IHK

Nachwuchs wird auch in Zeiten von Corona weiter ausgebildet

Carmen Bartl-Zorn von der IHK bittet Eltern um Mithilfe. Foto: IHK
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Carmen Bartl-Zorn von der IHK bittet Eltern um Mithilfe.

Die IHK unterstützt Schüler und Eltern, die Arbeitsagentur hilft von der Krise gebeutelten Ausbildungsbetrieben.

Von Sven Schlickowey

Bergisches Land. Rund 1600 unbesetzte Ausbildungsstellen im bergischen Städtedreieck meldet die Agentur für Arbeit – und damit mehr, als dort Bewerber registriert sind. „Viele Betriebe sorgen sich, weil sie ihre Ausbildungsplätze derzeit nicht oder nur sehr schwer besetzen können“, heißt es deswegen in einer Mitteilung der Bergischen IHK. Ein Grund könnte sein, so vermutet die Kammer, dass junge Menschen in der Krise den Eindruck bekommen haben, es sei besonders schwer geworden, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Dabei ist der Fachkräftemangel durch Corona keinesfalls besser geworden. Nach wie vor suchen viele bergische Unternehmen, vor allem in der Industrie, teils händeringend nach Mitarbeitern. Und auch im Handwerk ist die Lage längst dramatisch, wie eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt: Bundesweit fehlen 65 000 Fliesenleger, Elektriker und andere Gesellen und Meister.

„Das entstandene ungute Gefühl bei den jungen Menschen müssen wir ernst nehmen und ihnen ihre Chancen auf den gewünschten Ausbildungsplatz aufzeigen“, sagt Carmen Bartl-Zorn, zuständige Geschäftsführerin bei der Bergischen IHK. Für Jugendliche sei es eine besonders herausfordernde Zeit, viele bräuchten einen Impuls von außen, damit sie sich mit ihren Perspektiven nach der Schule auseinandersetzen. „Wir wollen die jungen Menschen beraten und motivieren und sie bei Bewerbungen unterstützen – denn die Chancen sind da.“

Deswegen gehe es darum, Betriebe und Jugendliche zusammenzubringen. Da die Berufsorientierung an Schulen derzeit nicht möglich sei, appelliert Bartl-Zorn zusätzlich an Eltern, ihre Kinder zu unterstützen: „Eltern, die hierzu Hilfe brauchen, helfen wir als IHK gerne bei Fragen rund um das Thema Ausbildung.“ Auch ein Online-Workshop dazu gibt es von der IHK.

Hilfe für die Ausbildungsbetriebe kommt derweil von der Agentur für Arbeit, die über das „Bundesprogramm Ausbildungsplätze sichern“ finanzielle Unterstützung für Firmen anbietet, die trotz Umsatzeinbrüche durch Corona Ausbildungsplätze erhalten oder ausbauen. 214 Anträge seien seit Oktober 2020 im Städtedreieck bewilligt worden, so die Agentur. Zusätzlich bestehe die Möglichkeit, einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zu beantragen. Hierzu seien 68 Anträge bewilligt worden.

„Die Corona-Krise soll nicht zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen werden“, heißt es von der Agentur für Arbeit. Entsprechend habe man das Programm noch einmal angepasst. Mit dem sogenannten Lockdown-II-Sonderzuschuss können ausbildende Kleinstunternehmen 1000 Euro extra erhalten. Und neben Zuschüssen zur Ausbildungsvergütung für Firmen, die trotz Kurzarbeit weiter ausbilden, gibt es nun auch Zuschüsse zur Vergütung es Ausbilders.

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