Niegeloh: Qualität aus einer Hand

Gesellschafter Tim Niegeloh (r.) und Mitarbeiter Antonio Manco bei der Qualitätskontrolle. Fotos: Uli Preuss

NIEGELOH Konkurrenz aus Pakistan beflügelte bei der Suche nach neuen Kunden, auch in China.

Von Wolfgang P. Getta

„Im Vergleich zu Importen aus Fernost sind unsere Produkte zwar teurer, dafür aber wesentlich hochwertiger und langlebiger. Vom Konsum in Deutschland erwarte ich derzeit weniger als vom Export. Vor allem in China und Japan wird deutsche Qualität offenbar mehr geschätzt als hierzulande!“

IM 82. JAHR AM MARKTGESCHICHTE Die Firma wurde 1940 von den Brüdern Ernst und Wilhelm Niegeloh gegründet. BELEGSCHAFT Sie hat aktuell 76 Mitarbeiter, von denen fünf 2010 eingestellt wurden. Geschäftsführer ist seit zwei Jahren Ralph Eb-ner, der 1993 in die Firma eintrat. STANDORTE Das Unternehmen produziert auf 4800 m² Fläche an der Beethovenstraße. Am ehemaligen Stammsitz Mangenberger Straße 330 befinden sich auf rund 2700 m² die Verwaltung, das Lager und der Versand.Der Mann, der so die derzeitigen Absatzchancen der Solinger Schneidwarenindustrie beschreibt, weiß, wovon er spricht: Ralph Ebner (46) ist Geschäftsführer der Firma E. u. W. Niegeloh. Sie hat als Spezialist für Haut- und Nagelscheren, Pinzetten, Nagelknipser und Nagelzangen weltweit einen hervorragenden Ruf.

Auf 8,5 Millionen Euro - das waren vier Prozent mehr als 2009 - belief sich im letzten Jahr der Umsatz des Familienunternehmens. Es leidet derzeit wie die gesamte Branche unter dem rasanten Anstieg der Preise für den Rohstoff Stahl. Ebner: „Der angestiegene Preis und die Mindestmengen, die man neuerdings abnehmen muss, ziehen seit geraumer Zeit gefährlich an.“

70 Prozent der von Niegeloh hergestellten Produkte werden mit diversen Kundenlogos versehen. Unter der Marke „Mörser“ werden Solinger Stahlwaren in Apotheken europaweit vertrieben. Parfümerien und alle Handelsformen vom Warenhaus bis zum Discounter sind Abnehmer der hochwertigen Produkte made in Solingen.

Das Sortiment der Firma Niegeloh umfasst rund 500 Produkte. Darunter sind 30 verschiedene Haut- und Nagelscheren und 50 individuell einsetzbare Pinzetten. Der Sender Science Channel widmete den Experten für Maniküre- und Pediküre-Instrumente kürzlich eine ganze Sendung. Unter der Rubrik „How It´s Made“ konnte man die Herstellung der „Top Inox“-Knipser verfolgen.

Auch rostfreier Stahl der Güte 4034 wird kalt umgeformt

Ralph Ebner: „Wir produzieren - einmalig für Solingen - unsere Scheren und Pinzetten vom Rohling bis zum fertigen Produkt komplett selbst, und zwar per Kaltumformtechnik. In der Herstellung der dafür nötigen Gesenke sind wir nach zehn Jahren Entwicklungsarbeit inzwischen weltweit führend. Deshalb können wir sogar rostfreien Stahl der Güte 4034 absolut fehlerfrei umformen. Dieser Stahl ist für die wichtigen Märkte China und Japan Voraussetzung für künftiges Wachstum.“

Der extreme Kostendruck aus Pakistan habe, so der Niegeloh-Chef, das Bemühen um neue Kunden angekurbelt. Mit Erfolg: „Noch nie gab es so zahlreiche vielversprechende Verhandlungen wie in den letzten eineinhalb Jahren!“ Das hat zu vielen neuen Kunden in Märkten geführt, die sich bisher nicht für Stahlwaren interessiert haben. Dazu zähle als Land vor allem China. Interessant sei aber auch der Bereich Lederwaren und Bekleidung sowie der Verkauf per Internet.

Zum Verkaufserfolg von Niegeloh trägt maßgeblich bei, dass die Produkte in hochwertigen, modischen Etuis angeboten werden. Sie bestehen unter anderem aus Straußen-, Python- und Rochenleder und werden von der in Merscheid ansässigen Firma Anton gefertigt. Auf der kommenden Messe „Ambiente“ zeigt Niegeloh 60 verschiedene Etuis, darunter die Trends Frühjahr/Sommer 2011. Es bleibt exotisch!

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Begus vermittelt Mitarbeiter in der Region
Begus vermittelt Mitarbeiter in der Region
Begus vermittelt Mitarbeiter in der Region

Kommentare