobby zum Beruf machen, konnte er aber vor allem dank einer guten Portion Erfindergeist. „Ich frickel und bastel gerne“, sagt der 39-Jährige über sich. Daraus entstand erst eine eigene Produktserie mit Zubehörteilen für den Bogensport. Und dann eines der wenigen Fachgeschäfte für diesen Bereich. Inklusive eigener Schießbahn mit High-Speed-Kamera zur Analyse.

Seit rund 15 Jahren schießt Henry Brüning mit dem Bogen auf Wettkämpfen, in allen Disziplinen und erfolgreich. 2008 holte er zum Beispiel mit seiner Mannschaft vom BS Opladen den nationalen Titel in der Kategorie „Bögen ohne Visier“. Auf diesem Niveau muss ein Bogen an den Schützen angepasst werden. Doch dafür war das notwendige Zubehör früher Mangelware – bis Brüning sich ans Werk machte.

„Der Online-Handel gehört immer dazu.“

Arctec-Inhaber Henry Brüning

Die High-Tech-Bögen, die Henry Brüning (hier mit einem Compound-Bogen), verkauft, kosten schon mal deutlich über 1000 Euro.

„Es gab zum Beispiel keinen Anbieter, der Gewichte für Blankbögen herstellte“, erinnert sich Henry Brüning. „Also hat man sich selber was gebastelt und drangehängt, um den Bogen ruhiger zu bekommen.“ Brüning brachte nicht nur solche Gewichte auf den Markt, sondern trug auch der Tatsache Rechnung, dass das Tuning eines Bogens eine höchst individuelle Angelegenheit ist: „Deswegen habe ich das Gewicht befüllbar gemacht.“ So lässt es sich den jeweils eigenen Bedürfnissen anpassen.

Heute umfasst das Arctec-Programm mehr als ein Dutzend Artikel, vom Stabilisator bis zum Kleber, die nach wie vor alle in Deutschland produziert werden. Vertrieben werden sie bundesweit über den Fachhandel. Natürlich längst auch in Brünings eigenem Geschäft. Weil nämlich das Zubehör so gut lief, begann er bald auch, mit Bögen und Produkten anderer Hersteller zu handeln, vom Einsteiger-Set für den heimischen Garten bis zum Hochleistungsbogen im vierstelligen Preissegment. Zum Start erst mal online. „Ich habe ganz klassisch angefangen, die Sache aus der Garage zu verkaufen und zu verschicken“, erinnert sich der Firmengründer.

Kurze Zeit später kam das Ladenlokal in der Erfer Straße hinzu. „Inzwischen ist das stationäre Geschäft deutlich ausgeprägter“, sagt Brüning. Der Kauf eines Bogens sei enorm beratungsintensiv. „Das ist wie bei einem guten Rennrad, das genau auf den Fahrer eingestellt werden muss.“ Und so etwas gehe vor Ort natürlich besser als im Internet. Trotzdem ist Henry Brüning überzeugt: „Der Online-Handel gehört heute immer dazu. Ohne geht es nicht mehr.“

Für den gebürtigen Remscheider eine Selbstverständlichkeit, schon aufgrund seiner beruflichen Vergangenheit. Während des Studiums jobbte er als studentische Aushilfe in der Online-Redaktion des Remscheider General-Anzeigers. Später beriet er die Werbekunden der Zeitung im Bereich Online- und Crossmedia-Marketing.

Doch auch der beste Online-Shop kann natürlich persönliche Kontakt nicht ersetzen. Sein Laden sei längst mehr als ein Geschäft, sagt Brüning. „Klar ist das auch ein Treffpunkt.“ Die Bogen-Szene sei überschaubar und habe nicht allzu viele Anlaufpunkte. „In Herne gibt es noch einen großen Fachhändler, das war es dann aber auch für NRW.“ Entsprechend kämen andere Schützen auch schon mal auf einen Plausch und eine Tasse Kaffee vorbei. „Da wird dann viel gefachsimpelt.“

Weil der Verkauf so beratungsintensiv ist, hat sich das Geschäft vom Netz ins Ladenlokal verlagert.

Zumal das Geschäft auch technisch gut ausgestattet ist. Es verfügt über eine eigene, 18 Meter lange Schießbahn und eine Hochgeschwindigkeitskamera. „Gerade wenn ein Schütze Probleme hat, kommt die Kamera zum Einsatz“, sagt Henry Brüning. Mit ihr lassen sich die schnellen Bewegungen des Schusses genau analysieren. Und der Bogen so besser anpassen.

Nicht der einzige Punkt, an dem Brüning sein Angebot zielgenau auf seine Zielgruppe ausrichtet. Um anderen Schützen den Einstieg in den Sport zu ermöglichen, hat Arctec auch Leih-Bögen im Programm. Anfänger würden zuerst die richtige Technik lernen – und dann auf einen Bogen mit mehr Zugkraft umsteigen, erklärt Henry Brüning. „Deswegen kauft niemand direkt einen Bogen.“ Also können sich die Neuen bei ihm welche ausleihen und so ein neues Hobby für sich entdecken. Damit Henry Brüning sein Hobby auch weiterhin als Beruf ausüben kann.

Hintergrund

Der Bogensport wird mit verschiedenen Bögen in verschiedenen Disziplinen ausgeübt. Die bekannteste Disziplin ist der Recurvebogen, oft auch als olympischer Bogen bezeichnet. Die High-Tech-Sportgeräte verfügen über zahlreiche technische Erweiterungen und ermöglichen es, auf eine Entfernung von 70 Meter ein Ziel von 122 Millimeter Durchmesser zu treffen. Technisch noch hochgerüsteter ist der Compoundbogen, bei denen die Sehne über Rollen gespannt wird, er wird auch für die Jagd benutzt. Im Gegensatz dazu werden Bögen ohne technisches Zubehör als Blankbögen bezeichnet.

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