Unternehmer

Oliver Haas lebt in zwei beruflichen Welten

2021 hat Oliver Haas eine Anlaufstelle eröffnet, in der er Paarcoaching anbietet.
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2021 hat Oliver Haas eine Anlaufstelle eröffnet, in der er Paarcoaching anbietet.

Remscheider ist Geschäftsführer eines Maschinenbauunternehmens und Paarcoach.

Von Peter Klohs

Remscheid. Oliver Haas lebt in zwei beruflichen Welten. Der 1971 in Düsseldorf geborene Unternehmer kam Mitte der 70er Jahre mit seinen Eltern nach Remscheid und lebt seitdem in der Stadt. Hier ist er Geschäftsführer der Haas Maschinenbau GmbH, einem Familienunternehmen mit Sitz im Gewerbepark Hasten. Gemeinsam mit seinem Vater Hans Robert leitet er die Geschicke des Unternehmens, das aktuell acht Mitarbeiter beschäftigt.

„Es war für mich zunächst einmal undenkbar, in den elterlichen Betrieb einzusteigen“, erinnert sich Oliver Haas. „Ich war in hohem Maße musikaffin und wollte in der Musikbranche arbeiten.“ In gewisser Weise hat er das geschafft, war er doch beinahe drei Dutzend Jahre als DJ unterwegs, sorgte auf so mancher Feier für die richtigen Töne und besitzt noch heute tausende Schallplatten. Als CD-Fachverkäufer hatte er Kontakt zu Plattenfirmen, aber der „große Deal“ wollte nicht kommen – und nach einem Jahr hatte Haas genug.

„Mein Vater hatte die Firma Peter Otto Vogel übernommen und daraus sein eigenes Unternehmen geformt. Zunächst firmierte er in einer Doppelgarage. Er führte Maschinenreparaturen durch und baute erste kleine Maschinen für die Sägeindustrie. 1983 gründete er die Haas GmbH und spezialisierte sich auf die Produktion von Sondermaschinen. Und als meine Karriere im Musik-Business stagnierte, ging ich zu meinem Vater und sagte: ‚Ich komme zu euch‘.“ Gesagt – getan. Oliver Haas baute zehn Jahre lang Schaltschränke zusammen und lernte das Geschäft intensiv kennen. Er fuhr mit den Monteuren zu den Kunden und liebte es, an einer defekten Maschine den Fehler zu finden.

Hand in Hand arbeiten Oliver und sein Vater Hans Robert Haas im Remscheider Maschinenbauunternehmen der Familie.

„Und so wuchs das Unternehmen kontinuierlich“, berichtet der Unternehmer über den Weg der Maschinenbau-GmbH. Heute ist der Anteil an Reparaturen auf 30 Prozent gesunken, 70 Prozent der anfallenden Aufträge betreffen Maschinen-Neubauten. Das Unternehmen stellt Schleifmaschinen, Zahnmaschinen, Schränkmaschinen für Bandsägen, Maschinen für die Druck- und Sägeindustrie und viele andere präzise arbeitenden Maschinen her. Und der Vater, inzwischen 82 Jahre alt, ist noch immer dabei, kommt morgens als Erster und geht abends als Letzter. „Mein Vater hat mich sehr geprägt“, ist Oliver stolz auf Hans Robert Haas.

Eines Tages stellte Oliver Haas fest, dass ihn seine Tätigkeit als DJ nicht mehr ausfüllte. „Das hat mich nicht mehr befriedigt“, erzählt er. „Mein Interesse hat nachgelassen. Ja, ich habe richtig gutes Geld verdient, aber das war es dann nicht mehr.“ Seine Ehe geriet in Schieflage, und gemeinsam mit seiner Ex-Frau besuchte er eine Paartherapie. „Und danach“, berichtet er, „konnte ich mich nicht mehr belügen.“ Die Paartherapie hatte ihn angefixt und er belegte diverse Seminare zur Weiterbildung, denn er wollte als Paartherapeut tätig werden. „Zahlreiche Gespräche mit Freunden und Bekannten hatten mich gelehrt, dass ich das kann“, sagt er heute. „Und ich wollte unbedingt weitergeben, was ich in all den Seminaren gelernt hatte: mit mehr als einem Ohr zuzuhören, immer die Sache in den Mittelpunkt zu stellen, auf Augenhöhe zu kommunizieren.“

Und so eröffnete Oliver Haas 2021 eine Anlaufstelle, in der er Paar-, aber auch Einzelcoaching anbietet und Fragen stellt wie: „Wann haben Sie zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht?“

Geschäftsführer eines Maschinenbauunternehmens und Paartherapeut. Verträgt sich das? „Das verträgt sich für mich sehr gut“, urteilt Haas. „Der Geschäftsführer ist mein Brotjob, der Paartherapeut ist mein Herzjob, also das, was früher die Musik für mich war. Ich bin sehr froh, dass ich beides machen kann. Wenn eine der beiden Welten zusammenbrechen würde, wäre das ein großer Verlust.“

Wagt er einen vorsichtigen Blick in die Zukunft? Wo sieht er sich in zehn Jahren? „In zehn Jahren möchte ich die Praxis erweitert haben und mit Kompagnons arbeiten. Und das Maschinenunternehmen möchte ich, solange es eben geht, gemeinsam mit meinem Vater leiten. Das ist sein Lebenswerk. Wäre ja schön, wenn wir noch zehn gemeinsame Jahre hätten.“

Zur Person

Der 51-jährige Oliver Haas hat Industriemechaniker gelernt. In seinen zwei Arbeitswelten hat er zuweilen einen 15-stündigen Arbeitstag. Weniger als zu Zeiten als DJ, dennoch genug: „Ansonsten braucht man keine Beziehung mehr.“

www.paarcoacher.com

www.haas-gmbh.com

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