Umfrage zur Wirtschaftslage

Mittelstand blickt zuversichtlich in die Zukunft

Creditreform-Geschäftsführer Ole Kirschner stellte gestern die Wirtschaftslage des Mittelstands in der Region vor. Foto: Christian Beier
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Creditreform-Geschäftsführer Ole Kirschner stellte am Montag die Wirtschaftslage des Mittelstands in der Region vor.

Creditreform stellt Befragungsergebnisse zur Wirtschaftslage vor

Von Manuel Böhnke

Bergisches Land. Die Stimmung bei den mittelständischen Betrieben in der Region hellt sich auf. Das zeigt eine Auswertung der Creditreform Solingen. Demnach bewerten 68,8 Prozent der Unternehmen ihre Auftragslage als „sehr gut“ oder „gut“. Damit gleichen sich die Ergebnisse dem Vor-Corona-Niveau an. 37,6 Prozent der Befragten rechnen damit, dass sich das Geschäft in den kommenden sechs Monaten positiv entwickelt, lediglich 6,5 Prozent erwarten eine Verschlechterung der Situation.

„Der Mittelstand muss teuer einkaufen.“

Ole Kirschner, Creditreform-Geschäftsführer

Zweimal jährlich untersucht die Creditreform die Wirtschaftslage des Mittelstandes. Der Solinger Standort der Wirtschaftsauskunftei ist dabei für die Region Remscheid, Solingen und Leverkusen verantwortlich. Dazu gehören auch Burscheid, Hückeswagen, Radevormwald, Wermelskirchen, Leichlingen, Langenfeld sowie Monheim. In diesem Gebiet gibt es knapp 3100 aktive Unternehmen mit mindestens zehn und höchstens 500 Mitarbeitern. Knapp 250 von ihnen haben sich an der Erhebung beteiligt, erklärt Ole Kirschner.

„Bei der Herbstumfrage 2020 standen wir kurz vor dem nächsten Lockdown. Heute ist die Stimmung deutlich besser“, berichtet der Geschäftsführer der Creditreform Solingen. In Schulnoten ausgedrückt bedeutet dieser Trend eine 2,3 nach einer 2,6 im Vorjahr. Vor allem von den Händlern hat die Wirtschaftsauskunftei positive Rückmeldungen erhalten. Sie bewerten ihre Geschäftslage mit 2,1, die Dienstleister kommen auf 2,2. Die Durchschnittsnote beim Baugewerbe liegt bei 2,4, in der Industrie bei 2,5. Obwohl der Pfeil nach oben zeigt, schränkt Kurt Ludwigs von der Creditreform ein: „Es gibt natürlich noch immer Betriebe, die coronabedingt andere Sorgen haben, als sich an unserer Umfrage zu beteiligen.“ Deutlich zu spüren bekommen die Firmen die gestiegenen Materialkosten. „Der Mittelstand muss teuer einkaufen“, fasst es Ole Kirschner zusammen. 74,7 Prozent der Befragten berichten, dass die Bezugspreise im vergangenen Halbjahr gestiegen sind. Die Zahl liegt deutlich über den Werten der Vorjahre. „Die hohen Bezugspreise drücken die Ertragserwartungen“, erläutert Ole Kirschner. So rechnen 45,7 Prozent der mittelständischen Unternehmen in den nächsten sechs Monaten mit steigenden Umsätzen. 9,6 Prozent fürchten einen Rückgang, 44,7 gehen von einer stabilen Entwicklung aus. Eine steigende Ertragserwartung gaben dagegen 37,6 Prozent an. Etwas mehr als ein Fünftel stellt sich auf sinkende Erträge ein.

Nichtsdestotrotz ist die Geschäftserwartung nur bei 6,5 Prozent der Betriebe negativ. Die Probleme bei der Materialbeschaffung und der Fachkräftemangel machen sich dementsprechend nur bedingt negativ bemerkbar. Kurt Ludwigs wagt einen Erklärungsversuch: „Handwerker haben beispielsweise mit beiden Herausforderungen zu kämpfen – die Auftragsbücher sind aber dennoch weiterhin voll.“

Die optimistische Stimmung, die die Creditreform ermittelt hat, spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider. Demnach seien im zurückliegenden Halbjahr im regionalen Mittelstand mehr als 1500 Arbeitsplätze neu geschaffen oder zurückgeholt worden. In den kommenden sechs Monaten wollen rund 29,2 Prozent der Unternehmen neues Personal einstellen. 65,2 Prozent avisieren einen konstanten Personalstand, 5,6 Prozent rechnen mit einem Rückgang. Treten diese Erwartungen ein, könnten im Mittelstand in der Region bis zu 700 neue Stellen entstehen, gibt Ole Kirschner einen positiven Ausblick.

Hintergrund

Rund 250 Betriebe haben an der Befragung der Creditreform in Zusammenarbeit mit Crefo-Factoring Rhein-Wupper teilgenommen. Knapp die Hälfte davon zählt bis zu 20 Mitarbeiter. Bei 11,3 Prozent der Teilnehmer liegt die Zahl der Beschäftigten bei mehr als 100. 40,4 Prozent der Unternehmen sind dem Dienstleistungssektor zuzuordnen, 34,3 der Industrie, 14,1 dem Handel und 11,1 dem Baugewerbe. Knapp ein Drittel der teilnehmenden Firmen hat seinen Sitz in Solingen.

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