Früherer BZI-Chef

Michael Hagemann tut das, was er am besten kann

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Zehn Jahre lang war Michael Hagemann Geschäftsführer des Bildungszentrums der Metall- und Elektroindustrie Remscheid (BZI).

Der frühere BZI-Chef unterstützt Unternehmen bei Projektentwicklung und Fördermittelakquise.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Es war eine durchaus überraschende Nachricht: Im Herbst vergangenen Jahres wurde bekannt, dass Michael Hagemann das Bildungszentrum der Metall- und Elektroindustrie Remscheid (BZI) Ende 2019 verlässt. Zehn Jahre lang war er zuvor Geschäftsführer der Einrichtung. „Für eine Pause hatte ich seitdem nicht wirklich Zeit“, sagt der 49-Jährige. Mit seiner Projectfactory Berufliche Bildung hat er den Weg in die Selbstständigkeit gewagt. „Ich tue das, was ich am besten kann“, sagt Hagemann. Und meint damit Projektentwicklung und Fördermittelakquise.

Der Diplom-Sozialarbeiter und Betriebswirt ist in der Region verwurzelt und bekannt. Vier Jahre lang war er vor seinem BZI-Engagement Geschäftsführer der Arbeit Remscheid gGmbH. Hagemann hat in dieser Zeit unter anderem die Gründung des Kaufhaus Remscheid für Bedürftige und die Weiterentwicklung des BZI zu einem der „modernsten Berufsbildungszentren Deutschlands“ vorangetrieben. Stolz ist er darauf, mehr als 100 Arbeitsplätze in Remscheid geschaffen zu haben. Gelingen konnte das nicht zuletzt dank finanzieller Zuschüsse der öffentlichen Hand: In seinen 14 Jahren in Remscheid akquirierte er laut eigenen Angaben mehr als 25 Millionen Euro Fördermittel.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit bleibt das Thema Fachkräfte

Mit dem Kapitel BZI hat er abgeschlossen, sagt Michael Hagemann. Zumal sich seine Herangehensweise nicht wesentlich verändert habe: „Früher habe ich mit meinen Kollegen versucht, das Beste herauszuholen, jetzt mit Geschäftspartnern.“ Seine Projectfactory BB versteht er jedoch nicht als klassische Unternehmensberatung. Im Dialog mit den Kunden erarbeitet er Ziele und Visionen. Im Anschluss prüft er, wie sich die mit Projekten und der Akquise von Fördermitteln erreichen lassen.

Er nennt die neue Produktionsanlage eines Betriebs als Beispiel. Eine halbe Millionen Euro sollte sie kosten – zu viel für das Unternehmen. Seine Aufgabe: 100 000 Euro aus öffentlichen Töpfen akquirieren. „Es sind 200 000 Euro geworden“, sagt Hagemann.

Er berät viele Firmen und Einrichtungen in der Region – in allen Branchen. „Für jeden Bereich gibt es Förderprogramme.“ Mehr als 1500 sind es insgesamt in Deutschland. Die Aufgabe des 49-Jährigen ist es, die passenden herauszufiltern und seine Kunden von diesem Weg zu überzeugen. „Teilweise gibt es eine gewisse Distanz zu den Programmen, weil sie zu kompliziert erscheinen“, erläutert Hagemann. An dieser Stelle setzt seine Beratung an, die auf Wunsch erst mit dem Abschluss des Projektes endet.

Angesichts seines bisherigen beruflichen Werdegangs überrascht es kaum, dass ein Schwerpunkt der Arbeit des Wuppertalers, der nahe der Stadtgrenze zu Lennep lebt, das Thema Fachkräfte ist. Fünf Wochen lang war er bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie in Asien, um auszuloten, welches Potenzial es dort in dieser Frage für Deutschland gibt. „Mir wird nicht langweilig“, sagt er lachend mit Blick auf den neuen Abschnitt seiner Karriere.

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