2,7 Millionen Euro Fördermittel

Modellprojekt für Frauen: In drei Phasen zurück ins Berufsleben

Die Jobcenter in Solingen (l.) und Remscheid nehmen am Modellprojekt Rehapro teil. Archivfotos: Michael Schütz, Roland Keusch
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Die Jobcenter in Solingen (dieses Foto) und Remscheid nehmen am Modellprojekt Rehapro teil.

2022 startet Rehapro im Städtedreieck. Alleinstehende Jobcenter-Kundinnen werden mit 2,7 Millionen Euro unterstützt.

Von Sven Schlickowey

Bergisches Land. Alleinstehende Frauen sind überproportional häufig auf Leistungen des Jobcenters angewiesen, allein im Städtedreieck betrifft das etwa 5000 Frauen. Dabei spielen oft auch gesundheitliche Einschränkungen eine Rolle. Hier setzt ein neues Modellprojekt an, das im kommenden Jahr startet. Die Jobcenter in Solingen und Remscheid erhalten zusammen rund 2,7 Millionen Euro Fördermittel vom Bund, um Frauen auf ihrem Weg zurück ins Berufsleben zu begleiten.

Das Jobcenter in Remscheid.

Angelegt ist das Projekt mit Namen Rehapro auf fünf Jahre, jede Teilnehmerin wird in bis zu 36 Monaten ein dreiphasiges Modell durchlaufen: Dabei soll zunächst der Gesundheitszustand erfasst und dann verbessert werden, bevor die Frauen an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. Zusammen mit dem Wuppertaler Jobcenter sollen so insgesamt rund 700 Kundinnen im Städtedreieck betreut werden, diese würden nach Voraussetzungen und Eignung ausgewählt und aktiv angesprochen, heißt es.

„Dieses Gemeinschaftsprojekt macht auf das Thema Gesundheit langzeitarbeitsloser Frauen aufmerksam und bietet einer wenig beachteten Gruppe Chancen zur Teilhabe am Arbeitsmarkt“, sagt Dirk Faust, Geschäftsführer des Jobcenter Remscheid. Este Brugger, Leiterin der Abteilung Markt und Integration im Solinger Jobcenter, ergänzt: „Dass der Bund das Vorhaben mit einem so hohen Förderbetrag unterstützt, ist ein wichtiges Signal für die Zusammenarbeit im bergischen Städtedreieck und die Arbeit der Jobcenter.“

Auch mit dem Teilhabechancengesetz sollen Langzeitarbeitslose in reguläre Jobs kommen.

Ziel des Bundesprogramms, das dem bergischen Modellprojekt zugrunde liegt, ist es, durch die Erprobung von innovativen Leistungen und organisatorischen Maßnahmen Erkenntnisse zu gewinnen, wie die Erwerbsfähigkeit von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen besser erhalten und wiederhergestellt werden kann. Dazu gehöre auch eine Verbesserung der Zusammenarbeit der Akteure im Bereich der medizinischen und beruflichen Rehabilitation, heißt es vom zuständigen Bundesministerium, das bundesweit rund eine Milliarde Euro dafür zur Verfügung stellt.

Im Bereich der Jobcenter Remscheid, Solingen und Wuppertal sind im Rahmen von Rehapro unter anderem Gesundheitscoaches vorgesehen. Diese sollen die Teilnehmerinnen nach einer Klärung der gesundheitlichen Situation begleiten und sie an entsprechende Behandler und Dienstleister anbinden.

Die Frauen erhalten zudem Angebote in ihren Wohnquartieren und können sich über einen Beirat aktiv an der Angebotsgestaltung beteiligen. Auch Selbsthilfegruppen sind vorgesehen. Bei Bedarf soll beim Antrag für eine medizinische Rehabilitation unterstützt werden, zudem ist auch eine arbeitsaktivierende Ergotherapie möglich. Anschließend werden alle Teilnehmerinnen bei der Aufnahme einer Arbeit oder Qualifizierung unterstützt.

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